Google+: „Social“ und noch mehr „Media“ – ein erster Blick ins neue Netzwerk
Mehr oder weniger zur selben Zeit wie Rupert Murdoch das einst größte Online-Netzwerk MySpace für einen Spottpreis von nur 35 Millionen Dollar verkaufte, ging Google mit seiner Plattform Google+ in die öffentliche Betaphase. Google+ lockte innerhalb des ersten Monats dieser Testphase bereits über 25 Millionen Mitglieder weltweit an – und dies obwohl man bisher nur über eine Einladung Teil der Gemeinde werden kann. Keines der bekannten Netzwerke ist so schnell gewachsen (Facebook, die heute mit ungefähr 700 Millionen weltweit aktiven Nutzern größte Plattform, brauchte dafür drei Jahre).
Der Zuspruch und die Neugierde der Social Media-Gemeinde trieb natürlich auch Diskussionen über die Zukunft von Twitter, Facebook und Business-Netzwerken wie Xing voran. Zum jetzigen Zeitpunkt kann jedoch nur mehr spekuliert werden, ob es sich bei Google+ um einen Hype, einen Trend oder gar das nahende Ende eines Riesen wie Zuckerbergs Social Network handelt.
Google+ ist für Leute, die bereits über einen Facebook-Account verfügen, relativ intuitiv zu handhaben, da der Aufbau recht ähnlich ist, jedoch deutlich aufgeräumter und übersichtlicher daher kommt. Für das Knüpfen von Kontakten sieht Google+ die sogenannten Circles, die Kreise, vor (sehr hilfreich und anders als bei Facebook ist eine Grundauswahl wie Freunde, Familie, Bekannte und „nur folgen“ bereits angelegt). Im Gegensatz zu Facebook, wo tatsächlich eher der Gedanke der „Freundschaft“, also „das Soziale“ von Social Media im Vordergrund steht, rückt Google+ die Kontakte als Informationsquelle stärker in den Fokus. Dies zeigt sich auch darin, dass die Beziehungen – anders als bei Facebook-Freundschaften – nicht reziprok sein müssen. Wie beim Nachrichtendienst Twitter kann man einer Person folgen und deren öffentliche Nachrichten lesen und kommentieren, muss jedoch nicht in deren „Freundeskreis“ aufgenommen werden. Diese neue Öffentlichkeit wird von den Nutzern erstaunlich gut angenommen, was sich in der Vielzahl an öffentlichen Beiträgen zeigt, die übrigens auch über die Google-Suche und andere Suchmaschinen auffindbar sind. Eine derartige Form der Diskussion ist weder bei Facebook (nur in eingeschränkter Form auf Fanpages) noch bei Twitter möglich.
Das Netzwerken via Google+ hat den klaren Vorteil, dass beispielsweise das Knüpfen von Business-Kontakten nicht mit dem Begriff der „Freundschaft“ gehemmt oder verkompliziert wird (wobei noch nicht ganz klar ist, ob man „plussen“ oder „plus einsen“ sagt). Dies könnte auf lange Sicht zur Folge haben, dass tatsächliche Freund- und Bekanntschaften weiterhin über Facebook gepflegt werden, Geschäftlichem und Interessen auf Google+ nachgegangen wird. (...)
Den vollständigen Artikel und mehr zum Thema Social Media, Krisenkommunikation und Reputation Management im aktuellen scm-Newsletter, der heute, am 23. August 2011, erschienen ist.
Erfahren Sie mehr über Facebook , Twitter und Co. und wie Sie Social Media strategisch in Ihre Unternehmenskommunikation einbinden beim Intensivkurs Social Media und Onlinekommunikation ab dem 6. Oktober 2011 in Düsseldorf.
Autorin: Theresa Schulz arbeitet seit Juni 2010 bei der scm in der PR bzw. im Veranstaltungsmanagement und betreut als Junior Managerin den Social Media-Bereich. Nach dem Studium Anglistik/ Amerikanistik und Spanische Philologie an der Universität Potsdam durchlief Theresa Schulz Stationen bei der SABA.galerie und Goldmann PR in Berlin, bevor sie für die scm tätig wurde.
