Buchrezension: Leadership statt Management: Führung durch Kommunikation

„Vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise rücken nicht nur die betroffenen Unternehmen, son- dern auch die verantwortlichen Manager – deren Verhalten und Kommunikation – immer stärker in den Mittelpunkt internationaler Medien“. So heißt es in dem Einleitungskapitel des Buches „Leadership statt Management: Führung durch Kommunikation“, in dem die Autoren sich die Weltwirtschaftskrise 2009 als Anlass nehmen, die persönlichen Fähigkeiten aktueller Führungskräfte zu untersuchen und zu überlegen, welcher Kommunikation es eigentlich bedarf, um für schwierige Krisen in der heutigen Zeit gewappnet zu sein. Zuerst wird auf die Defizite heutiger Manager eingegangen, die schon aufgrund mangelnder Ausbildung an der Universität entstehen. In einem weiteren Kapitel erklären die Autoren verbale und nonverbale Kommunikation an praxisnahen Beispielen und mahnen zum Schluss, dass es für erfolgreiche Führungskommunikation nötig ist, sich von den Denkweisen des „Homo oeconomicus“ abzuwenden und sich mehr auf werteorientiertes Management und ethische Aspekte zu konzentrieren. Ein für Führungskräfte sehr zu empfehlendes Buch, das mit einem kritischen Blick wissenschaftliche Ansätze mit praktischen Erfahrungen verknüpft.

Ralf Hering, Bernd Schuppener, Nina Schuppener | Haupt Verlag, 2010 | 32,00 Euro | 145 Seiten | ISBN 978-3-258-07567-9

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Wertschätzung macht produktiver - Interview mit Andreas Voß (JPIKOM) über Führungskräftekommunikation

1) Wie motiviert man Führungskräfte dazu, sich als Botschafter gelebter Unternehmenskultur zu verstehen?
Voß: Jede Führungskraft ist Botschafter der Unternehmenskultur – und wenn es nur die Subkultur am eigenen Standort, im eigenen Bereich usw. ist. Kultur beschreibt, wie wir gemeinsam handeln, welches Handlungsprogramm also dem Leben und Arbeiten in Organisationen zugrunde liegt. Die Frage ist: Driftet Ihr Unternehmen auseinander? Gibt es zu viele unterschiedliche Strömungen, die die bereichsübergreifende Zusammenarbeit erschweren? Wenn ja, dann sollten Sie es einmal mit Führungskräfte-Netzwerken versuchen, in denen Sie über die „Stärke schwacher Bindungen“ daran arbeiten, alte Routinen aufzubrechen und die Führungskräfte für Neues zu „öffnen“. Dann hat auch die Unternehmenskultur eine Chance, sich zu verändern.

2) Die Führungskräftekommunikation kann also entscheidend zum Erfolg in Veränderungsprozessen beitragen. Ob Führungskräftekonferenz, Leadership-Portale oder Führungskräfte-Newsletter – es gibt eine Bandbreite an Instrumenten, die in der Führungskräftekommunikation eingesetzt werden. Aber welche Instrumente eignen sich besonders? Nach welchen Kriterien sollte man eine Auswahl vornehmen?
Voß: Entscheidende Kriterien sind die Zielsetzungen der Kommunikation und die Medienkompetenz der Führungskräfte. Wenn es im Change darum geht, Führungskräfte zu Motoren des Wandels zu machen, die Skepsis der Leitwölfe zu brechen, dann können sie nicht nur mit informativen Medien arbeiten – mit therapeutischen Gesprächskreisen aber ebenso wenig. Hilfreich sind zumeist Mischformate, die klar strukturierte Informationsvermittlung, gemeinsame Zusammenarbeit und Dialog gleichermaßen ermöglichen. Von super-innovativen Leadership-Portalen zum Selbstzweck halte ich nichts. Häufig sind die Führungskräfte noch nicht so weit und nutzen die Portale überhaupt nicht. Wer in einem Unternehmen mit technik-affinen Führungskräften arbeitet, der kann sich glücklich schätzen und auch medial experimentieren. 

