Erfolgreich mit offener Kommunikation und Netzwerktechnologie

Die Anforderungen an die Interne Kommunikation sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Neben der klassischen Mitarbeiterinformation verlangt das Topmanagement von der Disziplin zunehmend, alle operativen Einheiten untereinander zum Zweck des optimalen Wissensmanagements miteinander zu vernetzen und zum intensiven Austausch anzuregen. Daneben soll die Interne Kommunikation einen Beitrag zum Aufbau einer starken Arbeitgebermarke leisten, die in Zeiten des Fachkräftemangels das Recruiting erleichtert. Zudem müssen die internen Kommunikatoren der Belegschaft in immer schnellerer Folge die strategischen Neuausrichtungen ihrer Unternehmen nahebringen, Übernahmen und den Verkauf von Unternehmensteilen vermitteln - und das alles oft genug bei gleichbleibenden Ressourcen, sprich: Zahl der Kommunikatoren und Budget. 

Wie sollten sich interne Kommunikatoren in diesem Spannungsfeld bewegen? Wie können sie ihre Aufgaben priorisieren? ManagementRadio sprach zum Thema mit Sabine Lobmeier, Manager Corporate Communication DACH, Cisco. Hören Sie hier das Interview auf ManagementRadio.

Sabine Lobmeier spricht zu diesem Thema auch auf der K2-Tagung Interne Kommmunikation am 24. November in Düsseldorf.

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Sabine Lobmeier leitet seit September 2010 die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die Digitale Marketingkommunikation, die Markenwerbung – und Kommunikation in der DACH-Region für Cisco. Bereits seit September 2009 arbeitet sie als Pressesprecherin und Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Cisco in der Region Deutschland, Österreich, Schweiz.
Lobmeier begann ihre Laufbahn bei Cisco im April 2001 als Manager für Unternehmens- und interne Kommunikation. Vor ihrem Wechsel zu Cisco war sie seit 1996 bei der Microsoft GmbH in München/ Unterschleißheim tätig. Sie verantwortete dort drei Jahre lang den Bereich Anti Piracy Marketing im Small and Medium Enterprises Sales und Marketing. Anschließend übernahm sie die Business Communications in der Microsoft Pressestelle. Ihre berufliche Laufbahn begann Lobmeier 1994 als Assistentin der Geschäftsführung bei der DMA in Berlin, einer Tochter der Leipziger Messegesellschaft.

Interne Kommunikation 2.0

Social Media sind mehr als ein zusätzlicher Kommunikationskanal. Sie fordern Selbstverständnis und Mitarbeiterbild der Internen Kommunikation heraus.

„Den Mitarbeiter auf Augenhöhe ansprechen“, „nicht mehr von oben nach unten kommunizieren“, „Dialog organisieren“ – so beschreiben Kommunikationsverantwortliche zurzeit die zentralen Aufgaben in der internen Unternehmenskommunikation. Ziel ist es, Mitarbeiter unter den komplexen Bedingungen heutiger Unternehmenstätigkeit mitzunehmen und ihnen Orientierung zu bieten. Dieses Ziel ist in den vergangenen Jahren wichtiger, gleichzeitig aber auch schwieriger geworden. Das belegen Ergebnisse der aktuellen Trendstudie Interne Kommunikation, die Möglichkeiten und Grenzen von Kommunikation in Zeiten des Wandels erhob. Im Rahmen einer Langzeitstudie werden seit 2008 die Verantwortlichen für Interne Kommunikation der 500 umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands jeweils im Abstand von anderthalb Jahren befragt. An der jüngsten Umfrage beteiligten sich im Frühjahr 2011 insgesamt 115 Kommunikationsfachleute, was einem guten Rücklauf von knapp einem Viertel entspricht.

