Ich bin leidenschaftlicher Evangelist für Evangelismus

Sie sind u.a. Manager eines Teams, das sich Evangelisten nennt. Was muss man sich darunter vorstellen?
Der Begriff Evangelisten bezieht sich auf den griechischen Wortstamm „der die gute Nachricht bringt“. Idee ist, dass ein Mensch mit Ecken und Kanten, Vorlieben und Empathie zum Thema Sprecher und Vertreter ist. Jemand, der das Produkt lebt und liebt. Dabei soll sie oder er nicht ein Sprachrohr für Werbeaussagen sein, sondern realistisch Vor- und Nachteile darstellen, auf Fragen und Probleme antworten und Ideen versprühen. Dabei muss ein Evangelist auf der einen Seite anerkannter Experte in seinem Feld sein und zugleich ein hervorragender Netzwerker und Sprecher. Für mich sind Evangelisten die positive Antwort auf die Herausforderungen, die Social Media an Marketing stellt. Wer sich für das Thema interessiert, sollte mit dem Buch von Guy Kawasaki anfangen oder mir eine Mail schreiben. Ich bin leidenschaftlicher Evangelist für Evangelismus. Merkt man, oder?

Im Bereich des mobilen Internets, mobiler Endgeräte sind die Anwendungsmöglichkeiten schon heute vielfältig. Wo sehen Sie zukünftige Trends und Innovationen?
Achtung, die Antwort wird länger. Man hat mich mal zu einem Vortrag mit diesem Titel gebeten und ich bin beinahe dran verzweifelt. Wenn man eine Liste möglicher Weiterentwicklungen aufstellt, hört die gar nicht mehr auf. Daher habe ich mir ein kleines Modell gebaut (Siehe http://blogs.msdn.com). Lassen Sie uns zu Beginn die Frage stellen, was mobile Endgeräte eigentlich ausmachen? Zunächst einmal haben sie eine Unzahl von Sensoren eingebaut. Angefangen von GPS, Luftdruck, WLAN (kann man auch für Ortsmessung nutzen), Helligkeit, Touch und vieles Anderes. Sie können aber per Bluetooth oder NFC im Prinzip alles messen, was man elektronisch messen kann: Blutdruck, Blutzucker, Herzfrequenz, Radioaktivität, was immer. Ähnliches gilt für Aktoren. Telefone haben ein Display, Lautsprecher, Vibrationsalarm, können per Funk das Auto aufschließen, den Bankautomaten bedienen. Ein weiterer Aspekt ist die Personalität des Geräts. Ich frage schon seit mehreren Monaten bei jeder Gelegenheit, wer sein Mobiltelefon mit jemand anderem teilt. Bisher habe ich noch keinen getroffen. Es identifiziert uns über eine eindeutige Seriennummer in der SIM Karte. Es hat unsere privaten Bilder, Kontakte, SMS, Email. Nächster Aspekt: Es ist mit dem Internet verbunden – immer. Damit hat es Zugriff auf unbegrenzt Speicher und unbegrenzt Rechenleistung, kurz: Cloud Computing. In der Cloud gibt es grob zwei Dinge. Inhalte als Video, Audio, Text – kurz Wissen in jeder Darreichungsform. Und es gibt Services. Von der Bank-Überweisung, Reisebuchung, Email und Chat, vieles mehr. Das Faszinierende sind jetzt Apps. Sie verbinden die verschiedenen Aspekte des Geräts – also ein paar Sensoren hier mit ein paar Aktoren da und der Benutzeridentifikation dort plus ein oder zwei Online-Dienste – und fertig ist die Anwendungsmöglichkeit. Wenn man sich das mal gedanklich auf ein Blatt Papier, Verzeihung, auf seinen Tablet malt, dann wird jede Lösung ein Graph. Man verbindet Knoten – sprich Sensoren, Aktoren, Online-Dienste, etc. – miteinander.

Falls Sie mich jetzt fragen, wie viel Innovationspotential steckt in mobilen Endgeräten, würde ich auf das Model verweisen. Jede mögliche Lösung ist ein Graph. Wir haben beinahe unbegrenzt viele mögliche Knoten und noch viel mehr Verbindungsmöglichkeiten. Die Anzahl der Permutationen ist enorm groß und damit das Feld für Innovationen. Ein fast schon mathematischer Beweis.

