Auf Twitter ein "Best of"

Die Allianz zeigt, dass Social Media auch etwas für eine konservative Branche ist. Welche Kanäle nutzen Sie und welche Zielgruppen sprechen Sie dort an?
Aktuell verfolgen wir vier große Stoßrichtungen: Die breite Öffentlichkeit sprechen wir vor allem auf Facebook und YouTube mit einem Infotainment-Angebot an. Medienvertreter meinen wir über kurze, prägnante Twitter-Postings am besten zu erreichen. Im Employer Branding spielen sowohl Facebook als auch XING und LinkedIn sowie eigene Blogs eine wichtige Rolle. Ihren Kundenstamm beziehungsweise Interessenten wiederum sprechen neuerdings viele Allianz Vertreter über eigene Facebook Pages an – wir unterstützen sie dabei mit einem bunten Content-Angebot und Corporate Design-Tools. Mit großem Interesse verfolgen wir die Entwicklung auf Google+ – hier ist aus unserer Sicht noch nicht abzusehen, wohin die Reise genau geht.

Auf dem Twitter-Account, den Sie als Social Media Communicator betreuen, heißt es: Bei der Allianz geht's um mehr als nur Versicherungen. Welche Themen bieten Sie Ihren Followern?
Als Teil eines großen, internationalen Konzern sind wir in der komfortablen Situation, über sehr viel, sehr unterschiedlichen Content zu verfügen, aus dem ich dann auf Twitter ein "Best of" herausfiltern kann. Immer wieder spannend finde ich z.B. die Studien oder Essays unseres Knowledge-Teams zu Zukunftsthemen wie Demographie, Klima oder Mobilität. Hier wird das "Mehr als nur Versicherungen" authentisch gelebt: Forschung und gesellschaftliches Engagement sind bei uns nicht allein l'art pour l'art, sondern es geht um das Thema Risiko, also unser Kerngeschäft.

Bei der Allianz nutz man Social Media auch für die Interne Kommunikation. Wie werden die internen Blogs und der CIO-Blog von den Mitarbeitern angenommen?
Aktuell bereiten wir den Start einer sehr mächtigen Enterprise 2.0-Plattform vor, die weit über die Blogging-Aktivitäten einzelner Unternehmenspersönlichkeiten – die vornehmlich innerhalb einer Community aus ihrem weiteren persönlichen Umfeld stattfinden – hinausgehen wird. Unser künftiges Ziel ist es, allen Mitarbeitern ein Medium zu gleichberechtigter Kollaboration und Kommunikation zu bieten. 2012 wird spannend!

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Markus Walter hat als Social Media Communicator im Fachbereich Unternehmenskommunikation hat die Web 2.0-Aktivitäten der Allianz Deutschland AG im Blick: Im einen Bildschirmfenster beobachtet er, was im Web über das Finanzdienstleistungsunternehmen gesprochen wird; im anderen hält er u.a. über den Twitter-Account des Unternehmens Kontakt zu Influencern. 
Nach dem Studium der Kommunikationswissenschaft hat Walter als Kulturjournalist gearbeitet, seit 2002 ist er in verschiedenen Bereichen der Allianz Unternehmenskommunikation tätig.

 

Professionelle Blogger Relations in zehn Schritten

Der Blogger, das unbekannte Wesen? Viele Unternehmen nutzen inzwischen Facebook, Twitter oder eigene Blogs für ihre Kommunikation. Doch zahlreiche Pressesprecher und Kommunikationsmanager sind verunsichert, wie sie mit den neuen Meinungsführern umgehen sollen.

Journalisten haben meist eine professionelle Ausbildung und erhalten ihr Gehalt vom Medienunternehmen. Blogger kann jedoch jeder werden, die Blogs finanzieren sich teilweise durch Werbung. PR ist den meisten Journalisten bekannt, doch in der Blogosphäre herrscht eine Abneigung gegen Kommerz und aufdringliche Werbung. Die Blogger sind untereinander gut vernetzt, facebooken und twittern häufig, der Umgangston ist lockerer als bei den Journalisten.

Anbei zehn Tipps, wie Sie bei Blogger Relations vorgehen sollten: 

1) Blogs ernst nehmen
Früher waren die Massenmedien die Informationslieferanten und Meinungsbildner. Durch frei verfügbare Blogdienste wie Wordpress kann jeder einzelne vom Konsumenten zum Publizisten werden. Einige reichweitenstarke Blogs erreichen inzwischen die Leserzahl klassischer Medien. Und auch Journalisten lesen Blogs – so gelangen Themen aus der Blogosphäre in die klassischen Medien. 

Ebenso wie Konsumenten Journalisten in ihrem Urteil vertrauen, so auch etablierten Bloggern. Deshalb müssen Blogger als Multiplikatoren ernst genommen werden. Und gute Beziehungen zu Bloggern helfen ebenso wie Journalistenkontakte in Krisenzeiten.

2) Zielgruppe definieren
Mit Ihrer Unternehmens- oder Markenkommunikation möchten Sie bestimmte Zielgruppen erreichen. Machen Sie sich vorab bewusst, wen Sie ansprechen möchten. 

3) Themen festlegen
Damit sie die richtigen Blogs finden, sollten Sie nicht nur wissen, wen Sie erreichen möchten, sondern auch mit welchen Themen. Im Modebereich gibt es z. B. viele erfolgreiche Blogs. Für unsere Kunden aus dem Nahrungsmittelbereich sprechen wir Blogs an, die sich mit Essen, Kochen und Backen beschäftigen. Letztlich kommt es auf die Branche des Unternehmens und seine Themen an, welche Blogs relevant sind.

4) Kostenlose Tools zur Blogssuche einsetzen
Bei der klassischen PR haben Pressesprecher über die Jahre Kontakte zu den relevanten Journalisten aufgebaut. Die neuen Meinungsführer im Social Web sind den meisten jedoch unbekannt. Also müssen Sie sie identifizieren und ansprechen. Frei verfügbare Tools wie z. B. die Google Blog Suche, Icerocket oder Technorati helfen dabei. (...)

Weitere Tipps finden Sie im scm-Newsletter (1/2012).

Anja Beckmann hält bei den Social Media Praxistagen am 15. März zwei Vorträge zu den Themen Blogs & Blogger Relations sowie Micro-Blogging. 

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Anja Beckmann leitet gemeinsam mit Nadja Amireh get noticed! communications. Die Agentur für PR & Social Media bündelt ihre 20 Jahre PR-Erfahrung aus Unternehmen (Henkel, Kraft Foods, Starbucks) und mehrjährige Social Media Erfahrung. Zu den Agenturkunden gehören der Gebäckhersteller Lambertz, das Lifestyleunternehmen Oregon Scientific und Liro Color, der E-Reader des Buchhandels. Für diese Kunden führen sie u. a. Blogger Relations durch und schreiben ein eigenes Blog für PR & Social Media.