Im Vergleich der drei bislang durchgeführten Umfragen wird deutlich, dass die Mitarbeiterkommunikation spätestens seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise in Bewegung ist. Mitarbeiter sind kritischer und fordernder geworden, so berichten die befragten Kommunikationsverantwortlichen. Sie setzen deshalb verstärkt auf persönliche Kommunikation und dialogorientierte Medien. Die ehemals klaren Grenzen zwischen „innen“ und „außen“ lösen sich zunehmend auf, was sich u. a. auf das Spektrum und die Art der kommunikativen Auseinandersetzung mit Themen auswirkt. Interne Kommunikation entwickelt sich in immer mehr Unternehmen zu einer Managementfunktion, in deren Rahmen Werte und Verantwortung eine zentrale Rolle spielen. Damit einher geht die Suche nach tragfähigen Grundlagen und übergeordneten Konzepten, auf die eine zukunftsfähige Kommunikationsarbeit aufsetzen kann.

Auf das Kommunikationsverständnis kommt es an

In den vergangenen anderthalb Jahren ist der Anteil der Unternehmen, die Web 2.0-Elemente im Intranet umsetzen, deutlich gestiegen. Sieben von zehn Unternehmen verfügen heute bereits über entsprechende Angebote. Tendenz steigend: Knapp die Hälfte der Kommunikationsverantwortlichen sieht hier großes Potenzial, das es zukünftig stärker zu nutzen gelte. Social Media und Web 2.0-Elemente sind für die Interne Kommunikation dabei mehr als ein zusätzlicher Kommunikationskanal. Sie setzen Mitarbeiter voraus, die sich aktiv einbringen, eigene Themen setzen und Kommunikation selbst gestalten können. Damit stellen sie klassische Kommunikationsverständnisse in Frage, die „top-down“ ausgerichtet sind und in einseitigen Botschaften denken. Für die Interne Kommunikation liegt darin eine große Chance. Längst ist vielen ohnehin klar, dass einfache Wirkungsvorstellungen von Mitarbeiterkommunikation nach dem Motto „heute veröffentlicht, morgen in den Köpfen“ nicht funktionieren. In einer Zeit, in der sich wirtschaftliche und soziale Veränderungen immer stärker beschleunigen und sich Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten vervielfachen, steigen die Ansprüche und Erwartungen der Mitarbeiter. Chancen liegen darin, Kommunikation konsequent an den Bedürfnissen der Mitarbeiter auszurichten und sie als Partner zu begreifen. Social Media können helfen, Mitarbeitern Orientierung zu bieten und den Dialog als Leitgedanken der Kommunikationsarbeit umzusetzen.

Lesen Sie den gesamten Fachbeitrag von Prof. Dr. Simone Huck-Sandhu und Dr. Klaus Spachmann im Newsletter IK im Fokus (3/2011)

Die Autoren werden zu diesem Thema auch auf der K2-Tagung Interne Kommunikation am 24. November 2011 in Düsseldorf sprechen.

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Prof. Dr. Simone Huck-Sandhu ist Professorin für Public Relations an der Hochschule Pforzheim. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind strategische Unternehmenskommunikation, Organisationskommunikation und interne Kommunikation.

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Dr. Klaus Spachmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet für Kommunikationswissenschaft und Journalistik der Universität Hohenheim. Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind Wirtschaftsjournalismus, empirische Kommunikationsforschung und interne Kommunikation.

 

Social Media (noch) unwichtig

Obwohl viele Unternehmen in den vergangenen Jahren auch in der internen Kommunikation Social Media wie Blogs und Wikis installiert haben, misst ihnen die Mehrzahl der internen Kommunikatoren derzeit noch wenig Bedeutung bei – so ein Ergebnis der Umfrage „Trendmonitor Interne Kommunikation“ der school for communication and management, des prmagazins und der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG), an der sich im September 2011 insgesamt 177 Kommunikatoren beteiligten.