Zur Frage nach Trends: Das würde ich reduzieren auf zwei wesentliche Trends: Mobile first und Simplexity. Jede Entwicklung, die zurzeit läuft und mobile Endgeräte nicht als primäres Endgerät hat, sollte überdacht werden. Im Jahr 2015 wird statistisch jeder Erdenbürger auch Mobilfunker sein, wie viel größer kann ein Markt werden? Mit Simplexity meint man einen typischen Prozess in der konsumenten-orientierten Technologie. Zunächst entwickelt sich eine Technologie, in dem sie Bekanntes nachmacht. Beim Mobiltelefon war es schlichtweg das kabelgebundene Telefon. Man hatte also Zehnertastatur und Klingelton. Dann kommen neue, eigene Dienste. Von SMS bis hin zu sozialen Netzen und Navigation. Ein heutiges Handy sieht überhaupt nicht mehr aus wie ein Tischapparat. Damit kommt aber auch Komplexität, dass viel technisches Verständnis vom Benutzer braucht. Wir erleben gerade, wie man diese Komplexität aus den Augen des Benutzers nimmt. Sie geht nicht weg, sie wird ins Backend verlagert und der Benutzer bekommt ein einfaches, intuitives Interface. Nehmen wir Apps mal als Beispiel. Heute erwarten Mobiltelefone, dass ich selber Daten und Fakten aus verschiedenen sozialen Netzen zusammenbringe, in dem ich durch diverse Apps hüpfe. Bei Windows Phone wird dies im People Hub für mich erledigt. Einfach und übersichtlich für den Benutzer. (...)

Das vollständige Interview mit Frank Fischer finden Sie im scm-Newsletter (1/2012).

Frank Fischer hält bei den Social Media Praxistagen am 14. März die Keynote.

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Frank Fischer ist Lead der Windows Phone Business Group bei Microsoft Deutschland und verantwortet das Geschäft und das Marketing im Bereich mobiler Endgeräte. Im Laufe seiner Karriere hat er in vielen unterschiedlichen Bereichen der IT gearbeitet, so kann er auf Erfahrungen vom Netzwerk-Administrator bis hin zum Programmierer von Embedded-Systems zurückgreifen. Nach dem Motto "Im Mittelpunkt sollte immer der Endbenutzer stehen" hatte Fischer die neuen Möglichkeiten, die Microsoft .NET bietet, vertreten. Das Thema Cloud-Computing und die Zukunft des mobilen Internet sind Fokus seiner derzeitigen Arbeit - speziell der Start von Windows Phone 7 im deutschen Markt.

 

 

 

 

 

 

Professionelle Blogger Relations in zehn Schritten

Der Blogger, das unbekannte Wesen? Viele Unternehmen nutzen inzwischen Facebook, Twitter oder eigene Blogs für ihre Kommunikation. Doch zahlreiche Pressesprecher und Kommunikationsmanager sind verunsichert, wie sie mit den neuen Meinungsführern umgehen sollen.

Journalisten haben meist eine professionelle Ausbildung und erhalten ihr Gehalt vom Medienunternehmen. Blogger kann jedoch jeder werden, die Blogs finanzieren sich teilweise durch Werbung. PR ist den meisten Journalisten bekannt, doch in der Blogosphäre herrscht eine Abneigung gegen Kommerz und aufdringliche Werbung. Die Blogger sind untereinander gut vernetzt, facebooken und twittern häufig, der Umgangston ist lockerer als bei den Journalisten.

Anbei zehn Tipps, wie Sie bei Blogger Relations vorgehen sollten: 

1) Blogs ernst nehmen
Früher waren die Massenmedien die Informationslieferanten und Meinungsbildner. Durch frei verfügbare Blogdienste wie Wordpress kann jeder einzelne vom Konsumenten zum Publizisten werden. Einige reichweitenstarke Blogs erreichen inzwischen die Leserzahl klassischer Medien. Und auch Journalisten lesen Blogs – so gelangen Themen aus der Blogosphäre in die klassischen Medien. 

Ebenso wie Konsumenten Journalisten in ihrem Urteil vertrauen, so auch etablierten Bloggern. Deshalb müssen Blogger als Multiplikatoren ernst genommen werden. Und gute Beziehungen zu Bloggern helfen ebenso wie Journalistenkontakte in Krisenzeiten.

2) Zielgruppe definieren
Mit Ihrer Unternehmens- oder Markenkommunikation möchten Sie bestimmte Zielgruppen erreichen. Machen Sie sich vorab bewusst, wen Sie ansprechen möchten. 

