Social Media als Instrument für den Auf- und Ausbau der Internen Kommunikation in KMUs

Während die Interne Kommunikation in Konzernen und großen Unternehmen in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, gibt es insbesondere bei kleineren und mittleren Unternehmen (KMUs) oft noch keine echten Strukturen für den innerbetrieblichen Austausch. Die Gründe dafür sind vielfältig:
Manchmal ist es ein mangelndes Bewusstsein für den Bedarf, häufig prägt eine jahrelange Gewohnheit die Haltung, dass der Zuruf über den Schreibtisch, der Flurfunk oder die Rund-E-Mail ja auch funktionieren. Probleme in Sachen Interner Kommunikation treten in KMUs häufig erst dann auf, wenn Wachstum und Expansion veränderte Informations- und Kommunikationsstrukturen erfordern: weil der Zuruf über den Schreibtisch nicht mehr praktikabel ist und weil man nicht mehr davon ausgehen kann, dass jeder Mitarbeiter die für ihn wichtigen Informationen schon „irgendwie“ mitbekommt. Dann zeigt sich auch, dass die Integration neuer Mitarbeiter besser gelänge, wenn Wissen zentral und strukturiert verfügbar ist – und nicht erst durch langwieriges Nachfragen der richtige Ansprechpartner gefunden werden muss, der weiß, wo eine bestimmte Information abgelegt sein könnte.

Vor diesem Hintergrund bietet sich insbesondere für KMUs die Einführung von Social Media Tools für die Interne Kommunikation an. Diese ermöglichen kollaboratives Arbeiten und Wissenstransfer, sind kostengünstig, schnell implementiert und entsprechen den Kommunikationsgewohnheiten gerade der jüngeren Mitarbeiter. Voraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz ist allerdings das Bewusstsein für offene, dialogische und partizipative Strukturen. Unternehmen, die sich darüber im Klaren sind, können von den Vorteilen spürbar profitieren.

Für den Auf- und Ausbau der Internen Kommunikation in KMUs eignen sich Social Media Tools ganz besonders gut, wenn ein Großteil der Arbeitsplätze computerbasiert ist. Für eine erfolgreiche Einführung und Umsetzung gilt es jedoch, einige wichtige Aspekte zu beachten:

Zielorientierte Auswahl: Unternehmen, die noch keine Social Media Tools für die Interne Kommunikation nutzen, sollten sich zuerst über die konkreten Ziele klar werden, die sie damit verfolgen. Soll beispielsweise die schnelle und direkte Kommunikation der Mitarbeiter untereinander gefördert werden, eignet sich die Einführung eines Instant Messenger. Geht es darum, eine zentrale Wissensdatenbank aufzubauen, empfiehlt sich ein unternehmensinternes Wiki.

Weniger ist mehr: Insbesondere während der Einführungsphase ist es zielführender, sich zunächst auf einige wenige Tools zu konzentrieren und diese auch konsequent zu nutzen. Ein Überangebot unterschiedlicher Instrumente wirkt eher abschreckend: ein leeres Wiki oder ein interner Mikroblog, der von niemandem genutzt wird, laden nicht dazu ein, selbst aktiv zu werden. (...)

Lesen Sie den vollständigen Artikel im Newsletter IK im Fokus (1/2012) oder im Buch "Social Media in der Internen Kommunikation".

Zu diesem Thema werden Esther Mahr und Gabriele Horcher, Möller Horcher, einen Workshop im Rahmen der Praxistage Interne Kommunikation 2.0 (18. und 19.9. in Frankfurt) durchführen.

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Esther Mahr ist seit 2007 bei Möller Horcher PR tätig. Als Redakteurin schreibt sie über IT- und Software-Themen. Darüber hinaus beschäftigt sie sich intensiv mit den Bereichen Social Media und Interne Kommunikation, einschließlich Beratung sowie Konzeption und Umsetzung entsprechender Workshops. Esther Mahr hat Germanistik und Medienwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum studiert und eine Weiterbildung zum „Journalist für Pressestellen“ am Journalisten-Zentrum Haus Busch, Hagen, absolviert.