3) Es geht nichts über die persönliche Kommunikation. Welche Rolle spielen die viel gepriesenen Social Media in der Kommunikation nach innen und außen, und wie beeinflussen diese die Unternehmenskultur? 
Voß: Den ersten Satz würde ich so nicht unterschreiben. Wenn Sie wichtige Entscheidungen vermitteln müssen, dann können Sie auf schriftliche Kommunikation nicht verzichten – allein aus Gründen der Verbindlichkeit. Von Verbindlichkeit zu Transparenz ist es nicht weit. Social Media sind dort hilfreich, wo sie im Unternehmen zu mehr Transparenz und Verständigung beitragen. Und natürlich kann eine offene(re) Feedbackkultur nicht schaden; wenn die Leute lernen, damit umzugehen.

4) Am Ende sucht der Mitarbeiter vor allem Wertschätzung. Wie schafft es die Führungskraft Ihrer Meinung nach, die Wertschätzung und somit auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu steigern?
Voß: Wertschätzung ist eine ureigene Frage des Führungsstils. Sind Sie heute schon gelobt worden? Und wenn es nur für eine Kleinigkeit ist, es macht Sie produktiver. Hinzu kommt: Wenn Sie über die Führungskräftekommunikation den Leadern im Unternehmen gutes Material an die Hand geben und ein vollständiges Bild vom Geschehen im Unternehmen vermitteln, dann werden die Abteilungs-, Team- und Gruppenleiter ihre Aufgabe der Mitarbeiterinformation und -orientierung deutlich besser erfüllen können. Das ist es, was Führung (oder Führungskommunikation) bedeutet. Damit geht immer Wertschätzung einher.

Weitere Interviews finden Sie in unserem Newsletter IK im Fokus (2/2012).

Andreas Voß ist Referent der K2-Tagung Interne Kommunikation am 9./10. Mai in Köln. 
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Andreas Voß ist Geschäftsführer der JP|KOM GmbH, wo er bereits seit 2006 als PR-Berater und seit 2010 als stellvertretender Geschäftsführer tätig war. Seine Karriere begann Voß 1999 als Bankkaufmann bei der WestLB. 

 

Interne Kommunikation bei Coop - Glaubwürdig und unterhaltend zugleich ...

2012 könnte ein entscheidendes Jahr für interne Kommunikatoren werden. Schaffen sie es, sich in ihren Organisationen als tatsächliche Kommunikationsmanager zu etablieren? 

ManagementRadio sprach zum Thema Interne Kommunikation mit Joachim Tillessen, Leiter der Coop Medien. Joachim Tillessen steht für das gelungene Zusammenspiel von Intranet, Kundenzeitung und Mitarbeitermagazin bei Coop. Besonders spannend dabei: Die Zusammenhänge zwischen motivierten Mitarbeitenden und glaubwürdiger, hochwertiger sowie unterhaltender Information ... 

Das Audiointerview können Sie hier nachhören.

Joachim Tillessen ist Referent der K2-Tagung Interne Kommunikation am 9. und 10. Mai 2012 in Köln.

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Joachim Tillessen ist seit 2006 Leiter der Coop Medien und betreut in dieser Funktion die dreisprachige Coop Presse, das Personalmagazin sowie die elektronischen Medien und diverse Corporate Publishing Produkte der Gruppe. Vor seiner Tätigkeit bei Coop war der studierte Betriebsökonom und Verlagsmanager als Leiter eines Verlags in Solothurn tätig sowie als Gesamtleiter Medien bei einem zweisprachigen Verlag in Biel. Tillessen ist Dozent beim Verband Schweizer Medien. 

