scm-Gesamtprogramm für 2012/ 2013

Das neu erschienene Gesamtprogramm gibt einen umfassenden Überblick über alle Seminare, Intensivkurse, Praxistage und Tagungen für 2012/2013. Ergänzt wird dieser durch Informationen zu Trainern, Lehrinhalten, Teilnehmerstimmen, Publikationen und Anmeldeformalitäten. Inhaltlich widmet sich die scm auch im nächsten Jahr wieder den Themen Interne Kommunikation, Public Relations und Social Media.

Mit Social Media als internes "Veränderungsprojekt" starten wir auch in das zweite Halbjahr. So finden am 18./19. September 2012 in Frankfurt die Praxistage Interne Kommunikation 2.0 statt –zwei intensive Workshoptage zu neun verschiedenen Themen. Am 16./17. Oktober finden dann zum zweiten Mal die Social Media Praxistage statt.
Unser ausführliches Programm erhalten Sie hier als Download.
Gern schicken wir Ihnen unser Programmheft 2012/ 2013 auch postalisch zu. Fragen Sie hier unser Programm an.

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Ihre Meinung ist gefragt: Umfrage zur branchenspezifischen Nutzung von Social Media

Nutzt Ihr Unternehmen bereits Social Media? Haben Sie damit die Nase vorn oder sind die Mitbewerber schon ein Stück weiter?

Dieser Frage geht der erste Arbeitskreis für Social Media in der B2B-Kommunikation auf den Grund. Die scm unterstützt den Arbeitskreis bei der Durchführung der Umfrage „Wer hat die Nase im Wind und wer betreibt business as usual? –Was die einzelnen Branchen bei der Nutzung von Social Media unterscheidet“. 

Die Studie soll Ihnen vor allem eines bieten: Orientierung. Die Ergebnisse sollen nicht nur die Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen beleuchten, sondern vor allem aufzeigen, wie der Status Quo innerhalb einzelner Wirtschaftszweige ist.

Wir würden uns freuen, wenn Sie sich an der Umfrage mit wenigen Minuten Ihrer Zeit beteiligen würden.
Die Auswertung erfolgt selbstverständlich anonym. Die Ergebnisse stellt Ihnen der Arbeitskreis auf Anfrage im Anschluss gerne zur Verfügung. 

Zur Online-Umfrage geht’s hier: http://ww2.unipark.de/uc/Fakultaet_BW/70c3/ 

 

Wir haben das Social Web von Anfang an als eine große Chance gesehen

Über welche Kanäle und mit welchen Themen sprechen Sie Ihre Zielgruppen im Social Web an?
DATEV ist auf zahlreichen Kanälen aktiv. Wichtig ist aus unserer Sicht, dass man sich als Unternehmen überlegt, welche Zielgruppe man wo erreicht und die Themen dann auch entsprechend anpasst. In unserer XING-Gruppe sind eben andere Themen relevant als auf der DATEV Facebook-Karriereseite. Prinzipiell gilt für DATEV, wir schauen uns alle Plattformen an und wählen dann die aus, die für uns im Rahmen der Kommunikationsstrategie sinnvoll sind und auf denen wir unsere Zielgruppen erreichen. Momentan sind dies: Ein eigener Blog als zentraler Informationshub sowie Facebook, Twitter, XING, Google+, Youtube, Flickr und kununu.

Welche Argumente waren für das B2B-Unternehmen DATEV ausschlaggebend, im Social Web aktiv zu werden?
Als Genossenschaft hat DATEV seit jeher eine eigene Community, nämlich die Mitglieder. Deshalb haben wir das Social Web von Anfang an als eine große Chance gesehen. Für DATEV gibt es mehrere Gründe, in sozialen Netzwerken aktiv zu sein. Zum einen wollen wir dort im Internet präsent sein, wo sich unsere Zielgruppe auch aufhält. Dort kommunizieren wir dann aktiv und suchen auch den Dialog und die Interaktion mit der Zielgruppe. Zum anderen dienen unsere Aktivitäten natürlich auch ganz klassischen Marketingzielen, wie dem Aufbau von Bekanntheit und Online-Reputation und dem Steigern von Besucherzahlen auf unseren Online-Kanälen.