3) Themen festlegen
Damit sie die richtigen Blogs finden, sollten Sie nicht nur wissen, wen Sie erreichen möchten, sondern auch mit welchen Themen. Im Modebereich gibt es z. B. viele erfolgreiche Blogs. Für unsere Kunden aus dem Nahrungsmittelbereich sprechen wir Blogs an, die sich mit Essen, Kochen und Backen beschäftigen. Letztlich kommt es auf die Branche des Unternehmens und seine Themen an, welche Blogs relevant sind.

4) Kostenlose Tools zur Blogssuche einsetzen
Bei der klassischen PR haben Pressesprecher über die Jahre Kontakte zu den relevanten Journalisten aufgebaut. Die neuen Meinungsführer im Social Web sind den meisten jedoch unbekannt. Also müssen Sie sie identifizieren und ansprechen. Frei verfügbare Tools wie z. B. die Google Blog Suche, Icerocket oder Technorati helfen dabei. (...)

Weitere Tipps finden Sie im scm-Newsletter (1/2012).

Anja Beckmann hält bei den Social Media Praxistagen am 15. März zwei Vorträge zu den Themen Blogs & Blogger Relations sowie Micro-Blogging. 

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Anja Beckmann leitet gemeinsam mit Nadja Amireh get noticed! communications. Die Agentur für PR & Social Media bündelt ihre 20 Jahre PR-Erfahrung aus Unternehmen (Henkel, Kraft Foods, Starbucks) und mehrjährige Social Media Erfahrung. Zu den Agenturkunden gehören der Gebäckhersteller Lambertz, das Lifestyleunternehmen Oregon Scientific und Liro Color, der E-Reader des Buchhandels. Für diese Kunden führen sie u. a. Blogger Relations durch und schreiben ein eigenes Blog für PR & Social Media.


 

Social Media Praxistage

Die scm veranstaltet am 14. und 15. März die Social Media Praxistage in Frankfurt am Main. Unter dem Motto „Fit für PR und Marketing im Social Web“ arbeiten Social Media-Experten zwei Tage lang mit den Teilnehmern in zehn Workshops zu Themen wie Pressearbeit 2.0, Mobile Marketing und der Nutzung von Facebook und Google+ in der Kommunikation.

Die Social Media Praxistage bieten Mitarbeitern aus den Bereichen Marketing und PR sowie verwandten Disziplinen die Möglichkeit, ihr Wissen in den praxisnahen Workshops zu vertiefen und auszubauen. Frank Fischer (Microsoft) und Alexander Lengen (Opel) eröffnen beide Tage durch ihre jeweiligen Keynote. Eine Diskussionsrunde sowie ein Get-Together bieten Raum zum Austausch und Networking mit Kollegen.

Referenten wie u.a. Anja Beckmann (get noticed!), Thomas Zich (Wunderknaben), Christian Pansch (construktiv) und Maren Heltsche (Ausschnitt Medienbeobachtung) arbeiten mit den Teilnehmern in Workshops zwischen 90 und 180 Minuten an ihren Top-Themen, um die Potentiale und Funktionsweisen der verschiedenen Social Media-Kanäle aufzuzeigen und Strategien für die Anwendung in der Unternehmenskommunikation zu entwickeln.

Click here to download:
Social_Media_Praxistage_web.pdf (424 KB)
(download)

 

Die zielgruppenorientierte und integrierte Kommunikation ist derzeit die größte Herausforderung

Vodafone musste mit dem Weggang von Carmen Hillebrand auf „sein Gesicht“ im Social Web verzichten. Hat sich das auf die Community ausgewirkt?
Natürlich. Carmen war ja – nicht zuletzt weil Sie in diesem Medium in sehr schwierigen Zeiten die „Frontfrau“ war – in der Community bekannt. Das persönliche Bedauern vieler Community-Mitglieder habe ich mitbekommen. An die Nutzungszahlen unserer Social Media Channels hat sich allerdings nichts geändert.

Was unternimmt ein Telekommunikationsunternehmen, damit seine Mitarbeiter fit für Social Media sind?
Seit 2006 regen wir immer wieder zur Nutzung dieser Medien an. Ob durch interne Blogs, ExCo-Streamings mit Chat, XING-Gruppen... Und nicht zuletzt haben wir Social Media Guidelines, die den Mitarbeitern wichtige Infos und Tipps geben.

Was sind die Herausforderungen Ihrer Arbeit mit Social Media?
Wenn man einen Social Media-Kanal betreibt, muss eines klar definiert sein: Was soll er bezwecken? Dem Besucher muss klar sein, was er dort findet und was er erwarten kann. Wie im realen Leben. Ich gehe nicht in eine Eisdiele und frage nach Schmieröl für meinen 1956 Dodge (nein, ich habe keinen...). Die Definition der Zielgruppen sowie die zielgruppenorientierte und integrierte Kommunikation ist für mich derzeit die größte Herausforderung. Gerade, wenn wie bei uns Social Media an vielen Stellen im Unternehmen gemacht wird.

