Auf den "Kampagnenfall" vorbereitet sein

Strategisches Risikomanagement

Anzahl und Aktivitätsgrad von NGOs nehmen seit Jahren sowohl in Deutschland als auch weltweit zu. Bekannte Unternehmen und Marken sind besonders gefährdet, Zielscheibe orchestrierter Kampagnen zu werden. Schützen kann man sich nur, wenn man erste Signale für mögliche Aktivitäten sowohl bei den NGOs als auch in Internet und Medien rechtzeitig erkennt und sich auf realistische Szenarien vorbereitet. Je nachdem, in wie vielen Märkten ein Unternehmen aktiv ist, ist dies nicht nur auf nationaler Ebene, sondern in globalem Maßstab notwendig.

Um dieser Herausforderung im Issue Management und in der Krisenkommunikationsberatung zu begegnen, hat Burson-Marsteller gemeinsam mit einem auf NGO-Beobachtung spezialisierten Partner den „Brand Vulnerability Index“ (BVI), entwickelt, ein neues Instrument für das Risikomanagement. Zusammen mit einem regelmäßigen Medien- und Social Media Monitoring sind Unternehmen damit gut gerüstet,  frühzeitig NGO-Aktivitäten zu erkennen und sich vorzubereiten. (...)

Die einzelnen Schritte der Risikoanalyse
NGOs betrachten Marken durch eine bestimmte „Kampagnenbrille“ mit klarem Blick auf Schwächen und geeignete Angriffspunkte. Den Standpunkt zu wechseln und auf das eigene Unternehmen oder die eigene Marke aus NGO-Sicht zu schauen, gibt bereits erste Hinweise auf kritische Themenbereiche. 

Bild
Wie NGOs Marken betrachten und einschätzen (Quelle: SIG-Watch/ Burson-Marsteller)

Betrachtet man parallel zu dieser Markeneinschätzung den aktuellen Aktivitätsgrad von NGOs in Verbindung mit relevanten Issues und gleicht dies mit den im Unternehmen bereits ergriffenen Risikomanagement-Maßnahmen ab, lässt sich daraus mittels einzelner Kennzahlen der BVI errechnen.

Formel

Der BVI bietet damit eine empirisch fundierte Basis für ein strategisches Risikomanagement, sowohl für einzelne Märkte als auch aus globaler Perspektive. Aus interner Sicht kann der Index als KPI für die Kommunikation dienen und macht die Wertschöpfung der Krisenprävention im Hinblick auf NGOs messbar. Tritt ein regelmäßiges Monitoring in klassischen und sozialen Medien hinzu, sind Unternehmen und Marken gut aufgestellt, um mögliche Kampagnen gedanklich vorwegzunehmen, Reaktionen zu durchdenken und damit im Kampagnenfall schnell und effektiv zu reagieren.

Lesen Sie den ungekürzten Text hier

Burson-Marsteller ist Partner der K2-Tagung Krisenkommunikation am 13. Oktober 2011 in Düsseldorf. André Wigger, Managing Director von Burson-Marsteller, wird einen Vortrag zum Thema „Krisenmanagement in der vernetzten Gesellschaft“ halten.

Mueller_tarja_200x150

Autorin: Tarja Müller ist seit August 2009 Manager bei Burson- Marsteller in Frankfurt. Bereits seit über acht Jahren betreut sie auf Agenturseite Kunden in der Unternehmens- und Markenkommunikation. Besondere Branchenexpertise hat sie in den Bereichen Food, FMCG und Agrar sowie Arbeitgeberthemen. Vor ihrer Tätigkeit für Burson- Marsteller war Tarja Müller bei Fleishman-Hillard und einer mittelständischen PR-Agentur in Frankfurt tätig. Ihre berufliche Laufbahn startete sie bei der komm.passion group in Kronberg/ Frankfurt.

 

 

Der nächste Dioxinskandal kommt bestimmt...

Drei Fragen an Martin Rücker (foodwatch)

Häufen sich die Lebensmittelskandale tatsächlich oder steigt nur die Berichterstattung, da die Medien durch Treiber wie foodwatch darauf gestoßen werden?
Öffentlichkeit und Medien sind heute sicherlich stärker sensibilisiert als noch vor einigen Jahren. Das ist gut so, denn die Probleme bestehen häufig seit langem. Dass den Menschen „Schinkenimitat“ aus schnittfestem Wasser als echter Schinken untergejubelt wird, wissen die Behör- den beispielsweise seit 20 Jahren – sie haben jedoch weder etwas an diesen Praktiken ändern können, noch haben sie das öffentlich gemacht. Oder nehmen Sie Dioxin: Der große Skandal Anfang des Jahres kam für Fachleute wenig überraschend, weil die entscheidenden Lücken bei der Futtermittelkontrolle bekannt sind. Und sie wurden auch jetzt nicht geschlossen, weil die Bundesregierung den Konflikt mit der Futtermittel und Agrarlobby scheut. Deshalb muss man leider fest damit rechnen, dass der nächste Dioxinskandal kommen wird.