 

Veranstaltungshinweis: Praxistage Interne Kommunikation 2.0

9 Themen – 9 Workshops – 2 Tage

Die Einbindung von Social Media in die Interne Kommunikation von Unternehmen wird in der Fachwelt viel diskutiert. Aktuelle Studien zeigen, dass viele deutsche Unternehmen Social Media Tools in der Internen Kommunikation nutzen oder deren Einführung planen. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von der Erleichterung der Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Führungsebene, optimalem und nachhaltigem Wissensmanagement bis zu Mitarbeiterbindung.

Wie Sie es schaffen, Social Media gezielt für die Interne Kommunikation einzusetzen, welche neuen (technologischen) Möglichkeiten sich bieten und wie sie diese optimal in die Interne Kommunikation einbinden, erfahren Sie in unseren Workshops auf den Praxistagen Interne Kommunikation 2.0 am 18. und 19. September 2012 in Frankfurt.

Die Praxistage Interne Kommunikation 2.0 richten sich an Kommunikationsentscheider, Leiter und Mitarbeiter der Abteilungen Interne Kommunikation, Unternehmenskommunikation, Onlinekommunikation, Intranet, B2E-Portale, eCollaboration, Human Resources und Wissens- und Content-Management von Unternehmen, Verbänden, Institutionen und Agenturen, an Pressesprecher sowie Mitglieder des Vorstands und der Geschäftsleitung und alle, die sich mit dem Thema Social Media in der Internen Kommunikation beschäftigen und ihr Wissen im intensiven Austausch erweitern und vertiefen möchten.

Informationen rund um die angebotenen Workshop, die Keynotes und Referenten finden Sie auf www.scm-praxistage.de oder in unserer Broschüre.

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scm-internekommunikation2_0_praxistage.pdf (2.42 MB)
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Intranet und Social Media – ein Werkstattbericht

Im Frühjahr 2012 wird das neue Intranet des Halbleiter-Herstellers aus München online gehen. Etwa 400 Mitarbeiter rund um den Globus bereiten den Relaunch derzeit vor. Teil des neuen Intranets wird auch eine Social Media-Plattform namens iSpace sein, die allen 26.000 Mitarbeitern weltweit zugänglich ist. Hier können sie persönliche Profile anlegen, Ideen vorstellen und diskutieren, Fragen stellen, Blog- und Microblog-Beiträge veröffentlichen oder selbst organisierte Communities bilden. Mit der Einführung dieses „Business-Facebook“ betritt das Hightech-Unternehmen Neuland.

Sprung auf den Zug ins Ungewisse
In einem Pilotprojekt haben rund 800 Infineon-Mitarbeiter seit Mai 2011 Erfahrungen gesammelt, welche Möglichkeiten das neue Angebot namens iSpace bietet – und wie die neuen Kommunikationsformen in die Routinen des Arbeitsalltags integriert werden können. Der iSpace-Projektleiter Armin Müller zieht das vorläufige Fazit: „Nicht jeder springt sofort auf den Zug ins Ungewisse – viele Kollegen üben Zurückhaltung und schauen zunächst lieber zu.“ Wie wissenschaftliche Arbeiten zur Social Media-Nutzung seit einigen Jahren zeigen, ist der Anteil der passiven Nutzer hoch. Müller: „Während im Web 2.0 nur jeder zehnte Nutzer regelmäßig selbst Beiträge veröffentlicht, liegt der Anteil der aktiven Nutzer in unserem Projekt nach den ersten sechs Monaten bereits bei 35 Prozent.“
Dennoch braucht die Verbreitung – und vor allem die sinnvolle Verankerung in die Kommunikationsabläufe des Arbeitsalltags – Zeit. Auch bei Infineon wurde deutlich, dass erst eine kritische Masse erreicht sein muss, ehe die Anwender spürbaren Nutzen erfahren.

Wissenschaftliche Projekt-Begleitung
Das Christian Doppler-Institut der Universität Salzburg hat das Projekt begleitend evaluiert. Zu Beginn nahm es eine qualitative Untersuchung der Erwartungen und Befürchtungen der Community Manager vor: Es galt herauszufinden, welchen Nutzen sich diejenigen versprechen, die auf der Plattform geschlossene oder offene Gruppen moderieren sollten – und welche Hilfestellung sie benötigen, um möglichst rasch konkrete Erfolge zu erzielen. In Workshops und Trainings wurden sie auf ihre Aufgaben vorbereitet und in der Bedienung der Plattform geschult. Trotzdem war das Pilotprojekt kein Selbstläufer.
Nach einigen Monaten wurden die Nutzer befragt, welchen Nutzen ihnen das Werkzeug gebracht hat, und welche Hindernisse und Risiken sie feststellten. Eine aufschlussreiche Beobachtung bei der Daten-Auswertung war: Das Aktivitätsniveau der verschiedenen Bereiche hatte sich sehr unterschiedlich entwickelt. So gab es früh regen Austausch in der IT, im Vertrieb und in den Forschungs- und Entwicklungsbereichen – also dort, wo es für die Mitarbeiter bereits selbstverständlich ist, über Ländergrenzen und Zeitzonen hinweg virtuell zusammenzuarbeiten.