Die wichtigsten Instrumente sind das persönliche Gespräch (96 Prozent), Intranet (85 Prozent), Mitarbeiterversammlung (76 Prozent), Flurfunk (60 Prozent) und die Mitarbeiterzeitschrift (57 Prozent). Die Mittel soziales Netzwerk (36 Prozent), Wiki (24 Prozent) und Blog (19 Prozent) stuften die 177 Umfrageteilnehmer als weniger wichtig ein. Allerdings bauen viele Unternehmen derzeit ihre Social-Media-Aktivitäten aus. Gefragt nach Projekten in der Internen Kommunikation wurde nur der Um- beziehungsweise Aufbau des Intranets häufiger genannt.

Lediglich 41 Prozent der Befragten gaben an, dass ihrer Arbeit ein schriftliches Konzept zu Grunde liegt. Meist ist das in den Unternehmen der Fall, in denen die Interne Kommunikation als eigene Abteilung etabliert ist. Dementsprechend unzufrieden sind die Teilnehmer wegen der mangelnden strategischen Ausrichtung der internen Kommunikation (35 Prozent). Schlimmer sieht es aus ihrer Sicht nur beim Punkt Personal aus: 43 Prozent wünschen sich zusätzliche Kollegen.

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Weitere Ergebnisse finden Sie in der kostenlosen Kurzauswertung, die hier zum Download bereit steht. 

Die Langversion erscheint im Januar 2012 bei der scm und kann hier bereits vorbestellt werden.

Wie der Bekanntenkreis zukünftig die Google-Suche beeinflusst

Herr Seifert, warum sollte SEO für große und kleine Unternehmen, heute und in Zukunft, auf jeden Fall auf der Agenda stehen? 

Suchmaschinenoptimierung und die gute Auffindbarkeit in Suchmaschinen ist heute schon eines der wichtigsten Marketingmaßnahmen, mit denen sich kleine, aber natürlich auch große Unternehmen beschäftigen sollten. Google ist heute die zentrale Suchmaschine. 90 % aller Webrecherchen in Deutschland, egal ob im Bereich B2C, als auch im Bereich B2B, wird über Google durchgeführt. Entsprechend kann hier bei einer guten Positionierung, bei wichtigen Suchbegriffen, Neugeschäft generiert und Marktführerschaft kommuniziert werden. Und das im Vergleich zu anderen Marketingmaßnahmen mit geringer Investition. Zukünftig wird im Bereich Suchmaschinenoptierung auch das Thema Social Media eine wichtige Rolle spielen. Das bedeutet, wenn gute Positionierung für Sie auch, mittel- und langfristig, eine wichtige Zielsetzung ist, dann sollte auch ganz konkret und frühzeitig sinnvoll über das Thema Social Media Marketing nachgedacht werden.

Social Media und mobiles Internet wirken sich stark auf den Bereich Suchmaschinenoptimierung aus. Welche Trends sehen Sie und wie sieht die Zukunft von Suchmaschinenoptimierung aus?

Ganz klar ist zu erkennen, dass Google sich immer mehr nach den individuellen Bedürfnissen des Nutzers richtet. Mit Google+ und mit der Funktionserweiterung „+1“ sind Bewertungen und damit die sozialen Medien fester Bestandteil der Suchmaschine geworden. Das „Gefällt mir“ von Facebook ist auch heute bei Google mit „+1“ schon ein Kriterium, was Google nutzt, um die Relevanz einer Internetseite für einen Suchmaschinen-Nutzer zu bestimmen. Wir können also davon ausgehen, dass die zukünftigen Suchergebnisse, die Google anzeigt, stark von dem einzelnen Benutzer und seinen Präferenzen, sprich seinen „+1“- und „Gefällt mir“-Klicks, abhängig ist, aber auch wie das Netzwerk des Benutzers unterschiedliche Seiten mit dieser Methode bewertet hat. Zukünftig wird es also so sein, dass die einzelnen Netzwerk-Mitglieder innerhalb meines Bekanntenkreises stark mein persönliches Suchergebnis bei Google beeinflussen werden. Hier sind ganz neue Strategien gefragt und eben auch wichtige Social Media-Aspekte zu berücksichtigen, damit nicht nur heute, sondern auch morgen der Internetauftritt  gut gefunden wird und somit die Zielgruppe effizient erreicht werden kann.