Bei Verbrauchern und Tierschützern beliebt, von der Nahrungsmittelindustrie gefürchtet – wie bewerten Sie die Doppelrolle Ihrer Organisation?
Wenn foodwatch von der Industrie „gefürchtet“ wird, ist das doch ein Hinweis, dass wir unsere Arbeit machen. Viele Politiker versuchen den Menschen einzureden, dass eigentlich alle dieselben Ziele und Interessen haben, deshalb gibt es ja auch ein gemeinsames Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz. Eine absurde Konstruktion, denn tatsächlich sind die meisten Interessen genau entgegengesetzt: Hersteller wollen möglichst unbehelligt von Vorgaben und zu niedrigen Kosten produzieren und ihre Waren für möglichst viel Geld verkaufen – die Verbraucher dagegen wollen gute Qualität, niedrige Preise und verständliche Informationen über die Produkte. Aufgabe der Politik ist es, hier einen Interessenausgleich vorzunehmen. Dass foodwatch sich für Verbraucherrechte einsetzt führt zwangsläufig nicht zu großer Beliebtheit in der Industrie.
 

Hat sich Ihre Arbeit durch Social Media verändert?
Ja. Ganz praktisch, weil wir mit facebook, twitter & Co. zusätzliche Kanäle haben, über die wir Informationen an Interessierte weiterreichen. Aber auch qualitativ, weil wir viele Anregungen und auch viel schneller als vor Social Media eine Rückmeldung zu unserer Arbeit und zu unserer Kommunikation erhalten. Verstehen die Menschen unsere Aufregung über ein Thema, haben wir einen komplexen Zusammenhang verständlich erklärt, treffen wir den richtigen Ton? Die Nutzer von Social Media haben da ein gutes Gespür, und sie lassen es uns sofort wissen.

Martin Rücker ist Referent der K2-Tagung Krisenkommunikation, die am 13. Oktober 2011 in Düsseldorf stattfindet. 

Ruecker_martin_200x126

Martin Rücker ist seit Januar 2009 Pressesprecher und leitet die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von foodwatch. Aufgabe des gelernten Journalisten ist es, seinen ehemaligen Kollegen die Themen und Positionen von foodwatch schmackhaft zu machen.

 

Energiekonzern setzt auf Transparenz und Dialog

3 Fragen an Volker Heck, RWE

Energieversorger sind krisenanfälliger als andere Industriezweige. Nicht nur Kommunikatoren müssen immer wieder Rede und Antwort stehen. Wie bereiten Sie Ihre Mitarbeiter vor? 
Energieversorger sind im Vergleich mit beispielsweise der Chemie- oder Pharmaindustrie nicht mehr oder weniger krisenanfällig. Eher muss man sagen: Krisen können jedes Unternehmen und jede Organisation zu jeder Zeit treffen. Daher ist jeder Kommunikationsprofi immer gut vorbereitet. Bei RWE gehört neben den gebräuchlichen Krisenplänen, -handbüchern und natürlich -übungen auch zu den Standards, dass neben den Kommunikationskollegen auch Experten für technische Themen über Mediatrainings darauf vorbereitet werden, Rede und Antwort zu stehen. Gelegenheiten zum Trainieren in Echtzeit gibt es ausreichend, da wir viele hochspezialisierte Technik- und Technologiethemen haben, die wir auch im Tagesgeschäft gern von Fachleuten erläutern lassen.

Abgesehen von den Fachleuten ist im Konzern allen Mitarbeitern klar, wer als Sprecher für das Unternehmen agiert. Unsere Mitarbeiter halten wir über alle Kanäle der internen Kommunikation sprechfähig zu aktuellen oder komplexen Themen. Denn: Deren Familie und Freunde haben zu vielen Energiethemen immer häufiger sehr detaillierte Fragen.