 

Star Wars in the Enterprise – Eine Anleitung für erfolgreiche Change Communication auf der Suche nach dem Social Workplace

Im Jahr 1949 verfasste Joseph Campbell das Werk “Der Heros in tausend Gestalten” – eine deskriptive Untersuchung aus der vergleichenden Mythenforschung. Sie legte Campbells Theorie der Reise des archetypischen Helden dar, der in Mythologien weltweit in Erscheinung tritt. Campbell untersucht darin die These, dass alle bedeutenden Mythen auf ein gemeinsames Grundmuster zurückzuführen sind, das Campbell als "Monomythos" bezeichnet. Im Vorwort seiner Untersuchung skizziert Campbell den Monomythos wie folgt:

“A hero ventures forth from the world of common day into a region of supernatural wonder: fabulous forces are there encountered and a decisive victory is won: the hero comes back from this mysterious adventure with the power to bestow boons on his fellow man.” (http://en.wikipedia.org/wiki/Monomyth)

Während er die Strukturelemente seiner Idee erläutert, beschreibt Campbell eine Reihe von Stadien, die der Held auf seiner Reise durchläuft. Die klassischen Beispiele für den Monomythos, auf die Campbell und andere Wissenschaftler ihre Untersuchungen stützen, umfassen die Geschichten des Osiris, Prometheus, Buddha, Moses und Christus. Seit einiger Zeit genießt Campbells Monomythos aber auch besonderen Einfluss in Hollywood und kommt bei den unterschiedlichsten modernen (Drehbuch-)Autoren und Geschichtenerzählern zum Einsatz. Der bekannteste unter ihnen ist vielleicht George Lucas, der die Handlung seiner "Star Wars"-Filme an Campbells Thesen entlang entwickelte. Wenn man den Aufbau und den Inhalt der Geschichten mit dem Paradigma des Monomythos vergleicht, wird dies schnell klar:

I. Aufbruch: Tatooine
• Der Ruf zum Abenteuer: Der Besuch der Droiden und Prinzessin Leias Nachricht
• Die Verweigerung: Luke verweigert Leia die Unterstützung, weil er auf der Farm bei der Ernte helfen muss.
• Dem Ruf Folge leisten: Luke kehrt auf die Farm seiner Familie zurück, doch sie wurde von Sturmtruppen des Imperiums niedergebrannt; nun gibt es keinen Grund mehr zu bleiben.
• Übernatürliche Hilfe: Obi-Wan Kenobi wird sein Führer und zeigt ihm den Ausweg.
• Das Überschreiten der ersten Schwelle und Passieren der Schwellenwächter: Die Bar, in der sich eine chaotische Ansammlung von Aliens und auch Han Solo befinden, bildet den Eingang zu der gefährlichen Welt, die Luke nun betritt. Nachdem einige Aliens erschlagen worden sind, ist der Weg frei, und Luke kann Tatooine verlassen.
• Der Eintritt in den Bauch des Wals: Der "Falcon" wird mit Luke, Han, Obi-Wan, R2D2 und C3PO an Bord von einem Traktorstrahl in den Todesstern gezogen.

II. Initiation: Die Pläne
• Der Weg der Prüfungen: Luke macht sich auf den Weg, um Leia zu retten.
• Die Begegnung mit der Göttin: Luke findet und befreit Leia.
• Der Kampf mit dem Drachen / Ritueller Tod: Obi-Wan kämpft mit Darth Vader; Obi-Wan verschwindet.
• Die Versöhnung mit dem Vater: Rückkehr des Obi-Wan als innere Stimme 
• Die Apotheose: Luke wird zum Helden und rettet Leia, nachdem sie der Müllpresse entkommen ist.
• Das gute Ergebnis: Flucht mit den Plänen des Todessterns

III. Rückkehr: Zerstörung des Todessterns
• Die Verweigerung der Rückkehr: Han weigert sich, zum Todesstern zurückzukehren.
• Der magische Flug: Rebellen fliehen zum Todesstern.
• Die Rettung von außen: Han rettet Luke vor Darth Vader.
• Die Rückkehr über die letzte Hürde: Der Falcon entkommt dem explodierenden Todesstern.
• Der Herr der zwei Welten: Bei einer Siegeszeremonie werden Han und Luke von den versammelten Truppen der Rebellen anerkannt und gefeiert.
• Die Freiheit zum Leben: Der Widerstand der Rebellen hat das Imperium besiegt (vorläufig).