Lesen Sie den vollständigen Werkstattbericht im IK im Fokus (1/2012).
Pit Hansing wird auf den Praxistagen Interne Kommunikation 2.0 am 18. und 19. September in Frankfurt über dieses Projekt in berichten. 

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Pit Hansing ist seit Januar 2010 Director Internal Communication and Change Management bei Infineon Technologies. Vorher hatte er acht Jahre lang in Kommunikationsabteilungen von Siemens Nixdorf und Siemens gearbeitet  und seit 2006 als Berater der Agenturen Pleon und Cetacea mittelständische und große Unternehmen bei Veränderungskommunikation beraten – seit Sommer 2008 auch Infineon.

Social Business – die Herausforderung der Führungskräfte

Vernetzung, Mobilität und Digitalisierung verändern unsere Gesellschaft in einer enormen Geschwindigkeit – mit grundlegenden Auswirkungen auf Unternehmen und Organisationen. Unter dem Begriff „Social Business“ werden neuen Wege diskutiert, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Gerade Führungskräfte stehen in diesem Veränderungsprozess vor großen Herausforderungen.

Neue Dialog- und Interaktionsmöglichkeiten sowie die mobile Verfügbarkeit von Daten und Informationen verändern das Kommunikationsverhalten der Menschen weltweit und prägen den Umgang mit Information und Wissen. Meinungen überwinden geografische Grenzen, Hierarchien und kulturelle Unterschiede und verbreiten sich mit rasanter Geschwindigkeit. Die schnellen und einfachen Möglichkeiten der Kommunikation und des Austausches revolutionieren die Interaktion und versorgen Menschen mit Wissen und Bildung. Vernetzung, Mobilität und Digitalisierung werden zu zentralen Bausteinen der heutigen Informations- und Wissensgesellschaft. Diese Veränderungen treffen auch Organisationen und Unternehmen mit einer unglaublichen Dynamik.

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Abbildung: Vernetzt, digital, mobil durch Social Business

Im Kontext von „Social Business“, „Social Intranet“ oder „Social Media“ prüfen Unternehmen derzeit die Bedeutung dieser Entwicklung für Kultur, Organisation, Prozesse und für die technologischen Systeme. Insbesondere für Führungskräfte bedeutet diese Entwicklung eine große Herausforderung.

Die Ausrichtung der Unternehmen auf Wissensteilung und Dialog ist eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen, um das Geschäftsmodell und das Unternehmen für den Wettbewerb in der Wissensgesellschaft konkurrenzfähig aufzustellen. Dies geht jedoch nicht ohne das Commitment der Unternehmensspitze (CEO, Vorstand, Board, Inhaber etc.).

Die Prämisse und das Ergebnis ist ein Dialog auf Augenhöhe mit allen unterschiedlichen Stakehol- der-Gruppen – wie z. B. Kunden, Öffentlichkeit, Mitarbeiter. Was sich einfach anhört, bedeutet in der Praxis einen tiefgreifenden Veränderungsprozess, der quer durch das gesamte Unternehmen und alle Fachbereiche geht.

Es ist eine Kultur zu verinnerlichen, die den Dialog und die aktive Wissensteilung belobigt. Das hat eine veränderte Ausrichtung der Steuerungssysteme, wie Zielvereinbarungen, Boni und der Personalprozesse zur Folge. Dabei ist auch zu berücksichtigten, dass Arbeitsformen mobiler und dezentraler werden. Natürlich müssen für diese Arbeitsweisen den Mitarbeitern auch entsprechende Instrumente zur Verfügung gestellt werden, die heute mit „Web 2.0“, „Social Intranet“ oder „Arbeitsplatz der Zukunft“ beschrieben werden. (...)

Lesen Sie des gesamten Artikel und weitere interessante Beiträge im IK im Fokus (2/2012).