Wie begegnen Sie der verstärkten Protestkultur, die zunehmend große wie kleine Industrieprojekte blockiert?
Wir verfolgen seit Jahren den Grundsatz größtmöglicher Transparenz und Offenheit. Dialog mit den Menschen vor Ort ist für uns auch nichts Neues und kein Phänomen der letzten paar Jahre. Wenn Sie sich unser Geschäft ansehen, wird schnell klar, dass bei Kraftwerken, Tagebauen, Netzen etc. Einbeziehung und Dialog mit Anwohnern, Politik, NGOs etc eine Selbstverständlichkeit ist.

Was sich verändert hat, ist eher die öffentliche Einstellung insgesamt zu Großprojekten aller Art und die Geschwindigkeit, mit der kritische Fragestellungen über Internet und Social Media von einem Standort auf den nächsten "überspringen". Hinzu kommt, dass es mehr individuelle Meinungen gibt, die als allgemeingültig und bestimmend wahrgenommen werden, wenn der Meinungsbildner nur schnell und laut genug agiert. Der gesellschaftliche Dialog über Energiefragen beispielsweise wurde in den letzten Jahren sehr schwarz-weiß geführt: Hier die Bösen, dort die Guten.

Aber nur eine Kooperation aller gesellschaftlichen Gruppen kann eine weithin akzeptierte Energieversorgung sichern. Deswegen sehen wir uns in unserem Transparenz-Ansatz bestätigt. Denn es ist – gemeinsam mit NGO’s und Politik - unsere Aufgabe, offen und ehrlich zu erklären, dass beispielsweise eine regenerative Zukunft von allen Kompromisse fordert.

Wie reagieren Sie auf Kritik im Social Web?
Wo es möglich ist, gehen wir in den Dialog. Wir haben erkannt, dass wir früher unsere ausgesprochen komplexen Themen vielleicht zu wenig erklärt haben. Und sicher nicht immer mit den passenden Worten, weil wir zu sehr aus der Perspektive des Ingenieurs denn aus der unserer Kunden argumentiert haben. Das ändern wir.

Um auf meinen Einstieg zurückzukommen: Es gibt Momente, in denen wir klar sagen müssen, bis hierhin und nicht weiter: Sachkritik und unterschiedliche Meinungen sind gut, Bedrohungen für Leib und Leben unserer Mitarbeiter überschreiten deutlich eine Grenze. Vorgekommen ist das glücklicherweise selten. Im Gegenteil: Gerade in den letzten Monaten haben wir positives Feedback für Offenheit und Dialogbereitschaft bekommen, auch wenn nicht alle unserer Meinung sind. Und zusätzlich festgestellt, dass es einen immensen Informationsbedarf zu Energiethemen gibt, den wir gerne stillen wollen.

Dieses Interview ist im scm-Newsletter 3/2011 erschienen. 

Volker Heck ist Referent der K2-Tagung Krisenkommunikation, die am 13. Oktober 2011 in Düsseldorf stattfindet.

Heck_volker_200x126

 

Volker Heck ist seit 2006 Leiter Konzernkommunikation der RWE AG. Von 2003 bis 2006 leitete er die Konzern-Energie-/Umweltpolitik sowie die Konzern-Außenbüros der RWE AG. Zuvor war er als Leiter der Presseabteilung für die Konzernkommunikation zuständig. Von 1994 bis 1999 verantwortete er die Unternehmensentwicklung der RWE Energie AG und die Konzernentwicklung der heutigen RWE AG.

Google+: „Social“ und noch mehr „Media“ – ein erster Blick ins neue Netzwerk

Mehr oder weniger zur selben Zeit wie Rupert Murdoch das einst größte Online-Netzwerk MySpace für einen Spottpreis von nur 35 Millionen Dollar verkaufte, ging Google mit seiner Plattform Google+ in die öffentliche Betaphase. Google+ lockte innerhalb des ersten Monats dieser Testphase bereits über 25 Millionen Mitglieder weltweit an – und dies obwohl man bisher nur über eine Einladung Teil der Gemeinde werden kann. Keines der bekannten Netzwerke ist so schnell gewachsen (Facebook, die heute mit ungefähr 700 Millionen weltweit aktiven Nutzern größte Plattform, brauchte dafür drei Jahre).

Der Zuspruch und die Neugierde der Social Media-Gemeinde trieb natürlich auch Diskussionen über die Zukunft von Twitter, Facebook und Business-Netzwerken wie Xing voran. Zum jetzigen Zeitpunkt kann jedoch nur mehr spekuliert werden, ob es sich bei Google+ um einen Hype, einen Trend oder gar das nahende Ende eines Riesen wie Zuckerbergs Social Network handelt.