An dieser Stelle fragen Sie sich vielleicht, warum Sie all das wissen sollten. Und die Antwort lautet: Im Laufe der letzten Jahre haben wir festgestellt, dass die “Change-Reise” unserer Kunden mehr oder weniger den gleichen Verlauf nimmt wie Campbells Monomythos – und dass es der erfolgversprechendste Weg für technologiegesteuerte Change-Projekte ist, gut vorbereitet zu sein und über Change Communication Content und Change Management Tools zu verfügen, insbesondere bei Projekten, die den Social Workplace und Enterprise 2.0 betreffen. Jedes Projekt, an dem wir bisher beteiligt waren, entpuppte sich als "Star Wars"-ähnliches Abenteuer, wenn auch mit anderen Darstellern. 
Den vollständigen Artikel finden Sie in unseren Newsletter IK im Fokus (2/2012), der in Kürze erscheint. 

Carsten Rossi wird eine Round-Table Session auf der Tagung Interne Kommunikation am 09. und 10. Mai 2012 in Köln halten. 
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Carsten Rossi verantwortet als Geschäftsführer der Kuhn, Kammann & Kuhn GmbH die Bereiche Business Development, Innovations-Management und Öffentlichkeitsarbeit sowie Personal. In diese Aufgaben bringt Carsten Rossi internationale Erfahrungen und Beratungskompetenz aus allen Disziplinen der Unternehmenskommunikation ein. Sein aktueller Schwerpunkt liegt in der Entwicklung der neuen Business Unit Technology and Change, die Change Communication und Management für technologieinduzierte Veränderungsprozesse anbietet. Unter anderem fungierte der studierte Komparatist als Berater bei großen Unternehmen in Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Belgien und den USA. Rossi lehrt als Dozent für Wirtschaftskommunikation und Social Media Management an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin.
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Janine Müller studierte Medienwirtschaft mit dem Schwerpunkt PR- & Kommunikationsmanagement an der FH Mittweida, bevor sie 2007 zu Kuhn, Kammann & Kuhn kam. Dort betreut sie seitdem Unternehmen aus der Chemie- und der Versicherungsbranche bei der Realisierung ihrer Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte (print und online). Seit Mitte 2011 ist sie außerdem Mitglied des Teams Technology & Change und kümmert sich dort um die Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen der Change Communications für Kunden wie Novartis, Heraeus und real,-.

 

Buchrezension: Der Twitter Faktor

Mit „Der Twitter Faktor“ geben Stefan Berns und Dirk Henningsen dem Leser einen Leitfaden zur richtigen Nutzung des Social Media Tools Twitter. Beginnend mit einer allgemeinen Beschreibung des Kanals, dessen Entwicklung und Vorteile bei der Anwendung im Marketingbereich, beschreiben die Autoren sinnvolle Verwendungen und die richtige Verwaltung des eigenen Twitter-Accounts, geben Praxisbeispiele, weisen auf rechtliche Fallen hin und führen eine Liste mit Twitter-Tools auf, die man zur Vereinfachung verwenden kann.
Auch auf die spezielle Verwendung für den Alltag im Unternehmen gehen die Twitter-Coaches in einem Kapitel ein und führen Ihre Interviews mit zehn verschiedenen Unternehmen, wie unter anderem die Vodafone Group, zu ihrer Verwendung von Twitter in den Best Practice-Beispielen auf. Auch wenn die erwähnten Statistiken und Links alle nicht mehr auf dem aktuellsten Stand sind und das Buch für erfahrenere Twitterer nicht so sehr zu empfehlen ist, liefert das Werk einen guten Einblick in das Phänomen Twitter und kann dem Leser beim Beginnen eines eigenen Accounts durchaus hilfreich sein.