Welche Rolle spielt in Zeiten von Social Media die Website eines Unternehmens?
Unsere Unternehmenswebsite spielt im Kommunikationsmix immer noch eine zentrale Rolle. Aber natürlich

liegt hier der Fokus eher auf der Information denn auf Interaktion. Allerdings haben wir schon seit 2000 eine DATEV-eigene Newsgroup in der Mitglieder, Kunden und Interessenten über aktuelle Themen diskutieren und sich untereinander oder mit DATEV-Mitarbeitern über die Nutzung der DATEV-Programme austauschen. Zudem hat man über die Website natürlich auch Zugang zu den Social Media Aktivitäten der DATEV. Diese findet man zentral hier: http://www.datev.de/socialmedia.

Lesen Sie weitere Interviews und Fachartikel zum Thema Social Media im scm-Newsletter (3/2012).

Christian Buggisch ist Referent der K2-Tagung Social Media und Onlinekommunikation am 14. Juni in Düsseldorf. 

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Christian Buggisch ist Leiter der Online-Kommunikation bei DATEV, einem der größten deutschen Software-Häuser und IT-Dienstleister. Nach dem Studium der Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte in Erlangen und Rom war er zunächst als Lektor in einem Stuttgarter Verlag tätig, bevor er das Medium wechselte und als Online-Redakteur bei DATEV in Nürnberg arbeitete. Seit einigen Jahren zeichnet er für die Internet-Aktivitäten von DATEV verantwortlich. 

 

Fünf Tipps zur richtigen B2B-Social-Media-Strategie

Viele Unternehmen, die sich mit ihren Produkten und Services an Endkunden (B2C) wenden, nutzen heute in irgendeiner Form Social Media-Plattformen wie Facebook und Twitter. Firmen mit einem „Business-to-Business“-Geschäftsmodell (B2B) sind da in der Regel wesentlich zurückhaltender, weil sie den Nutzwert von Social Media-Aktivitäten nur schwer abschätzen können. Oft heißt es: „Meine Kunden nutzen kein Social Media“. Doch die Grenzen zwischen privater und beruflicher Nutzung weichen immer stärker auf und auch Business-Entscheider nutzen das Social Web. B2B-Unternehmen können Facebook, Twitter, Xing, Blogs und Foren für die direkte Kommunikation mit ihren Zielgruppen nutzen, wenn sie einige Punkte beachten. Fünf Tipps helfen bei der Konzeption und Umsetzung. 

1. Tipp: Die Zielgruppe definieren
Für jede Form der Kommunikation ist es wichtig zu wissen, mit wem man es eigentlich zu tun hat. An erster Stelle sollte daher die Analyse der Zielgruppe stehen. Im B2B-Umfeld sind die Kunden in der Regel „Profis“. Geschäftsführer, Vorstände und Business-Entscheider in Unternehmen nutzen die sozialen Medien vor allem zum Networking und suchen gezielt nach businessrelevanten Informationen mit Lösungsansätzen. Grundsätzlich gilt: Je spezialisierter ein Thema ist, desto fokussierter ist die Zielgruppe. Bei der Zielgruppendefinition sollten daher Qualitätsaspekte im Vordergrund stehen; die Größe spielt nicht die entscheidende Rolle. Ein hoch spezialisierter Maschinenbauer etwa wird nur eine begrenzte Zahl an Personen finden, für die seine Themen überhaupt relevant sind und die als Kunden in Frage kommen. Diese Entscheider gilt es zu erreichen.

2. Tipp: Das Nutzungsverhalten im Social Web untersuchen
Ist die Zielgruppe identifiziert, ist es wichtig, ihr Verhalten im Social Web zu analysieren. Bei allen Aktivitäten müssen das Nutzungsverhalten und der Bedarf berücksichtigt werden. Steht das Networking im Vordergrund, dient das Internet eher der Recherche, werden Informationen überwiegend nur gelesen oder sogar aktiv Beiträge kommentiert und verfasst? Hierauf muss die eigene Strategie ausgelegt sein. Inhalte müssen relevant sein, Interesse wecken und vor allem Mehrwerte für die Nutzer bieten. Oft hilft es, sich selbst den Spiegel vorzuhalten und sein eigenes Nutzungsverhalten zu analysieren. Würde man selbst das eigene Angebot nutzen? Vielleicht wird die Zielgruppe aber auch am besten über einen Umweg erreicht: Entscheidungen werden in der Regel von Bereichs- und Abteilungsleitern beziehungsweise deren Mitarbeitern vorbereitet – wenn die Chefs im Social Web nicht erreichbar sind, bietet sich hier ein Ansatzpunkt.