Google+ ist für Leute, die bereits über einen Facebook-Account verfügen, relativ intuitiv zu handhaben, da der Aufbau recht ähnlich ist, jedoch deutlich aufgeräumter und übersichtlicher daher kommt. Für das Knüpfen von Kontakten sieht Google+ die sogenannten Circles, die Kreise, vor (sehr hilfreich und anders als bei Facebook ist eine Grundauswahl wie Freunde, Familie, Bekannte und „nur folgen“ bereits angelegt). Im Gegensatz zu Facebook, wo tatsächlich eher der Gedanke der „Freundschaft“, also „das Soziale“ von Social Media im Vordergrund steht, rückt Google+ die Kontakte als Informationsquelle stärker in den Fokus. Dies zeigt sich auch darin, dass die Beziehungen – anders als bei Facebook-Freundschaften – nicht reziprok sein müssen. Wie beim Nachrichtendienst Twitter kann man einer Person folgen und deren öffentliche Nachrichten lesen und kommentieren, muss jedoch nicht in deren „Freundeskreis“ aufgenommen werden. Diese neue Öffentlichkeit wird von den Nutzern erstaunlich gut angenommen, was sich in der Vielzahl an öffentlichen Beiträgen zeigt, die übrigens auch über die Google-Suche und andere Suchmaschinen auffindbar sind. Eine derartige Form der Diskussion ist weder bei Facebook (nur in eingeschränkter Form auf Fanpages) noch bei Twitter möglich.

(download)

Das Netzwerken via Google+ hat den klaren Vorteil, dass beispielsweise das Knüpfen von Business-Kontakten nicht mit dem Begriff der „Freundschaft“ gehemmt oder verkompliziert wird (wobei noch nicht ganz klar ist, ob man „plussen“ oder „plus einsen“ sagt). Dies könnte auf lange Sicht zur Folge haben, dass tatsächliche Freund- und Bekanntschaften weiterhin über Facebook gepflegt werden, Geschäftlichem und Interessen auf Google+ nachgegangen wird. (...)

Den vollständigen Artikel und mehr zum Thema Social Media, Krisenkommunikation und Reputation Management im aktuellen scm-Newsletter, der heute, am 23. August 2011, erschienen ist.

Erfahren Sie mehr über Facebook , Twitter und Co. und wie Sie Social Media strategisch in Ihre Unternehmenskommunikation einbinden beim Intensivkurs Social Media und Onlinekommunikation ab dem 6. Oktober 2011 in Düsseldorf. 

 

Schulz_theresa_200x126

Autorin: Theresa Schulz arbeitet seit Juni 2010 bei der scm in der PR bzw. im Veranstaltungsmanagement und betreut als Junior Managerin den Social Media-Bereich. Nach dem Studium Anglistik/ Amerikanistik und Spanische Philologie an der Universität Potsdam durchlief Theresa Schulz Stationen bei der SABA.galerie und Goldmann PR in Berlin, bevor sie für die scm tätig wurde.

Richtig bei Krisen handeln

Täglich laufen in Unternehmen und Konzernen vielfältige Krisen ab. Ob schwache Quartalszahlen, die Insolvenz eines wichtigen Lieferanten, der temporäre Ausfall der EDV, mangelnde Produktqualität, menschliches Versagen oder ein Arbeitsunfall: Jedes Ereignis, das die Struktur eines bestehenden Systems mit ungewissem Ausgang verändern kann, wird per Definition als Krise bezeichnet.

Es ist jedoch erst die Wirkung, die aus einem potentiell schwierigen Vorfall eine tatsächliche Krise macht: Und zwar ganz unabhängig davon, ob beziehungsweise wann die interne und externe Öffentlichkeit davon unterrichtet wird. Tatsächlich erfahren Bürger und Mitarbeiter, Kunden oder Kapitalgeber nur von den wenigsten riskanten Situationen in Unternehmen. Erst wenn die Konsequenz einer betrieblichen Störung, eines Notfalls oder einer Sabotage eine "„kritische"“ Grenze überschreitet, wird in der Regel auch die Öffentlichkeit informiert.