Stefan Berns, Dirk Henningsen | BusinessVillage, Göttingen 2010 | 308 Seiten | 24,80€ | ISBN 9-783-8698-0000-4

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Buchrezension: Social Media ROI: Messen Sie den Erfolg Ihrer Marketing - Kampagne

„Bei Blanchard finden Sie Antworten auf Ihre Fragen und noch mehr Antworten auf Fragen, an die Sie noch gar nicht gedacht haben.“ So beschreibt Brian Solis im Vorwort von „Social Media ROI“ das Buch von Oliver Blanchard, dem führenden Experten in Markenstrategie und Leiter der Firma BrandBuilder Marketing. Von den ersten Schritten der Strategieplanung, über die richtige Integration ins Unternehmen, bis hin zur finalen Erfolgsmessung beschreibt Blanchard in detaillierten Schritten die richtige Anwendung und neusten Best Practices eines Social Media-Programmes , anwendbar für kleine Startup-Unternehmen genauso wie für die großen Global Player. Besonders Wert liegt er hierbei auf die richtige Planung und Erfolgsmessung von Social Media, um den Unternehmen somit Antwort auf eine der wohl wichtigsten Fragen zu geben – was hab ich eigentlich dann davon? So stellt das gut strukturierte und verständlich geschriebene Werk ein absolutes Muss für jeden dar, der sich ein wenig intensiver mit dem Gebiet der Social Media beschäftigt.

Olivier Blanchard | Addison-Wesley, München 2011 | 356 Seiten | 29,80 Euro | ISBN 9-783-8273-3111-3

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Social Media beim DRK: transparent, relevant und interessant

Welche Social Media-Kanäle nutzt das DRK und welche Themen werden dort kommuniziert?
Wir als DRK-Bundesverband sind seit März 2009 auf Youtube, seit September 2009 auf Facebook und seit Mai 2010 auf Twitter präsent. In erster Linie verstehen wir alle drei Kanäle als Kommunikationsplattform, um alldiejenigen, die Interesse an unserer weltweiten humanitären Arbeit haben, zu erreichen – und das möglichst transparent, relevant und interessant. Dabei ist es uns wichtig, mit unseren Fans, Followern und Abonnenten in den Dialog zu treten und so letztlich Begeisterung und Lust zur Unterstützung des DRK zu wecken. Wir berichten schwerpunktmäßig über aktuelle Themen wie z.B. Katastrophenhilfeseinsätze, aber auch über unsere langfristige Auslandshilfe. Laufende DRK-Kampagnen werden natürlich auch im Social Web bespielt. So haben wir im vergangenen Jahr zum Beispiel zum "Großen Stricken" mit unserem Unternehmenspartner innocent aufgerufen und derzeit bewerben wir unsere Online-Straßenmusikerkampagne auch über Facebook und Twitter. 

Wer bloggt bei Ihnen und welchen Stellenwert hat Ihr Blog für die öffentliche Wahrnehmung Ihrer Organisation/ der Arbeit, die sie weltweit leisten? 
Unmittelbar nach dem Haiti-Erdbeben haben wir im Januar 2010 unseren Blog ins Leben gerufen, um der breiten Öffentlichkeit und vor allem unseren Spendern unmittelbare Einblicke in unsere Hilfsprojekte zu geben. Es sind stets unsere Auslandsdelegierten in den Projekten, die ihre persönlichen Beiträge schreiben. Sie berichten über Ihre Arbeit, Ihren Alltag und die Herausforderungen vor Ort. Für uns zählt hier der Transparenzgedanke. Wir möchten unsere Spender in unsere Arbeit mit hineinnehmen und veranschaulichen, was vor Ort in den Projekten mit ihren Spenden bewirkt wird.