Horst Pütz wird zum Thema "Von Social Media zu Social Business" auf der K2-Tagung Interne Kommunikation sprechen, die am 9. und 10. Mai in Köln stattfindet.

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Autor: Horst Pütz ist seit 2008 geschäftsführender Gesellschafter der MCCM Consulting GmbH mit Sitz in Köln. MCCM versteht sich als Architekt von Informations- und Kommunikationssystemen und begleitet Unternehmen bei der Entwicklung und Durchführung von Strategien und Projekten diesbezüglich.

Der studierte Fotodesigner leitete als Geschäftsführer und Vorstand Internet-, TV- und Medienunternehmen. Er war Mitbegründer des Deutschen Multimedia Verbandes (DMMV - heute BVDW). Durch seine Arbeit als Medienproduzent und Medienberater sowie die Erstellung von Studien hat er sich als Übersetzer von Kommunikationsthemen und technischen Umsetzungen positioniert. Horst Pütz ist spezialisiert auf strategische Kommunikationsberatung und das Kommunikations-Controlling.

 

Erfolgsfaktoren eines Management-Blogs – ein Erfahrungsbericht

Seit mehr als fünf Jahren betreibt die Geschäftsleitung von T-Systems Multimedia Solutions unternehmensintern ein eigenes Blog, davon drei Jahre im Social Intranet (Teamweb). Das Blog wird von den Mitarbeitern gut angenommen: mit stetig steigenden Zugriffszahlen, vielen Kommentaren und zum Teil intensiver Diskussion zwischen Geschäftsleitung und Mitarbeitern.

Aus diesen Erfahrungen haben sich folgende Faktoren herauskristallisiert, die den Erfolg des Blogs der Geschäftsleitung ausmachen:

1. Offene und vertrauensvolle Unternehmens- und Kommunikationskultur
Typische Merkmale der Unternehmenskultur bei T-Systems Multimedia Solutions sind ein starker Teamgeist und eine hohe Mitarbeitermotivation. Die Arbeit der Mitarbeiter ist von großen Freiheitsgraden und Eigenverantwortung geprägt. Es werden flache Hierarchien gelebt. Dies spiegelt sich auch in der Kommunikationskultur wider: sie ist offen und vertrauensvoll. Wissen wird allen Mitarbeitern im Intranet zur Verfügung gestellt und ausgetauscht.

2. Kommunikationsaffine und dialogbereite Geschäftsleitung 
In ihren etwa wöchentlichen Blogposts stellt sich die Geschäftsleitung offen der Diskussion mit den Mitarbeitern. Konstruktive Kritik wird 
von der Geschäftsleitung eingefordert. Die Kommentare sind fast durchgängig sachlich und problemlösungsorientiert, mitunter auch kontrovers. Sie dienen ferner dazu, Verbesserungspotentiale aufzudecken. Die Kommentarzahl schwankt je nach Thema stark und beträgt bei intensiven Diskussionen 20-50, im Mittel zurzeit 5,3.

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Die Blogeinträge der Geschäftsleitung erfolgen nach einer detaillierten Zeit- und Themenplanung. Inhalte werden häufig von den Fachbereichen zugeliefert. Bei der finalen Redaktion der Blogposts wird die Geschäftsleitung vom Bereich Interne Kommunikation unterstützt. 

3. Social-Media-affine Belegschaft
Eine Vielzahl der Mitarbeiter von T-Systems Multimedia Solutions ist bereits privat in sozialen Netzwerken aktiv und verfügt über entsprechende Medienkompetenz. Das Durchschnittsalter der Belegschaft beträgt 35 Jahre, der Anteil an Berufsanfängern, vor allem mit Informatik- und Wirtschaftsinformatikhintergrund, ist sehr hoch. Das findet seinen Niederschlag in der Arbeit im Unternehmen: Im Intranet sind nahezu alle Mitarbeiter regelmäßig unterwegs, rund die Hälfte der Mitarbeiter stellt Inhalte auf den Wiki-Seiten ein. Zudem waren 2011 monatlich rund 300 Blogeinträge sowie knapp 500 Kommentare bei rund 1.250 Beschäftigten zu verzeichnen.