Professionelle Prävention zählt
So verschieden die Gesichter von Krisen auch sein mögen –– sie reichen von schlechtem Betriebsklima über Erpressung bis zur einstweiligen Verfügung: Krisen können typisiert, ihre Ursachen gedeutet, die Symptome markiert und die Folgen abgeschätzt werden. Das ist zwar Theorie, aber eine wichtige Vorarbeit für das richtige Verhalten im Fall der Fälle; und von dem sollte –– zumindest wer an Murphys Gesetz glaubt –– jedes Unternehmen ausgehen. Im Kern macht die Lebensweisheit, die auf den US-Ingenieur Edward Murphy zurückgeht, Aussagen über das menschliche Versagen respektive über Fehlerquellen in komplexen Systemen. Und das zentrale Axiom lautet: In jedem Bereich menschlicher Tätigkeit geht alles schief, was schief gehen kann! Wer also davon überzeugt ist, dass die Natur auf der Seite des verborgenen Fehlers steht, sollte auf

•• exakte Krisenanalyse,
•• professionelleKrisenprävention,
•• strukturierte Früherkennung sowie
•• auf systematisches Handeln in der Krise setzen.

Das heißt im Überblick:

•• Zur Prävention gehören alle Maßnahmen, die eine Krise vermeiden helfen beziehungsweise zu einer raschen und bestmöglichen Bewältigung beitragen.
•• Zur Früherkennung gehören alle Maßnahmen, die sich anbahnende Krisen bemerken sowie möglichst früh entschärfen helfen.
•• Zum systematischen Handeln in der Krise zählen alle Aktionen, die zur Bewältigung einer Krise sowie zur Einleitung und Verfolgung von Gegenmaßnahmen beitragen.

Chance für Neustart
Fakt ist: Unvorbereitete Unternehmen trifft eine Krise am härtesten. Wer nicht auf Zwangslagen vorbereitet ist, gefährdet nicht nur massiv materielle Werte, sondern auch dauerhaft die Akzeptanz und das Vertrauen von Kunden und Partnern. Dann können Krisen nahezu über Nacht die Existenz bedrohen. Daher gilt es immer auch aus Krisen zu lernen; also das Krisenmanagement in ein Chancenmanagement zu wandeln.

Matthias Kutzscher bietet am 11. November 2011 einen Workshop zum Thema "Vertriebsunterstützende PR" an.

Sein Kollege Jörg-Michael Junginger hält am 14. Oktober 2011 ein Seminar zum Thema "Krisen-PR".

Kutzscher_matthias

Autor: Matthias Kutzscher ist Inhaber von MK-Kom in Düsseldorf. Er berät seit 1996 Unternehmen bei der Bewältigung von Krisen und bereitet Führungskräfte auf den Dialog mit der "„kritischen"“ Öffentlichkeit vor. Nach dem Wirtschaftsstudium in Groß- britannien volontierte er bei der Deutschen Presse-Agentur. In seiner knapp 25-jährigen journalistischen Tätigkeit arbeitete Matthias Kutzscher als Redakteur und Reporter für Nachrichtendienste, Tageszeitungen, TV-Sender und Wirtschaftsmagazine.

Vorsicht Kamera

Gerade in Krisensituationen will der Umgang mit den Medien gelernt sein

„it ́s not what you say, it ́s what they hear.“ Gerade einer Krisensituation muss die Botschaft eines Statements verstanden werden – von „jedermann“. Fachbegriffe, Schachtelsätze, hochgestochene Formulierungen oder „Bürokraten-Deutsch“ sind fehl am Platze.

Sich bei einer kritischen oder provokativen Frage mit dem Interviewer anzulegen oder seine (negativen) Formulierungen aufzugreifen ist in der Wirkung beim Zuschauer geradezu tödlich. Glaubwürdig und überzeugend wirkt man nur, wenn man selbst überzeugt ist, und sich so gibt, wie man wirklich auch ist. Alles andere, sprich übertriebene oder unnatürliche – weil lediglich antrainierte – Gestik und Mimik wirkt künstlich und aufgesetzt.

Neben dem eigenen optischen Erscheinungsbild, natürlich dem Anlass und Thema entsprechend – und nichts was ablenkt, flimmert oder farblich zu stark kontrastiert – ist auch der optische Hintergrund für ein Kamerastatement wichtig. Lassen Sie sich also nicht von einem Kamerateam irgendwo auf dem Firmengelände „platzieren“, sondern schaffen Sie einen eigenen, kameratauglichen Hintergrund, vor dem Sie sich präsentieren.

Informieren Sie sich über die „Spielregeln“. Vor allem, wie lang das Statement sein darf, wie umfangreich ein Interview geplant ist, wer sonst noch zu Wort kommt, welche Sendeform geplant ist, etc. 