Mitarbeiter und Unterstützer sind oftmals die besten Botschafter. Gibt es beim DRK Guidelines, die ihnen Hilfestellung für den Dialog im Social Web geben? 
Das Deutsche Rote Kreuz ist ein großer föderal gegliederter Verband. Wir haben viele Kreis- und Landesverbände und viele Ehrenamtliche, die im Social Web aktiv sind. Tendenz steigend. Sie alle sind wichtige Multiplikatoren und prägen die Wahrnehmung des DRK in der Öffentlichkeit maßgeblich. Deshalb haben wir einen Leitfaden zum Umgang mit den sozialen Medien entwickelt. Dieser ist in der letzten Abstimmungsphase. Er soll Hilfestellung geben, wie man im Web 2.0 agiert und seine eigene Person in Verbindung mit dem Roten Kreuz darstellt. Wie gehe ich mit Kritik um? Wie darf ich das von der Genfer Konvention geschützte Rotkreuz-Logo verwenden? Was gilt es bezüglich des Datenschutzes zu beachten? Unser Leitfaden greift Fragen wie diese auf. Wir sind gespannt auf das Feedback aus dem Verband.

Lesen Sie weitere Interviews uns Fachartikel zum Thema Social Media im scm-Newsletter (2/2012)

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Sabine Sommer arbeitet seit neun Jahren im Dialogmarketing. Die passionierte Fundraiserin ist beim Bundesverband des Deutschen Roten Kreuzes für den Aufbau neuer Fundraisinginstrumente zuständig. Hier hat sie u.a. nach dem erfolgreichen Relaunch der DRK.de die Social Media Präsenz des DRK aufgebaut. Zuvor hat sie für die Kinderrechtsorganisation Save the Children während der Gründungsjahre den Spenderservice geleitet und Face-to-Face-Kampagnen gesteuert.

 

Buchrezension: Social Media und Location-based Marketing

Dass Social Media als erfolgreiche Werbemaßnahmen eingesetzt werden können, ist heutzutage keine Neuigkeit mehr, doch verzichten kleine und mittlere Unternehmen mit einer lokalen Kundenschaft noch oft darauf. In ihrem Buch „Social Media und Location-based Marketing“ argumentieren Ron Faber und Sönke Prestin anschaulich, warum dies gerade nicht der Fall sein sollte und geben dem Leser einen Einblick wie auch zum Beispiel der lokale Einzelhändler verschiedene Social Media Tools sinnvoll einsetzen kann, welche rechtlichen Fallstricke er dabei vermeiden sollte und was der Trend „Social Media“ für die Zukunft verspricht. Durch die ausführliche Beschreibung der einzelnen Kanäle wie Google Places, Facebook & Twitter, deren optimalen Verwendung und der Veranschaulichung der rechtlichen Aspekte ist das Werk auch für Einsteiger in das Thema Social Media Marketing bestens geeignet und liefert ein praktisches Handbuch für jeden, der sein lokales Marketing im Web 2.0 ausbauen will.

Ron Faber, Sönke Prestin| Carl Hanser Verlag, München 2012 | 241 Seiten | 24,90 Euro | ISBN 9-783-4464-2911-6

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PR 2.0 – Qual oder Quantensprung?

Gut geplant klappt der Einstieg
„Machen Sie mal was mit Twitter und Facebook – ich will auch so ein Social Media“ – mancher Einstieg in die 2.0-Welt der Öffentlichkeitsarbeit hat in solchen Aufforderungen seinen Anfang. Werden einem doch schon seit geraumer Zeit wahre Quantensprünge in der Kommunikation vorher gesagt. Doch nicht selten kann der unkoordinierte und überhastete Start für die Handelnden zur Qual werden. Tatsächlich hat PR 2.0 das Potenzial, die Schwachstellen der Öffentlichkeitsarbeit einer Organisation schonungslos aufzudecken. Wessen Kommunikationsstrategie lücken- oder fehlerhaft ist, dem fliegt das System spätestens im Web 2.0 um die Ohren. Denn in dieser Hinsicht ist das Social Web unerbittlich. Vor allem Widersprüche zwischen Geschäftsalltag und Online-Aktivitäten werden ganz schnell entlarvt. Wer aber seine Hausaufgaben gemacht hat und beim Einstieg folgende Punkte beachtet, schafft es ohne Qual: Verankerung in die Unternehmenskultur und -prozesse; klare Strategie; Integration mit anderen Kommunikationskanälen.
Das heißt folglich, dass auch mehrere Unternehmensbereiche und Disziplinen einbezogen werden müssen: Unternehmenskommunikation, Customer Relationship Management, Vertrieb, Recht, Unternehmenskultur und Personal – je nach Unternehmen kommt noch fallweise der Betriebsrat hinzu.