4. Das Blog der Geschäftsleitung als ein Instrument im Kommunikationsmix
Das Blog ist bei T-Systems Multimedia Solutions ein wich- tiges Kommunikationsinstrument der Geschäftsleitung im Dialog mit den Mitarbeitern. Allerdings ist es nur ein Instrument im Mix der persönlichen, schriftlichen und elektronischen Kommunikationsmedien, die je nach Kommu- nikationsziel und -thema eingesetzt werden. Besonderes Augenmerk gilt der dialogorientierten Kommunikation im Sinne einer „Geschäftsleitung zum Anfassen“. Dem dient zum Beispiel auch eine offene Stunde der Geschäftsleitung, bei der die Mitarbeiter direkt oder via Live-Stream Fragen stellen können, die die Geschäftsleitung sofort beantwortet. (...)

Lesen Sie den vollständigen Artikel von Dr. Cornelia Mossal und weitere Beiträge zum Thema Social Media in der Internen Kommunikation im IK im Fokus (1/2012).

Der vollständige Beitrag zum Mangement-Blog erscheint im Fachbuch "Social Media in der Internen Kommunikation", welches ab März bei der scm erhältlich ist.

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Dr. Cornelia Mossal ist bei der T-Systems-Tochter Multimedia Solutions für Interne Kommunikation und die strategische Planung der Management-Kommunikation verantwortlich. Zuvor war sie Produktmanagerin bei der Bahntochter DBKom und bei Arcor, der Festnetztochter von Vodafone. Nach ihrem Studium der Betriebswirtschaftslehre war Dr. Cornelia Mossal an der Professur für Kommunikationswirtschaft der Technischen Universität Dresden wissenschaftlich tätig und stand dem Sächsischen Telekommunikationszentrum e.V. als Geschäftsführerin vor.

 

Interne Kommunikation 2012 – Weg von der Werkbank, hin zum Kommunikationsmanagement

9. Tagung Interne Kommunikation von K2 am 9. und 10. Mai in Köln

2012 könnte ein entscheidendes Jahr für Interne Kommunikatoren werden. Schaffen sie es, sich in ihren Organisationen als tatsächliche Kommunikationsmanager zu etablieren? Als kommunikative Coachs und Sparringspartner des Vorstands? Oder fristen sie stattdessen ihr Dasein als bloße Umsetzer, als Anhängsel der externen Kommunikation oder der Human Resources?

Die Chance, sich in den Unternehmen, Verbänden und Organisationen in den kommunikativen Sattel zu schwingen, war noch nie so gut. Das ist vor allem an zwei Entwicklungen festzumachen: dem Fachkräftemangel und dem Medienwandel. Zuvorderst wird vielen Unternehmen derzeit schmerzhaft bewusst, dass sie lange Zeit zu wenig in die Entwicklung einer starken Arbeitgebermarke investiert haben. Doch nur wer sich als attraktiver Arbeitgeber positioniert, hat die Chance, die für ihn richtigen Mitarbeiter zu finden. Und jenseits aller Employer-Branding-Programme, Messestände auf Jobbörsen, Hochglanzbroschüren oder Imagefilme zählt für High Potentials vor allem, wie die schon für das Unternehmen arbeitenden Mitarbeiter ihre Firma beurteilen. Treten sie als Botschafter ihres Arbeitgebers ein? Würden sie einem Jobanfänger zum Einstieg in ihr Unternehmen raten.


Die Bewertung der eigenen Organisation hängt dabei vor allem an der jeweiligen (vorgelebten) Kultur. Nur die Unternehmen, die ihre Mitarbeiter erst nehmen, Entscheidungsprozesse erläutern und Zugänge über alle Hierarchiegrenzen hinweg schaffen, haben zumindest die Möglichkeit, ihre eigenen Angestellten zu Botschaftern zu machen. Und bei all diesen Aspekten – hier schließt sich der Kreis – spielt die interne Kommunikation eine immens wichtige Rolle. Kommunikatoren, denen es gelingt, diese Zusammenhänge zu verdeutlichen, haben eine gute Chance, sich in ihren Einheiten ein besseres Standing zu erarbeiten.