Lesen Sie weitere Interviews und Beiträge zum Thema Social Media im scm-Newsletter (4/2011)

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Michael Hufelschulte ist Coporate Online Communications Manager bei Vodafone Deutschland. Nach einer kaufmännischen Ausbildung begann er seine Karriere mit dem Aufbau und der Pflege des Compuserve Forums. Seit 1994 ist Hufelschulte in verschiedenen Funktionen bei Vodafone tätig, u.a. als Marketing Produktmanager Employee Self Service, technischer Projektleiter für Online-Appilikationen und Intranet Manager für Vodafone Deutschland. Neben seiner beruflichen Tätigkeit absolvierte Michael Hufelschulte ein Studium zum PR-Manager.

 

Man muss auf kritische Reaktionen vorbereitet sein

Gab es anfänglich Bedenken, mit einem sensiblen Thema wie der Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr im Social Web aktiv zu werden?
Wir haben uns im Vorfeld intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, ob das Social Web überhaupt ein sinnvoller Kanal für uns ist. Welche Plattformen sind für uns relevant? Wie wollen wir diese in unsere bestehende Kommunikation integrieren? Die Entscheidung, Social Media für uns zu nutzen, lag auf der Hand. Denn eines unserer wichtigsten Kommunikationsziele ist die kontinuierliche Information von Eltern darüber, wie sie ihre Kinder sicher im Straßenverkehr transportieren können. Hier herrscht nach wie vor ein hoher Aufklärungsbedarf. Wir wissen zudem, dass wir unsere Zielgruppe sehr gut über das Web erreichen können. Hier recherchieren junge oder werdende Eltern und tauschen sich in Foren intensiv aus. Deshalb suchen wir genau dort den Dialog – gerade weil Sicherheit ein so wichtiges Thema ist, zu dem wir viel beitragen können. Unseren Fokus haben wir sowohl auf Facebook als auch auf unsere eigene Social Media-Plattform ‚Baby an Bord‘ gelegt. Aus unserer bisherigen Kommunikation und dem intensiven Kontakt mit der Zielgruppe war uns natürlich bewusst, dass das Thema Kindersicherheit sehr emotional ist. Man muss auf kritische Reaktionen vorbereitet sein, auch und vor allem im Internet. Wichtig ist uns einerseits, kritisch diskutierte Themen im Web und auf unseren Plattformen genau zu beobachten. Um schnell und transparent reagieren zu können, müssen wir uns hierbei untereinander gut abstimmen. Auf der anderen Seite wollen wir natürlich sicherstellen, dass die Aufbereitung unserer Informationen optimal an den Kanal angepasst ist.

Für viele Unternehmen stellt sich die Frage, wie sie Social Media in die Organisationsstruktur integrieren. Wie sind Sie vorgegangen?
Auch das ist eine wichtige Frage, die man sich unbedingt stellen sollte, bevor man anfängt im Web aktiv zu werden. Denn zum einen muss man in der Lage sein, schnell und ohne lange Abstimmungsschleifen reagieren zu können. Und zum anderen hat man zumindest am Anfang oft keine zusätzlichen Mitarbeiter zur Verfügung. Auch bedarf es oftmals interner Aufklärungsarbeit. Wir haben Social Media deshalb nach und nach aufgebaut. Aktuell liegt die Leitung in der PR-Abteilung, die eng verzahnt mit dem Kundendienst und internen Experten zusammenarbeitet. Auf unserem Blog ‚Baby an Bord’ kommen deshalb unsere Mitarbeiter von Britax Römer mit ih- rem Fachwissen zu Wort, berichten beispielsweise über die Entwicklung eines Kindersitzes oder erklären die Funktionsweise unserer Crashtest-Anlage. Diese Beiträge kommen sehr gut an und werden viel und gerne gelesen. Darüber hinaus versuchen wir Social Media auch kontinuierlich in die klassischen Kommunikation zu integrieren. (...)

Lesen Sie das gesamte Interview sowie weitere Artikel zum Thema Social Media im scm-Newsletter 4/2011.