Nichts verschlimmert eine Krise mehr, als mangelnde Glaubwürdigkeit. Zur Glaubwürdigkeit gehört daher auch, nicht um den heißen Brei herumzureden, sondern auch einen Fehler zuzugeben, Verständnis und Betroffenheit zu zeigen und Sorgen ernst zu nehmen. Glaubwürdigkeit wird schnell untergraben, wenn die Botschaften aus dem Unternehmen unterschiedlich oder gar widersprüchlich sind. Eine „one-voice-strategy“ ist damit besonders in Krisen unabdingbar. Damit auch die schnellstmögliche, am besten sogar vorherige information nach innen, an die Mitarbeiter. Nicht selten wird ihnen am Werkstor das Mikrophon vor die Nase gehalten. ... 

Fazit
Krisenkommunikation und das richtige agieren vor Kamera und Mikrophon ist kommunikative „Königsdisziplin“. So wie Bilanzpressekonferenzen, Hauptver- sammlungen, Analystenmeetings und Roadshows nicht aus heiterem Himmel kommen, sondern geplant und kommunikativ trainiert werden, können und müssen Krisensituationen antizipiert werden. Thematisch-fachlich, aber auch mental. Und gerade das Verhalten im Umgang mit den Medien ist eine Sache von Training und Übung.

Den ungekürzten Text finden Sie hier.

Am 14. Oktober bietet Norbert L. Esser einen Workshop zum Thema "Rhetorik im Medienumgang in Krisensituationen" in Düsseldorf an. Mehr Informationen finden Sie hier.

Esser_norbert
Autor: 2007 gründete Norbert L. Esser die Firma Wortgestaltung. Zuvor war er seit 1989 als Leiter Unternehmenskommunikation des BHW-Konzern tätig. Von 1978 bis 1989 leitete er die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit in der CDU-Bundesgeschäftsstelle in Bonn. 

 

 

 

 

„Intranet bei real“ - Einfachheit als Erfolgsrezept

Interview mit Claudia Schrank 

Die real,- Warenhaus GmbH hat vor etwas mehr als einem Jahr ein neues Intranet online gestellt. Was waren die Kerngedanken bei der Konzeption dieser neuen Plattform? Welchen Anspruch stellten Management und Mitarbeiter an dieses Tool?
Die Struktur des alten Intranets von real,- Deutschland war über die Jahre unkontrolliert gewachsen und deshalb sehr unübersichtlich. Ein Ziel des Relaunchs war deshalb die Neustrukturierung der Inhalte. Die Informationen sollten intuitiv auffindbar und miteinander vernetzt werden. Außerdem wollten wir dem Umstand gerecht werden, dass wir keine personalisierten, sondern nur funktionale E-Mail-Accounts in unseren Märkten haben. Das hieß zum Beispiel, dass bis zu sechs Food-Mitarbeiter ihre Informationen über eine E-Mail-Adresse erhielten. Das war sehr unübersichtlich und Informationen gingen leicht verloren. Unser Ansatz war deshalb, Informationen teamspezifisch in die Märkte fließen zu lassen. Die Idee der Teamboxen war geboren. Seit dem Relaunch hat jedes Team im Markt im Intranet eine eigene Teambox. Dort finden z. B. die Mitarbeiter aus der Obst- und Gemüse-Abteilung die Infos, die sie für ihre tägliche Arbeit benötigen. (...)

Oftmals ist es nicht ganz leicht, neue Konzepte und Instrumente zu etablieren. Viele Mitarbeiter haben Ängste Altbekanntes aufzugeben, eventuell nicht über ausreichend technisches Know-How zu verfügen. Wie haben Sie für Ihr Projekt geworben und wie lief der Relaunch von statten?
Das neue Intranet haben wir uns nicht im „stillen Kämmerlein“ ausgedacht und dann ausgerollt. Wir haben von Anfang an Mitarbeiter aus allen Zielgruppen, insbesondere Marktmitarbeiter, in den Entwicklungsprozess eingebunden. Wir haben sie gefragt, was sie wollen und was sie brauchen. Von Vorteil war auch, dass ein Großteil meines Teams eine Zeitlang im Markt gearbeitet hat. Deshalb konnten wir realistisch einschätzen, was umsetzbar ist und was nicht. Unser Credo in der Internen Kommunikation ist immer: So einfach, wie möglich. Wir sind der Meinung, dass insbesondere im Online-Bereich Einfachheit das Erfolgsrezept ist, egal ob Sie Universitätsprofessoren oder ungelernte Fachkräfte als Zielgruppe haben. Diesem Ansatz sind wir auch bei der Entwicklung des Intranets gefolgt. (...)