3. Tipp: Ziele festlegen
Grundlage aller Maßnahmen ist eine ausgearbeitete Content-Strategie – langfristig angelegt und vorbereitet. Im Mittelpunkt aller strategischen Überlegungen steht der Bedarf der B2B-Zielgruppe. Mehrwerte lassen sich beispielsweise durch hochwertige eigene Inhalte wie Whitepaper, Grafiken, Studien und Fachartikel erzeugen, aber auch durch Stellungnahmen und formulierte Positionen zu Branchenthemen oder Verweise auf Artikel aus der Fachpresse. Mit der Content-Strategie müssen auch Ziele verbunden werden. Welche Ziele lassen sich mit der definierten Zielgruppe überhaupt realisieren? Dies können die Positionierung des Unternehmens, die Etablierung als Expertenplattform im Social Web oder auch der Kommunikationsaustausch mit der Zielgruppe sein. Hat die Community eine „kritische“ Masse erreicht, so kann das Feedback direkt zur Verbesserung von Produkten, Services und Prozessen genutzt werden. (...)

Lesen Sie die zwei weiteren Tipps zum Thema B2B-Social-Media-Strategie im scm-Newsletter (3/2012).

Ingo Notthoff, T-Systems, spricht auf der K2-Tagung Social Media und Onlinekommunikation am 14. Juni zum Thema "Social Media im B2B-Bereich?".

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Autor: Ingo Notthoff ist Senior Manager Public Relations & Online bei T-Systems, die Großkundensparte der Deutschen Telekom. Er verantwortet die externe Social Media-Strategie des internationalen Dienstleisters für Informations- und Kommunikationstechnik. Im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. leitet er die Unit B2B Social Media und ist stellvertretender Vorsitzender der Fachgruppe Social Media. Zuvor war der langjährige Journalist als Pressesprecher des BVDW und als Head of Public Relations der Internetagentur denkwerk tätig. Im Social Web ist er seit über einem halben Jahrzehnt aktiv.

 

 

Eine unschätzbare Möglichkeit für Unternehmen, Einblicke in die Kultur zu gewähren

Ersetzt Social Recruiting über Karriere- bzw. Businessnetzwerke zukünftig klassische Stellenanzeigen?
Gerade traditionellere Berufsgruppen lassen sich noch leichter über Stellenanzeigen erreichen als über Business-Netzwerke. Die Zielgruppen auf Social Media Netzwerken hingegen gehen zum Großteil einem klassischen Bürojob nach – häufig in den Bereichen IT, Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Werbung. Laut einer Studie von LinkedIn sind dabei nur 17 Prozent der Mitglieder aktiv auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Gleichzeitig bieten Business-Netzwerke einen großen Pool an qualifizierten Kandidaten. Für Personalverantwortliche wird daher die Suche über Business-Netzwerke in Zukunft wichtiger werden, da die direkte Ansprache der Kandidaten einfacher ist – und das Unternehmen nicht warten muss, ob sich auf eine Stellenanzeige hin Bewerber überhaupt melden.

Welche Rolle spielen Businessnetzwerke bei der Darstellung der Arbeitgebermarke?
Business-Netzwerke sind für Unternehmen in erster Linie ein Rekrutierungswerkzeug. Wie bereits erwähnt, sind zum Beispiel auf LinkedIn die wenigsten Mitglieder aktiv auf der Suche nach einer neuen Position. Unternehmen müssen die Kandidaten direkt ansprechen. Dabei gehört es zum „guten Ton“, eine gepflegte Unternehmensseite im Business-Netzwerk zu haben, auf der sich die potentiellen Kandidaten informieren können. Nichts ist abschreckender, als bezüglich einer neuen Arbeitsstelle kontaktiert zu werden – und dann über die Firma keine Informationen zu finden.
Außerdem bieten Business-Netzwerke die Möglichkeit, Kandidaten mit Mitarbeitern in Verbindung zu bringen. Unternehmen wie SAP haben hierfür geschlossene Gruppen auf LinkedIn gegründet, in denen sich Angestellte und Kandidaten austauschen können. Das ist eine unschätzbare Möglichkeit für Unternehmen, Einblicke in die Kultur zu gewähren und gemeinsam mit Kandidaten an einer Einschätzung zu arbeiten, ob der potentielle Mitarbeiter auch zum Unternehmen passt. Gleichzeitig ist das ein Lithumus-Test für die Firma: Sind die Mitarbeiter unzufrieden und die Arbeitgebermarke nicht intern gelebt, wird sich das in solchen Gruppen widerspiegeln.