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Nina Schröer arbeitet sein Juli 2010 als European PR & eMarketing Manager bei Britax Römer. Das Unternehmen ist ein führender Anbieter von Autokindersitzen, Kinderwagen, Fahrradkindersitzen und Babytragen. Vor Britax Römer war sie sieben Jahre in einer internationalen PR-Agentur in München tätig und hat Kunden im den Bereichen der Marken-, Produkt- sowie Krisenkommunikation beraten. Besondere Expertise hat sie in den Themen Consumer Goods, Consumer Electronics, Social Media sowie im Interimsmanagement.

 

 

 

 

Was potentielle Arbeitnehmer in den sozialen Medien wirklich anspricht

Der „war for talents“ beherrscht die deutsche Unternehmenslandschaft: Die Aufgabe, geeignete Mitarbeiter für wichtige Schlüsselpositionen zu gewinnen, gilt als einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren für Unternehmen. Das Schalten einer Stellenanzeige ist dafür schon lange nicht mehr ausreichend. Die klassische Recruiting-Strategie, die noch im Frühjahr gehalten hat, geht im Herbst nicht mehr auf: Die Bewerber bleiben aus, der dringende Bedarf steigt und damit häufig auch die Kosten. 

Der Weg über die sozialen Medien ist dabei heute schon ein starker Einflussfaktor und trägt für einige Unternehmen erfolgreich zur Bildung einer starken Arbeitgebermarke bei. Die Erfahrung zeigt jedoch auch, dass nur wenige Arbeitgeber messbare Erfolge durch Employer Branding in Social Media und durch Social Recruiting – die Nutzung von Social Media um zukünftige Talente zu rekrutieren – aufweisen können.

Wir sind den entscheidenden Fragen über Erfolg und Misserfolg beim Social Media-Einsatz im Personalmarketing in zwei Studien auf den Grund gegangen. Anhand der nachfolgenden acht Tipps wollen wir helfen, die für Ihre Situation richtigen Antworten zu finden.

Learning by Doing mit Strategie 

Zwar gilt für Social Media stark das Prinzip „Learning by Doing“, vor allem weil es für das Social Web keine Patentrezepte gibt und was für ein Unternehmen gilt, muss für ein zweites keineswegs auch funktionieren. Dies darf allerdings nicht mit „Der Weg ist das Ziel“ verwechselt werden. Das heißt, auch im Employer Branding braucht es für eine Initiative im Social Web eine Strategie. Diese sollte neben qualitativen und quantitativen Zielen vor allem eine klare Vorstellung über die Zielgruppe und die damit verknüpften Kanäle beinhalten, in denen diese erreicht werden. 

Strategie an den Personalmarketingprozess anlehnen

Abbildung1

Ein einfacher und dennoch strukturierter Weg zur richtigen Social Media Strategie führt über den generischen Personalmarketing-Prozess. Ist die Zielgruppe festgelegt, stellt dieser eine Art Wertschöpfungskette im „Social Employer Branding“ dar. Zu Anfang gilt es dabei, als Unternehmen Aufmerksamkeit bei potenziellen Arbeitnehmern zu erzeugen. Das Unternehmen wird somit generell auf dem Arbeitsmarkt bekannt. Diese gewonnene Aufmerksamkeit muss in Phase zwei in nachhaltiges Interesse am Unternehmen umgewandelt werden. Der potenzielle Arbeitnehmer hat damit das Unternehmen als einen interessanten und attraktiven Arbeitgeber erkannt. Schließlich muss in der dritten Phase des Personalmarketing-Prozesses dieses generelle Interesse eine konkrete Bewerbung erzeugen. Ist diese Bewerbung erfolgreich, gilt es, den neu gewonnenen Mitarbeiter in der vierten und letzten Phase des Prozesses an das eigene Unternehmen zu binden. (...)

Lesen Sie den gesamten Artikel in der Rubrik "Tipps" des scm-Newsletters 4/2011 oder erfahren Sie mehr zum Thema Social Recruiting und Employer Branding auf dem embrander-Blog

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Andreas Küffner ist Mitgründer und Berater bei embrander, einer Management-Beratung für Employer Branding, Enterprise 2.0 und Social Media. Zu diesen Themen und auch zum Thema Politik im Netz ist er als Referent, Blogger und auf Twitter aktiv. Der zertifizierte Mediator ist daneben im Bereich eGouvernment tätig.

 

 

...so viele spannende und bewegende, wahre Geschichten, die erzählt werden wollen....