 

Als Argumentationshilfe dazu dient eine aktuelle Forsa-Studie im Auftrag des „stern“, die das Vertrauen der Deutschen in verschiedenen Institutionen untersucht. „Höchst bemerkenswert, ja sensationell“, schreibt Hans-Ulrich Jörges, „erscheint indes, dass der eigene Arbeitgeber bei 81 Prozent der Deutschen vorbehaltloses Vertrauen genießt. Das sind acht Punkte mehr als 2011 – Rang zwei, nur einen Zähler hinter der Polizei.“ Angesichts dieses Werts ist die Chance mit Händen greifbar, die eigenen Mitarbeiter als Multiplikatoren für die Ziele des Unternehmens zu nutzen. Denn das Erstarken der digitalen Kanäle und sozialen Netzwerke machen es jedem Menschen möglich, für seinen Arbeitgeber (medial) Partei zu ergreifen. Und zwar sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld.

Einige Kommunikationschefs haben das schon erkannt. So sagt Emilio Galli-Zugaro, Chef der weltweiten Konzernkommunikation der Allianz, in der Februar-Ausgabe von „brand eins“: „Unsere Aufgabe ist es längst nicht mehr, als Herolde des Unternehmens Botschaften zu verkünden, die uns ohnehin niemand mehr abnimmt. Wir müssen vielmehr helfen, jene in Botschafter des Unternehmens zu verwandeln, die bei Kunden als glaubwürdig wahrgenommen werden: unsere Mitarbeiter.“

Dabei spielt die Führungskräftekommunikation eine entscheidende Rolle. Denn es sind letztlich die unmittelbaren Vorgesetzten, an denen die Mitarbeiter überprüfen, ob die hehren Grundsätze der Unternehmensspitze oder das ausformulierte Leitbild tatsächlich gelebt werden. Doch viele Teamleiter fühlen sich von ihren kommunikativen Aufgaben überfordert. Wie Kommunikatoren es schaffen, die wichtige Zielgruppe der leitenden Angestellten als Multiplikatoren einzubinden, ist daher eine der Hauptfragen, die auf der Tagung behandelt werden.

Zudem spielen die Herausforderungen an interne Kommunikatoren generell eine zentrale Rolle. Klar ist, sie brauchen viele neue Kompetenzen, denn die Anforderungen an die interne Kommunikation sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Anstatt nur Botschaften von der Vorstands- auf die Arbeitsebene zu tragen, müssen interne Kommunikatoren zu wahren Kommunikationsmanagern werden und die unterschiedlichen Rollen als Berater, Coach, Moderator, Medienmacher und Dienstleister ausfüllen. Dazu gilt es, sich mit anderen Disziplinen wie beispielsweise Human Resources oder Legal zu vernetzen. Ein eng verzahntes Zusammenwirken mit der externen Kommunikation ist inzwischen ohnehin obligatorisch, da sich nach der Digitalisierung die Trennung zwischen innen und außen, die saubere Adressierung unterschiedlicher Zielgruppen, kaum mehr aufrecht erhalten lässt. Wie sich interne Kommunikatoren in diesem Spannungsfeld bewegen, wie sie ihre Aufgaben priorisieren können, diesen Fragen möchte die „Tagung Interne Kommunikation“ am 09. und 10. Mai 2012 in Köln nachgehen.

Unsere Referenten schreiben Ihnen keine Königswege für Ihre Interne Kommunikation vor, ermöglichen Ihnen aber durch ihre Praxisberichte spannende Insights und Denkanstöße, die Sie für Ihre eigenen Projekte nutzen können. Die Tagung geht folgenden Fragen nach:

Wie ändert sich die Rolle der Internen Kommunikation? Wie lassen sich Social Media in die Interne Kommunikation integireren? Welcher Medieneinsatz eignet sich für welche Situation? Wie kann die Interne Kommunikation mit anderen Disziplinen zusammenarbeiten? Welche Schritte sind in Veränderungsprozessen ratsam? Wie lässt sich das Informationsbedürfnis der Mitarbeiter befriedigen? Wie kann die Interne Kommunikation zum Aufbau einer starken Arbeitgebermarke beitragen?

Referenten sind u.a.: Michael Janßen (BMW), Sean MacNiven (SAP), Dr. Eric Marzo-Wilhelm (Voith), Edith Meissner (Daimler), Dr. Jan-Paul Ritscher (HSH Nordbank), Philipp Schindera (Deutsche Telekom), Anne Schwindling (Fraport), Klemens Steiner (ERGO), Joachim Tillessen (Coop)

 

Mehr Informationen zur K2-Tagung Interne Kommunikation, dem Programm und den Referenten finden Sie auf k2-gipfel.de

 

 

Was bedeutet Social Media für die Unternehmenskultur?