Wie nutzt LinkedIn das Social Web für die eigene Kommunikation?
LinkedIn hat weltweit 150 Millionen Mitglieder, die sich beispielsweise in drei Millionen Gruppen regelmässig austauschen. Im Bereich Public Relations wird mit firmeneigenen Blogs, Facebook, Twitter und einer Reihe ähnlicher Plattformen gearbeitet. In Deutschland haben wir seit der Eröffnung des Standorts in München verschiedene LinkedIn-Gruppen auf den Weg gebracht, LinkedIn DACH auf Facebook und Twitter eröffnet und im April 2012 unsere Social Media-Kampagne „Die sieben Geheimnisse des Berufslebens“ gelauncht. Wir sind uns aber bewusst, dass wir den Markt erst noch kennen lernen müssen und es noch viel zu tun gibt, bevor wir unsere deutschsprachigen Nutzer perfekt „bedienen“.

Gudrun Herrmann ist Referentin der K2-Tagung "Social Media und Onlinekommunikation" am 14. Juni in Düsseldorf.
Weitere Interviews und Fachartikel zum Thema Social Media finden Sie im scm-Newsletter (3/2012).

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Gudrun Herrmann ist Pressesprecherin für LinkedIn Deutschland. Die Spezialistin für Markenstrategie und Technologiekommunikation hat ihr Handwerk bei den internationalen PR-Agenturen Weber Shandwick in Seattle und Ketchum Pleon in München gelernt. Neben ihrer Tätigkeit bei LinkedIn ist sie als Partnerin bei der Unternehmensberatung Venture Pursuit in London tätig. Zu den Kunden, die Gudrun Herrmann im Laufe ihrer Karriere betreut hat, gehören Konzerne wie Microsoft, SAP und Nokia Siemens Networks ebenso wie die Karriere-Plattform Monster.de und zahlreiche Start-ups. 

 

 

 

Zuhören, verstehen, interagieren – neue Kommunikationsmöglichkeiten im Social Web

Unser Kommunikationsverhalten wird durch neue Medien und Technologien rasant beschleunigt. Um als Unternehmen mit diesen Umstellungen Schritt zu halten, ist es ratsam, die Entwicklungen und Diskussionen im Netz genau zu verfolgen. Frühzeitige, proaktive Kommunikation mit Stakeholdern ermöglicht eine nachhaltige Positionierung und eröffnet neue Kanäle für Marketing und Kundenbindung.

Beschleunigung der Kommunikation
Die schnelle Entwicklung der neuen, digitalen Medien erfordert ein Umdenken in unseren Köpfen.  Täglich wird man mit unzähligen Botschaften und Meldungen konfrontiert, deren Relevanz individuell gefiltert und analysiert werden will. Ein Ausbruch aus dieser schnelllebigen Kommunikationskultur ist nur schwer möglich. Die Kadenz der kommunizierten Mitteilungen steigt laufend, immer leichter wird der Zugang zu reichweitenstarken Kommunikationstools. Diese technischen Hilfsmittel erlauben heute beinahe jedem einen freien Zugang zu einer grossen Öffentlichkeit.    

Verschiebung des Machtgefüges
Noch vor einigen Jahren waren  Journalisten, Redakteure und Verlage in der Rolle der Gatekeeper zur Auswahl der publizierten Meldungen. Die Publikation von öffentlichen Beiträgen ist heute leichter denn je – eine klare Tendenz zur Demokratisierung der Medienlandschaft.  Leitmedien haben nach wie vor einen großen Einfluss auf unsere Wahrnehmung, werden jedoch kritisch hinterfragt und oftmals ergänzt mit eigenen Recherchen in die Meinungsbildung übernommen. Diskussionen zu einem Thema werden nicht mehr zentralisiert geführt. Meinungen können über zahlreiche Kanäle und Plattformen publiziert werden. Nicht nur Privatpersonen, auch Unternehmen müssen sich dieser neuen Herausforderung stellen.