Mit welchen Erwartungen sind Sie an die digitale Öffentlichkeit gegangen?
Als wir uns dazu entschieden haben, unsere Aktivitäten im Social Web auszubauen, wollten wir neue Kommunikationswege erschließen, um die Reichweite unserer Botschaften zu steigern. Unser Ziel ist, Aufmerksamkeit für unsere Arbeit und die Kampagnen zu erzeugen sowie eine starke Bindung zu unseren Fans, Friends und Followern zu schaffen. Als Patenschaftsorganisation stehen wir in engem Kontakt mit unseren Patinnen und Paten sowie den Spendern und Kooperationspartnern, die uns zum Teil über Jahrzehnte treu sind. Dies zeigt sich auch im Social Web, wo wir viel Unterstützung und Zuspruch erhalten. Es findet ein reger Austausch zwischen Plan und den Usern, aber auch zwischen den Usern untereinander statt, was wir uns von Beginn an erhofft hatten. Unsere Erwartungen wurden deutlich übertroffen.

Unterscheidet sich die Kommunikation einer NGO im Web von der von Unternehmen?
Wir sprechen immer von Menschen. Was bewirken unsere Projekte für die Kinder und ihre Familien, welche Verbesserungen können wir durch unseren Einsatz und dem Engagement Tausender erreichen? Zudem haben wir uns dazu entschieden, auf eine persönliche Art und Weise im Social Web zu agieren. Wir möchten, dass unsere Fans und Follower wissen, welche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hinter Plan stehen. Eine langfristige Beziehung, die auf Vertrauen und Transparenz basiert, ist uns wichtig.

Welchen Stellenwert haben die Mitarbeiterblogs für die Wahrnehmung Ihrer Organisation und der Arbeit, die sie leisten?
Im Weltgeschichten-Blog von Plan Deutschland berichten unsere Kolleginnen und Kollegen über das Arbeiten und Leben in unseren Partnerländern. Dies vermittelt den Leserinnen und Lesern ganz besondere Einblicke in ein Land. Um meinen Kollegen Davinder zu zitieren: „Entwicklungshelfer sind immer vor Ort, sie sind immer bei den Menschen.“ Uns ist wichtig, unseren Leserinnen und Lesern das mitzuteilen, was diese Entwicklungshelfer leisten und erleben. Es gibt so viele spannende und bewegende, wahre Geschichten, die erzählt werden wollen.

Lesen Sie weitere Kurzinterviews rund um das Thema Social Media in der Unternehmenskommunikation im scm-Newsletter 4/2011.

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Freddy Hansmann ist seit 2010 Pressereferentin für Online-Kommunikation bei Plan Deutschland. Das bedeutet: Redaktion, News & Social Media.

 


 

Digitales Storytelling bei Siemens

„/answers“ oder zurück ins Licht auf allen Kanälen

Wer heute im Zug sitzt, sieht kaum noch Menschen, die die Zeit ungenutzt verstreichen lassen: Sie beschäftigen sich mit ihrem iPad oder tippen auf den Tasten ihrer Smart-Phones. Internetfähige mobile Endgeräte, die man immer und überall nutzen kann, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Dementsprechend entwickeln sich auch die medialen Möglichkeiten und Herausforderungen rasant weiter. Das war ein wesentlicher Grund für die Siemens AG, sich dieser Entwicklung anzupassen und entsprechend über neue Wege in der Kommunikation der Marke nachzudenken.

Unser Kunde Siemens hat bereits 2007 ein komplett neues Webdesign für seine Corporate Website eingeführt. Schon damals stellte die Seite einen großen Gestaltungsraum innerhalb der so genannten Feature-Fläche für mediale Inhalte zur Verfügung. Hier findet seit Februar 2011 mit „/answers“ ein neuartiges digitales Multi-Kanal-Magazin Platz (http://www.siemens.com/entry/cc/de/). Um in Sachen Social Media am Ball zu bleiben, gibt es zwei wesentliche Stellschrauben: Es müssen Inhalte sowohl für das klassische desk- top-basierte Internet als auch für das mobile Internet geschaffen werden, die so spannend und relevant sind, dass sie ihren Weg „von selbst“ ins Social Web finden, Stichwort „Sharing“. Die zweite Stell- schraube: die Inhalte über mehrere digitale Kanäle sowie Mobile Devices sinnvoll vernetzen.