> Auszug aus "Social Media in der Unternehmenskommunikation"

Frau Schrank spricht auch auf der K2-Tagung "Interne Kommunikation" am 24. November 2011.

Schrank_claudia_200x126
Claudia Schrank leitet seit zwei Jahren die Interne Kommunikation der real,- SB-Warenhaus GmbH. Die gelernte Verlagskauffrau stieg nach ihrem BWL- Studium als Trainee bei real,- ein. 2007 wechselte sie vom Vertrieb in die Interne Kommunikation, deren Leitung sie letztendlich übernahm. Durch ihre Zeit im Vertrieb kennt sie die Informationsbedürfnisse ihrer Zielgruppe genau.

 

MISEREOR setzt auf Dialog, Bindung und virale Verbreitung

3 Fragen an Marianne Pötter-Jantzen

Welche Tools schätzen Sie als besonders wirkungsvoll für den Einsatz bei NGOs ein?
Für MISEROR spielt im Moment Facebook eine zentrale Rolle. Zum Beispiel haben wir während unserer diesjährigen Fastenaktion viel zum Aktions-Thema „Leben im Slum“ gepostet und gute Resonanz bekommen. Dabei haben sich inhaltliche Posts mit aktionsbezogenen abgewechselt. Wir versuchen so wichtige Aspekte von Social Media zu berücksichtigen: Dialog, Bin- dung und virale Verbreitung. Alle drei sind für eine NGO, die wie MISEREOR von der Mobilisierung und Loyalität ihrer Unterstützer lebt, sehr wichtig. Aber Facebook steht nicht isoliert, wir legen viel Wert auf eine gute Vernetzung und gegenseitige Ergänzung der unterschiedlichen Social Media Präsenzen und unserer Website.

Unterscheidet sich die Kommunikation einer NGO im Web von der von Unternehmen?
Inhaltlich haben wir NGOs den Usern sozialer Netzwerke oft mehr zu bieten als manches Unternehmen. Das müssen wir aber auch, denn User stellen an NGOs sicher höhere Ansprüche in Sachen Glaubwürdigkeit und Authentizität. Allerdings bleibt bei NGOs manchmal die Leichtigkeit des Mediums auf der Strecke. Da können wir von vielen Unternehmen lernen. Denn unterhaltsame und spielerische Elemente spielen im Web einfach eine große Rolle.

Welchen Stellenwert haben die Mitarbeiterblogs für die öffentliche Wahrnehmung Ihrer Organisation und der Arbeit, die Sie weltweit leisten?
Sie haben einen hohen Stellenwert, denn sie ermöglichen einen differenzierten und persönlichen Blick auf unsere Projektarbeit. Hier berichten unsere Mitarbeiter, Partner und Freiwilligen konkret und ungefiltert. Sie beschreiben ihre Begegnungen, Erlebnisse und Gefühle. Der Blog bietet die Möglichkeit den vielen persönlichen Geschichten hinter den Entwicklungsprojekten Raum zu geben. Für MISEREOR ist das ein wichtiger Weg unsere weltweite Hilfe zur Selbsthile darzustellen.

MISEREOR sammelt Spenden für die Hungersnot in Ostafrika. Spenden Sie hier.

Poetter_jantzen_marianne_220x126

Marianne Pötter-Jantzen ist Mitarbeiterin der online-Redaktion von MISEREOR.

Erstmalig Speed-Café auf K2-Tagung

Beim Speed-Café, nicht zu verwechseln mit Speed-Dating, handelt es sich um ein interaktives Workshop-Format, welches sich besonders als Instrument für Großgruppenkonferenzen eignet. Angelehnt an die bekannte Konferenzmethode „Worldcafé“ steht der Austausch mit Kollegen zu aktuellen Fragestellungen und das gemeinsame Erarbeiten von unmittelbaren Ergebnissen im Mittelpunkt.

Die Teilnehmer diskutieren und visualisieren in überschaubaren Gruppen unter Anleitung eines Moderators aktuelle und zukünftige Herausforderungen an den IK-Manager, deren Konsequenzen und mögliche Lösungsansätze. Nach Ablauf einer bestimmten Zeit wechseln die Teilnehmer die Gruppen. In neuer Gruppenzusammensetzung setzen die Teilnehmer den Dialog fort, so dass innerhalb einer sehr kurzen Zeit ein wertvoller Austausch mit hohem Netzwerkfaktor stattfindet: Die Teilnehmer lernen vielfältige Perspektiven und Lösungsmöglichkeiten kennen. Zudem erproben Sie live ein Instrument, welches im eigenen Unternehmen angewandt werden kann.