Neue Herausforderungen für Unternehmen
Die Zeiten des gewohnten Presseclippings neigen sich dem Ende zu. Medienbeobachtung ist heute nicht mehr punktuell sondern mit einer 360°-Perspektive verbunden. Neue Kommunikationskanäle erfordern innovative Herangehensweisen, damit die unzähligen Diskussionen intelligent ausgewertet werden können. Insbesondere Social Media-Kanäle eröffnen Unternehmen eine Vielzahl neuer Möglichkeiten zur Kommunikation mit Stakeholdern. So öffnen die neuen Medien auch neue Vertriebskanäle und bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Lead-Generierung. Kunden und Interessenten informieren sich heute ausgiebig über Unternehmen und deren Produkte. Sie erfahren auf diese Weise aus erster Hand, wie sich die Produkte und Dienstleistungen entwickeln, welche Neuerungen geplant sind und wo allfällige Probleme zu suchen sind. Studien belegen, dass insbesondere persönliche Empfehlungen im Netz einen starken Einfluss auf die Entscheidungsfindung und das Kaufverhalten haben. Hier gilt, proaktiv und zeitnah zu agieren und Kunden durch aufmerksame Betreuung frühzeitig an den eigenen Brand zu binden. (...)

Lesen Sie den gesamten Beitrag im scm-Newsletter 3/2012.

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Autor: Michael Hartmann ist seit 2011 beim Schweizer Social Media Monitoring-Anbieter Netbreeze als Social Media Manager tätig. Als langjähriger, aktiver Nutzer kennt er die Social Media-Landschaft und berichtet über neue Entwicklungen in der Branche.

Seine Kollegin, Beate Geppert, wird auf der K2-Tagung Social Media und Onlinekommunikation am 14. Juni in Düsseldorf einen Workshop zum Thema "Social Media Monitoring – Messen und Analysieren Sie die Online-Reputation von Unternehmen"

 

 

Wertschätzung macht produktiver - Interview mit Andreas Voß (JPIKOM) über Führungskräftekommunikation

1) Wie motiviert man Führungskräfte dazu, sich als Botschafter gelebter Unternehmenskultur zu verstehen?
Voß: Jede Führungskraft ist Botschafter der Unternehmenskultur – und wenn es nur die Subkultur am eigenen Standort, im eigenen Bereich usw. ist. Kultur beschreibt, wie wir gemeinsam handeln, welches Handlungsprogramm also dem Leben und Arbeiten in Organisationen zugrunde liegt. Die Frage ist: Driftet Ihr Unternehmen auseinander? Gibt es zu viele unterschiedliche Strömungen, die die bereichsübergreifende Zusammenarbeit erschweren? Wenn ja, dann sollten Sie es einmal mit Führungskräfte-Netzwerken versuchen, in denen Sie über die „Stärke schwacher Bindungen“ daran arbeiten, alte Routinen aufzubrechen und die Führungskräfte für Neues zu „öffnen“. Dann hat auch die Unternehmenskultur eine Chance, sich zu verändern.

2) Die Führungskräftekommunikation kann also entscheidend zum Erfolg in Veränderungsprozessen beitragen. Ob Führungskräftekonferenz, Leadership-Portale oder Führungskräfte-Newsletter – es gibt eine Bandbreite an Instrumenten, die in der Führungskräftekommunikation eingesetzt werden. Aber welche Instrumente eignen sich besonders? Nach welchen Kriterien sollte man eine Auswahl vornehmen?
Voß: Entscheidende Kriterien sind die Zielsetzungen der Kommunikation und die Medienkompetenz der Führungskräfte. Wenn es im Change darum geht, Führungskräfte zu Motoren des Wandels zu machen, die Skepsis der Leitwölfe zu brechen, dann können sie nicht nur mit informativen Medien arbeiten – mit therapeutischen Gesprächskreisen aber ebenso wenig. Hilfreich sind zumeist Mischformate, die klar strukturierte Informationsvermittlung, gemeinsame Zusammenarbeit und Dialog gleichermaßen ermöglichen. Von super-innovativen Leadership-Portalen zum Selbstzweck halte ich nichts. Häufig sind die Führungskräfte noch nicht so weit und nutzen die Portale überhaupt nicht. Wer in einem Unternehmen mit technik-affinen Führungskräften arbeitet, der kann sich glücklich schätzen und auch medial experimentieren. 