Ziel: Digitales Storytelling
Unser Ziel war es also, gemeinsam mit Siemens ein langfristig konzipiertes Storytelling zu schaffen und damit einen offenen Dialog mit der Zielgruppe zu ermöglichen. Diese besteht haupt- sächlich aus B2B-Entscheidern. Aber auch Multiplikatoren und Journalisten, Job-Suchende und Influencer wie Blogger und Networker möchten wir mit /answers adressieren. Der Fokus des Storytelling: echte Geschichten, die aus dem Leben gegriffen sind. Technologie- und Produktwerbung tritt dabei ganz klar und bewusst in den Hintergrund. Somit wird die Marke emotionalisiert und der oft versteckte Beitrag von Siemens sichtbar gemacht. Unsere Aufgabe als Agentur war es dabei, die Produktion einzelner Stories zu koordinieren und Siemens bei der Vernetzung der Inhalte über alle Kanäle hinweg zu unterstützen. „Wir verfassen als Agentur keine einzige Story selbst, sondern konzentrieren uns darauf, ein weltweites Netzwerk von renommierten Autoren und Filmemachern zu etablieren“, erklärt Ralf Heller, Gründer und CEO von Virtual Identity. „Und die Autoren behalten die kreative Verantwortung. Sie finden die Protagonisten und erzählen die Geschichte aus ihrer Perspektive. Wir hoffen durch die so entstehende Varianz, nachhaltig das Gehör der Zielgruppe zu finden.“ (...)

Lesen Sie mehr über dieses Projekt und seine Umsetzung im scm-Newsletter 4/2011

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Linda Holz ist seit Juni 2011 Pressesprecherin der Virtual Identity AG. Dort verantwortet sie die Entwicklung und Implementierung aller Kommunikationsmaßnahmen sowie PR- und Social Media- Strategien. Vor ihrer Tätigkeit bei Virtual Identity war sie Account Managerin bei der PR-Agentur Lewis PR, wo sie Unternehmen aus dem IT- und Telekommunikationssektor international betreute.

 

 

 

 

 

 


 

"Social Media Manager" – Berufsbild ohne klare Ausbildung

Jedes zehnte große Unternehmen in Deutschland beschäftigt mittlerweile einen Mitarbeiter, der für seine Social Media-Aktivitäten verantwortlich ist. Social Media ist in den Unternehmen angekommen, wie auch die BITKOM in ihrer aktuellen Studie bestätigt. Da sich der Erfolg nicht in Form von Unternehmenszahlen darstellen lässt, werden in der Praxis jedoch nur wenige weitere finanzielle und personelle Ressourcen bereitgestellt. Dabei ist Social Media keine bunte Spielwiese, auf der sich Praktikanten oder Azubis „austoben“ können. Ein Social Media-Verantwortlicher ist umso erfolgreicher je mehr Kompetenzen und Erfahrungswerte er mitbringt.

Die Aufgaben eines Social Media Managers sind vielfältig. Online- Marketing-Strategien in die bestehende Unternehmenskommunikation einzubinden, die relevanten Kanäle wie Facebook, Twitter oder Xing auszuwählen und zu betreuen und die Ergebnisse zu analysieren und zu bewerten, sind die meist genannten Aktivitäten. So eindeutig die Aufgaben zu sein scheinen, so unter- schiedlich sind die Stellenbeschreibungen und Anforderungen, die an die neue Berufsgruppe gestellt werden. In den führenden Job-Portalen gibt es unterschiedlichste Bezeichnungen für das neue Berufsbild. Die einen suchen den „Social Media Manager“, die anderen den „Chief Listening Officer“. Einheitliche Berufsbezeichnungen oder eigene Ausbildungsstandards sind bisher nicht vorhanden. Diese sind aber unabdingbar, da Facebook & Co als Kommunikationsmittel von den Unternehmen immer höhere Bedeutung beigemessen wird und sie mehr und mehr die eigene Firmenhomepage als Visitenkarte ablösen. Social Media muss in die Unternehmenskommunikation integriert und gelebt werden, da hier der direkte Austausch in Echtzeit stattfindet, der von einem Profi geführt werden sollte.

Was braucht der„Social Media Manager“ der Zukunft?

Kommunikationsstärke ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um im Social Media-Bereich erfolgreich zu sein. Denn zu den wesentlichen Aufgaben zählt der direkte Austausch mit den Stakeholdern des Unternehmens. Dies setzt ein gut entwickeltes Empathievermögen für Menschen, Stimmungen und Situationen voraus. Geschriebene Worte können schnell falsch aufgefasst werden, weil Stimmlage, Mimik, Gestik, also jede non-verbale Verständigung, fehlt. Daher ist es auch wichtig für den Kommunikationsverantwortlichen, die relevanten Zielgruppen zu kennen und zu wissen, wie verschiedene Charaktere passgenau angesprochen werden können. (...)

Lesen Sie den vollständigen Artikel zum Berufsbild des Social Media Managers im scm-Newsletter 4/2011.