Eine offene Unternehmenskultur ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Integration von Social Media in die Interne Kommunikation.

Digital Natives, Digital Immigrants, Silver Surfer: Die Gesellschaft wird mittlerweile immer häufiger im Kontext des Web 2.0 kategorisiert. Grund dafür ist die Etablierung des Internets als neue Säule der Massenmedien. Das 1999 veröffentlichte Cluetrain-Manifest mit seinen 95 Thesen beschrieb in Zeiten der New Economy den Einfluss neuer Technologien auf die Kommunikation zwischen Menschen und Märkten, sagte das Ende einseitiger Kommunikation voraus und strich die Bedeutung der Beziehung von Menschen zu Unternehmen hervor. Mittlerweile werden User im Netz zunehmend vom Konsumenten zum Produzenten. Daraus folgt, dass klassische Denkmuster innerhalb der Unternehmen schleunigst durchbrochen werden müssen, um den Anschluss im globalen Wettbewerb nicht zu verpassen und Social Media für effiziente Kommunikation und Zusammenarbeit im Unternehmen nutzen zu können. Dabei müsste aus Sicht der Internen Kommunikation korrekterweise von Enterprise 2.0 anstelle von Social Media gesprochen werden. Die wesentliche Frage lautet also: Sind die Unternehmen bereit für Enterprise 2.0 beziehungsweise Social Media?

Social Media ist innerhalb einer Organisation aber weniger technisches als vielmehr kulturelles Thema. Oft gibt es Reibungspunkte zwischen den kulturellen Anforderungen von Social Media und der im Unternehmen vorhandenen Kultur. Eine Kompatibilität ist nicht automatisch gegeben: Noch immer sind in den Unternehmen oftmals proprietäres Wissen, strenge Hierarchien, Top Down-Kommunikation und klassische Medienstrukturen vorherrschend und stehen Transparenz, Real Time, Dialogorientierung und Partizipation konträr gegenüber. Somit wird deutlich, dass Social Media nicht automatisch in die Unternehmenskultur eingreifen und diese verändern kann. Vielmehr müssen sich Kultur und Struktur eines Unternehmens wandeln und Offenheit, Transparenz und Vernetzung fördern. Die meisten Unternehmen tun sich aber genau damit schwer. Wo muss also angesetzt werden, um Offenheit, Transparenz und Vernetzung zu fördern?

Damit Social Media auf ein geeignetes Fundament trifft, muss sich die Führungskultur eines Unternehmens öffnen und dezentrale Selbststeuerung sowie Eigenverantwortung statt hierarchischer, zentraler Steuerung zulassen. Manager agieren mehr als Moderator denn als Führungskraft. Ein Demand and Control-Führungsstil, bei dem eine Führungskraft Inhalte aussendet und Mitarbeiter diese empfangen, ist nicht länger zeitgemäß. Es muss sich verabschiedet werden von der vertrauten Einwegkommunikation mit abgestimmten Inhalten. Vielmehr verlangt Social Media-Kommunikation nach einer menschlichen Stimme. Der Kommunikationsprozess läuft nicht länger gesteuert ab, bei dem zu viele Hemmschwellen eine offene Kommunikation verhindern. Wenn sich hierarchisch geführte Unternehmen auf Social Media einlassen, müssen sie lernfähig sein und Kommunikationsflüsse in alle Richtungen zulassen. Die Führungskräfte leben diese Art der Kommunikation im Idealfall vor. Dem Thema Ver- trauen kommt in einer offenen Unternehmenskultur eine besondere Bedeutung zu: Je offener die Kommunikation, desto größer ist das signalisierte Vertrauen in die Mitarbeiter. (...)

Lesen Sie den mehr im Newsletter IK im Fokus (1/2012).

Es handelt sich um einen Auszug aus dem Kapitel "Interne Kommunikation 2.0: Unternehmenskultur und Social Media" von Lars Dörfel und Anja Ross (scm) im Trendmonitor Interne Kommunikation 2012.

 

 

Der "Trendmonitor Interne Kommunikation 2011" ist ab sofort bei der scm erhältlich. 

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Um das Thema Internen Kommunikation 2.0 dreht sich auch die Neuerscheinung der scm im März. Mehr Informationen zum Sammelband "Social Media in der Internen Kommunikation", den Sie bereits vorbestllen können, finden Sie auf scmonline.de.