3) Es geht nichts über die persönliche Kommunikation. Welche Rolle spielen die viel gepriesenen Social Media in der Kommunikation nach innen und außen, und wie beeinflussen diese die Unternehmenskultur? 
Voß: Den ersten Satz würde ich so nicht unterschreiben. Wenn Sie wichtige Entscheidungen vermitteln müssen, dann können Sie auf schriftliche Kommunikation nicht verzichten – allein aus Gründen der Verbindlichkeit. Von Verbindlichkeit zu Transparenz ist es nicht weit. Social Media sind dort hilfreich, wo sie im Unternehmen zu mehr Transparenz und Verständigung beitragen. Und natürlich kann eine offene(re) Feedbackkultur nicht schaden; wenn die Leute lernen, damit umzugehen.

4) Am Ende sucht der Mitarbeiter vor allem Wertschätzung. Wie schafft es die Führungskraft Ihrer Meinung nach, die Wertschätzung und somit auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu steigern?
Voß: Wertschätzung ist eine ureigene Frage des Führungsstils. Sind Sie heute schon gelobt worden? Und wenn es nur für eine Kleinigkeit ist, es macht Sie produktiver. Hinzu kommt: Wenn Sie über die Führungskräftekommunikation den Leadern im Unternehmen gutes Material an die Hand geben und ein vollständiges Bild vom Geschehen im Unternehmen vermitteln, dann werden die Abteilungs-, Team- und Gruppenleiter ihre Aufgabe der Mitarbeiterinformation und -orientierung deutlich besser erfüllen können. Das ist es, was Führung (oder Führungskommunikation) bedeutet. Damit geht immer Wertschätzung einher.

Weitere Interviews finden Sie in unserem Newsletter IK im Fokus (2/2012).

Andreas Voß ist Referent der K2-Tagung Interne Kommunikation am 9./10. Mai in Köln. 
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Andreas Voß ist Geschäftsführer der JP|KOM GmbH, wo er bereits seit 2006 als PR-Berater und seit 2010 als stellvertretender Geschäftsführer tätig war. Seine Karriere begann Voß 1999 als Bankkaufmann bei der WestLB. 

 

Buchrezension: Der Twitter Faktor

Mit „Der Twitter Faktor“ geben Stefan Berns und Dirk Henningsen dem Leser einen Leitfaden zur richtigen Nutzung des Social Media Tools Twitter. Beginnend mit einer allgemeinen Beschreibung des Kanals, dessen Entwicklung und Vorteile bei der Anwendung im Marketingbereich, beschreiben die Autoren sinnvolle Verwendungen und die richtige Verwaltung des eigenen Twitter-Accounts, geben Praxisbeispiele, weisen auf rechtliche Fallen hin und führen eine Liste mit Twitter-Tools auf, die man zur Vereinfachung verwenden kann.
Auch auf die spezielle Verwendung für den Alltag im Unternehmen gehen die Twitter-Coaches in einem Kapitel ein und führen Ihre Interviews mit zehn verschiedenen Unternehmen, wie unter anderem die Vodafone Group, zu ihrer Verwendung von Twitter in den Best Practice-Beispielen auf. Auch wenn die erwähnten Statistiken und Links alle nicht mehr auf dem aktuellsten Stand sind und das Buch für erfahrenere Twitterer nicht so sehr zu empfehlen ist, liefert das Werk einen guten Einblick in das Phänomen Twitter und kann dem Leser beim Beginnen eines eigenen Accounts durchaus hilfreich sein.

Stefan Berns, Dirk Henningsen | BusinessVillage, Göttingen 2010 | 308 Seiten | 24,80€ | ISBN 9-783-8698-0000-4

Weitere Rezensionen finden Sie in unserem scm-Newsletter (2/2012).


 

Buchrezension: Social Media ROI: Messen Sie den Erfolg Ihrer Marketing - Kampagne

„Bei Blanchard finden Sie Antworten auf Ihre Fragen und noch mehr Antworten auf Fragen, an die Sie noch gar nicht gedacht haben.“ So beschreibt Brian Solis im Vorwort von „Social Media ROI“ das Buch von Oliver Blanchard, dem führenden Experten in Markenstrategie und Leiter der Firma BrandBuilder Marketing. Von den ersten Schritten der Strategieplanung, über die richtige Integration ins Unternehmen, bis hin zur finalen Erfolgsmessung beschreibt Blanchard in detaillierten Schritten die richtige Anwendung und neusten Best Practices eines Social Media-Programmes , anwendbar für kleine Startup-Unternehmen genauso wie für die großen Global Player. Besonders Wert liegt er hierbei auf die richtige Planung und Erfolgsmessung von Social Media, um den Unternehmen somit Antwort auf eine der wohl wichtigsten Fragen zu geben – was hab ich eigentlich dann davon? So stellt das gut strukturierte und verständlich geschriebene Werk ein absolutes Muss für jeden dar, der sich ein wenig intensiver mit dem Gebiet der Social Media beschäftigt.