Die Ergebnisse und Anregungen aus den Diskussionsrunden werden auf inspirierende und kreative Weise dokumentiert, so dass alle Resultate als kollektives Wissen allen Teilnehmern sofort vor Augen sind. Zusätzlich erhalten Sie die Resultate im Nachgang vom Veranstalter in aufbereiteter Form als Dokument für die weitere Verwendung in Ihrer Aufgabe als IK-Manager.

Die Vorteile auf einen Blick:

  • direkter und unmittelbarer Austausch zu wichtigen Fragestellungen
  • hoher Netzwerkfaktor
  • interessantes Tool zur Anwendung im eigenen Unternehmen wird erprobt
  • gemeinsam erarbeiteter, sofortiger Output
  • Ergebnisse werden im Nachgang als Dokument zur Verfügung gestellt.

Das K2-Speed-Café wird am 24. November 2011 gemeinsam mit Dr. Guido Wolf und weiteren Fachkollegen aus der Internen Kommunikation im Rahmen der Tagung Interne Kommunikation durchgeführt. 

> Weitere Informationen zum K2-Gipfel

Wolf_guido_200x126
Dr. Guido Wolf arbeitet seit 1990 als Unternehmensberater, Trainer und Coach. Mit Gründung von conex. Institut für Consulting, Training, Management Support (Bonn) im Jahr 1998 begleitet Dr. Wolf große und mittelständische Unternehmen bzw. Konzerne verschiedener Produktions- wie Dienstleistungsbranchen in ihren Veränderungsprozessen. Besondere Bedeutung kommt dabei der nachhaltigen Verankerung von Strategien und Managementansätzen durch effiziente und effektive Interne Kommunikation zu. 

„Sprich mit mir“ – Warum Interne Kommunikation für Mitarbeitende so wichtig ist und wie sie funktionieren könnte.

Interview mit Herrn Prof. Dr. Dieter Georg Herbst zu seinem neuen Buch

Was unterscheidet Ihr neues Buch „Sprich mit mir“ von anderen Publikationen über Interne Kommunikation?
Eigentlich ist zur Internen Kommunikation schon (fast) alles gesagt: Es gibt Dutzende Bücher, Hunderte Fachartikel und Forschungsstudien. Sie alle kommen zum Fazit: Interne Kommunikation ist wichtig. Überraschend der Blick in die ernüchternde Praxis: Mitarbeitende sind nur wenig mit der gelebten internen Kommunikation zufrieden. Die Frage ist, wie es zu dieser Kluft kommt und welche aktuellen Erkenntnisse vorliegen, damit sie besser gelingt.

Welches ist in der praktischen Umsetzung der Internen Kommunikation das größte Problem? 
Es gibt mehrere: Begriffe sind nicht bekannt, sie werden unterschiedlich verwendet, sie interessieren nicht oder werden vom Empfänger anders bewertet, als dies der Absender beabsichtigt hatte. Ein Grund ist auch, dass das Informieren im Vordergrund steht und kaum das Ergebnis beim Gegenüber. Nicht zuletzt spielt natürlich auch die Firmenkultur eine entscheidende Rolle.

Wie lautet Ihre dringendste Empfehlung zum Thema Interne Kommunikation und an wen im Unternehmen ist sie gerichtet?
Interne Kommunikation sollte tatsächlich Kommunikation sein: Es kommt darauf an, wichtige Informationen zu geben, aber auch darauf zu achten, wie genau diese Informationen vom Gegenüber wahrgenommen werden, aufgenommen, verarbeitet, interpretiert, bewertet und schließlich gespeichert. Eine weitere Empfehlung zielt darauf, die Kommunikation einfacher und für das Gehirn bedarfsgerecht zu gestalten. Die bisherige Kommunikation entspricht dem oft nicht.

Auszüge des Buches finden Sie hier.

Herbst_dieter

Prof. Dr. Dieter Herbst ist selbstständiger Kommunikationsberater für namhafte Unternehmen im In- und Ausland. Er ist Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Marketing und Kommunikation an der Fachhochschule für Ökonomie und Management in Berlin, leitet seit 2009 den Masterstudiengang Leadership in Digitaler Kommunikation an der Universität der Künste Berlin (UdK) und ist Gastprofessor der Lettischen Kulturakademie Riga und Dozent an der Universität St. Gallen. Von ihm sind bisher 14 Bücher zum Thema Kommunikation erschienen (zum Beispiel Storytelling, Corporate Imagery, Praxishandbuch Unternehmenskommunikation, Public Relations).