Althaller_jaqueline
Jacqueline Althaller gründet 1992 die Agentur COMMUNICATION Presse und PR und betreut seither vor allem Kunden aus den Bereichen IT, Healthcare und Touristik. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Social Media, Interne Kommunikation, Ethik, Unternehmenskultur und Krisenkommunikation. Im Juli 2010 gründet sie den ersten Arbeitskreis für Social Media in der B2BUnternehmenskommunikation.
Ihre berufliche Karriere startete Althaller 1989 als Pressereferentin bei der Dyckerhoff & Widmann AG.


 


 

Der digitale„Mit-nach-Hause-nehm-Effekt“

Die Mitarbeiterzeitschrift der ING-DiBa als iPad-App
Die ING-DiBa ist als Direktbank Vorreiter in Sachen Innovation. Einfachheit, Transparenz und Kundenorientierung zeichnen sie aus. Diese Philosophie spiegelt sich auch in der In- ternen Kommunikation wider. Die Mitarbeiterzeitschrift „intern“ als digitale Version an- zubieten, hatten deshalb schon einige Mitarbeiter als Idee in der Ideenbörse „Simplify“ eingereicht. Die Idee fand die Redaktion immer gut. Aus strategischen Gründen entschied man sich jedoch immer wieder gegen eine Umsetzung, weil den Machern der wichtige „Mit-nach-Hause-nehm-Effekt" fehlte, der seit Jahrzehnten eine wichtige Daseinsberechtigung für die Printausgaben der Mitarbeiterzeitschriften ist. Denn schließlich soll der Mitarbeiter genügend Zeit haben, um die Artikel in Ruhe lesen zu können. Eine Anforderung, die das Intranet nicht immer erfüllen kann. Denn oft haben die Mitarbeiter nicht ausreichend Zeit, um sich mit der Fülle an Informationen während der Arbeitszeit zu befassen.

Begeisterung durch Emotion
Da sich mit dem iPad neue technische Möglichkeiten ergeben haben, die diesen Wi- derspruch obsolet machen, beschloss die Interne Kommunikation der ING-DiBa, den Mitarbeitern einen Mehrwert zur Printausgabe zu bieten und eine iPad-App zu konzipieren. Die Strategie ist es, neben dem Intranet und den Live-Events auch das Mitarbeitermagazin deutlich dialogorientierter und innovativer aufzustellen. Mit der Digitalisierung verfolgte die Redaktion drei wesentliche Ziele.

Identifikation: Wie bei der Printausgabe können Mitarbeiter die iPad-App außerhalb des Bü- ros nutzen und sich genügend Zeit für die Rezeption nehmen. Weil sich die Mitarbeiter auch außerhalb der Bank mit den Inhalten beschäftigen können, steigt die Identifikation mit dem Unternehmen.

Erlebnis: Die Themen werden durch Videos, Audios und Animationen „anders“ kommuniziert. Der Schwerpunkt jeder Ausgabe wird durch eine animierte Einstiegsseite hervorgehoben und erlebbar gemacht. Von dort aus können Mitarbeiter alle Unterseiten entdecken und den ING-DiBa Spirit erleben.

Dialog: Die iPad-App bietet eine direkte Feedbackfunktion. Dieser „Leserbrief“ kann unmittelbar während der Rezeption genutzt werden. Das unterstützt die Kommunikation eines unverfälschten Meinungsbilds der Leser, das die Redaktion dankend aufnimmt. (...)

Lesen Sie den gesamten Fachbeitrag von Janine Krönung im Newsletter IK im Fokus (3/2011)

Janine Krönung stellt die ING-DiBa-App auf der K2-Tagung Interne Kommunikation am 24. November 2011 in Düsseldorf vor.

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Janine Krönung arbeitet bei der ING-DiBa im Bereich der Internen Kommunikation. Nach ihrem Studium der Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften absolvierte sie ein Volontariat zur Verbraucherjournalistin. Sie arbeitete in Berlin als Fernsehredakteurin für den Rundfunk Berlin Brandenburg sowie als Journalistin und Projektmitarbeiterin für die Stiftung Warentest. 2006 wechselte sie zur ING-DiBa, bei der sie zunächst als Redakteurin tätig war. Seit 2007 ist sie als Chefredakteurin für die Mitarbeiterzeitschrift zuständig. Darüber hinaus betreut sie verschiedene interne Kommunikationsprojekte, begleitet Veränderungsprozesse und beschäftigt sich mit der Krisenkommunikation. Seit 2010 leitet sie den Arbeitskreis Interne Kommunikation der DPRG.