Olivier Blanchard | Addison-Wesley, München 2011 | 356 Seiten | 29,80 Euro | ISBN 9-783-8273-3111-3

Weitere Rezensionen finden Sie in unserem scm-Newsletter (2/2012).


 

Social Media beim DRK: transparent, relevant und interessant

Welche Social Media-Kanäle nutzt das DRK und welche Themen werden dort kommuniziert?
Wir als DRK-Bundesverband sind seit März 2009 auf Youtube, seit September 2009 auf Facebook und seit Mai 2010 auf Twitter präsent. In erster Linie verstehen wir alle drei Kanäle als Kommunikationsplattform, um alldiejenigen, die Interesse an unserer weltweiten humanitären Arbeit haben, zu erreichen – und das möglichst transparent, relevant und interessant. Dabei ist es uns wichtig, mit unseren Fans, Followern und Abonnenten in den Dialog zu treten und so letztlich Begeisterung und Lust zur Unterstützung des DRK zu wecken. Wir berichten schwerpunktmäßig über aktuelle Themen wie z.B. Katastrophenhilfeseinsätze, aber auch über unsere langfristige Auslandshilfe. Laufende DRK-Kampagnen werden natürlich auch im Social Web bespielt. So haben wir im vergangenen Jahr zum Beispiel zum "Großen Stricken" mit unserem Unternehmenspartner innocent aufgerufen und derzeit bewerben wir unsere Online-Straßenmusikerkampagne auch über Facebook und Twitter. 

Wer bloggt bei Ihnen und welchen Stellenwert hat Ihr Blog für die öffentliche Wahrnehmung Ihrer Organisation/ der Arbeit, die sie weltweit leisten? 
Unmittelbar nach dem Haiti-Erdbeben haben wir im Januar 2010 unseren Blog ins Leben gerufen, um der breiten Öffentlichkeit und vor allem unseren Spendern unmittelbare Einblicke in unsere Hilfsprojekte zu geben. Es sind stets unsere Auslandsdelegierten in den Projekten, die ihre persönlichen Beiträge schreiben. Sie berichten über Ihre Arbeit, Ihren Alltag und die Herausforderungen vor Ort. Für uns zählt hier der Transparenzgedanke. Wir möchten unsere Spender in unsere Arbeit mit hineinnehmen und veranschaulichen, was vor Ort in den Projekten mit ihren Spenden bewirkt wird.

Mitarbeiter und Unterstützer sind oftmals die besten Botschafter. Gibt es beim DRK Guidelines, die ihnen Hilfestellung für den Dialog im Social Web geben? 
Das Deutsche Rote Kreuz ist ein großer föderal gegliederter Verband. Wir haben viele Kreis- und Landesverbände und viele Ehrenamtliche, die im Social Web aktiv sind. Tendenz steigend. Sie alle sind wichtige Multiplikatoren und prägen die Wahrnehmung des DRK in der Öffentlichkeit maßgeblich. Deshalb haben wir einen Leitfaden zum Umgang mit den sozialen Medien entwickelt. Dieser ist in der letzten Abstimmungsphase. Er soll Hilfestellung geben, wie man im Web 2.0 agiert und seine eigene Person in Verbindung mit dem Roten Kreuz darstellt. Wie gehe ich mit Kritik um? Wie darf ich das von der Genfer Konvention geschützte Rotkreuz-Logo verwenden? Was gilt es bezüglich des Datenschutzes zu beachten? Unser Leitfaden greift Fragen wie diese auf. Wir sind gespannt auf das Feedback aus dem Verband.

Lesen Sie weitere Interviews uns Fachartikel zum Thema Social Media im scm-Newsletter (2/2012)

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Sabine Sommer arbeitet seit neun Jahren im Dialogmarketing. Die passionierte Fundraiserin ist beim Bundesverband des Deutschen Roten Kreuzes für den Aufbau neuer Fundraisinginstrumente zuständig. Hier hat sie u.a. nach dem erfolgreichen Relaunch der DRK.de die Social Media Präsenz des DRK aufgebaut. Zuvor hat sie für die Kinderrechtsorganisation Save the Children während der Gründungsjahre den Spenderservice geleitet und Face-to-Face-Kampagnen gesteuert.