Veränderte Unternehmenskultur
Die oben genannten Erfolgsfaktoren sind gleichzeitig auch Herausforderungen, die erst einmal zu stemmen sind. Zum einen eine möglicherweise veränderte Unternehmenskultur. Das Thema muss nämlich vom Management und den Führungskräften als strategisch wichtig positioniert werden. Die Chancen, aber auch die Risiken einer neuen Offenheit müssen akzeptiert werden. Zudem verwischen bisher starre Hierarchien und nicht zuletzt schwindet die Kontrolle der Organisation über die Unternehmenskommunikation. Genau deshalb sind klare Regeln für die neue Kommunikation notwendig: was darf kommuniziert werden, wie und von wem. Nicht zu vergessen sind Zeitaufwand und personelle Ressourcen, denn aktive Dialoge müssen dauerhaft geführt und Kritik von Lesern, Bloggern, Journalisten und Usern muss gehört und ernst genommen werden.

Klare Strategie
Wer neue Wege der Öffentlichkeitsarbeit beschreiten will, muss zunächst wissen, worüber das Social Web spricht. Und dazu sollten sich Interessierte eine Netzwerkanalyse gönnen. Die muss keineswegs allzu umfassend sein und wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Wichtiger ist es, ein Gefühl dafür zu bekommen, wer, wo über welche Themen spricht. Das geht einerseits über die bekannten Suchmaschinen, Social Media-Monitoring Tools und über die in zahlreichen Medien integrierte Suchfunktion, etwa in Facebook oder Twitter. So entdeckt der Suchende Blogs, Foren, Räume etc., die als Diskussionsplattform für Themen dienen, die für die eigene Organisation interessant sind. Und so lassen sich auch die Akteure identifizieren.
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Alexander Praun leitet den Workshop "PR 2.0 - Qual oder Quantensprung" bei den Social Media Praxistagen der scm in Frankfurt am 14.03.2012.

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Alexander Praun ist stellvertretender Geschäftsführer bei Communication Consultants GmbH Engel & Heinz und blickt auf mehr als 20 Jahre Erfahrung in Journalismus und PR zurück. Parallel zum Studium der Allgemeinen Rhetorik und Politologie an der Universität Tübingen arbeitete er als freier Journalist, bis er im Jahr 2000 bei Communication Consultants an Bord ging. Der 41-Jährige ist zudem Lehrbeauftragter an der Universität Hohenheim zum Thema„Corporate Social Media im Kommunikationsmanagement“.

 

Buchrezension: Social Comm – Personal & Corporate Social Media

Was macht Online und Social Media Kommunikation auf persönlicher und unternehmerischer Ebene erfolgreich? Mit ihrem im Oktober 2011 erschienenen Buch „Social Comm – Personal und Corporate Social Media“ vermittelt die Autorin und „Onlinerin des Jahres“ 2010, Andrea Zajicek, das passende Rüstzeug für eine erfolgreiche persönliche und unternehmensbezogene Social Media Nutzung. Während sich der erste Teil des Buches mit der individuellen Kommunikation im Social Web auseinandersetzt, vermittelt der zweite Teil einen praxisbezogenen Leitfaden zur Entwicklung einer Social Media-Strategie sowie eines operativen Social Media-Prozesses im Unternehmen. Grundlegendes Know-how zu den einzelnen Social Media-Plattformen als auch Best Cases der Siemens AG, Swarowski, A1 und der Otto Group sind beispielhaft für das praxisorientierte Werk und interessant für alle, die sich für Social Media interessieren.

Andrea Zajicek | Books on Demand, Norderstedt 2011 | 256 Seiten | 24,90 Euro | ISBN 9-783-8423-7375-4

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