Welchen Stellenwert nehmen Soziale Netzwerke in der beschleunigten Entwicklung der Suchmaschinenoptimierung ein und was bedeutet dies für den Bereich Marketing?

Wie ich in meiner vorherigen Antwort bereits erläutert habe, spielt Google im Bereich der Sozialen Medien, eine immer größer werdende Rolle. Es ist klar zu erkennen, dass Google das strategisches Ziel hat, auch wie Facebook, ein starkes soziales Netzwerk zu werden. Und die Funktionen, die seit kurzem integriert worden sind, mit Google+ bzw. dem „+1“, werden selbstverständlich diese Entwicklung beschleunigen. Ohne soziale Medien werden Suchmaschinenoptimierungsmaßnahmen zukünftig nicht mehr bzw. nur wenig greifen. Und es ist davon auszugehen, bei einer momentan extremen Wachstumsrate der Google+-Mitglieder, dass neben Facebook auch Google hier ein gewichtiges Wort in den Plattformen der Sozialen Medien mitzureden hat.

Hier ein kurzer Zahlenvergleich: Facebook hat ca. 3 Jahre gebraucht um 50 Mio. Nutzer zu erreichen. Google hat das in sensationellen 88 Tagen geschafft. Natürlich hat Google schon mit guter Vorarbeit, vor allem mit den Google-Konten, ein solides Fundament für diesen Erfolg geschaffen. Nichts desto trotz ist das Wachstum beeindruckend und entsprechend darf man davon ausgehen, dass diese Entwicklung sich weiter fortsetzen wird. Facebook und Google werden nach meiner Meinung wesentliche Spieler im Bereich der sozialen Medien. Entsprechend sollte man diese auch bei der Marketingstrategie berücksichtigen.

Christian Seifert ist Referent zum Thema Suchmaschinenopotimierung und Social Media Marketing beim Intensivkurs Social Media und Onlinekommunikation der scm

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Christian Seifert ist Vorstandsvorsitzender der avenit AG in Offenburg, einem Internet-Full-Service-Dienstleister. Er gründete das Unternehmen mit seinen beiden Brüdern im Jahr 2000. Bei der avenit AG steuert er die Bereiche Vertrieb und Kundenservice. Als Internetexperte hält er Vorträge zu Internet in China, Social-Media-Kampagnen, Suchmaschinen-Marketing und Erfolgsrezepten für Websites. Seit 2009 ist Christian Seifert Mitglied des Bundessenats für Wirtschaft und Technologie und im Europasenat zur Förderung der wirtschaftlichen und kulturellen Beziehung in Europa.

 

 

Interne Kommunikation – Social Media ist bereits präsent

Intranet, Social Media, Interne Kommunikation? Social Media Netzwerke im Internet sind inzwischen zu einem Massenphänomen unserer Zeit geworden und werden auch in Zukunft das Marketing und die PR nachhaltig verändern. Egal, ob Großkonzerne oder selbstständige Einzelkämpfer, die Anwendungen sind für Unternehmen jeglicher Größe interessant. Mit der richtigen Social Media-Strategie sind auch kleine Unternehmen und Gründer im Social Web erfolgreich.

Gilt das auch für die Interne Kommunikation? "Wir müssen uns damit auseinandersetzen, weil unsere Mitarbeiter Social Media nutzen", so Christof Hafkemeyer, Head of Technology und Media Development beim Telekommunikationskonzern Telekom. Müssen wir das wirklich? ManagementRadio sprach zum Thema Social Media in der Internen Kommunikation mit dem Experten Lutz Hirsch von Hirschtec. Hören Sie hier das Interview auf ManagementRadio.

Lutz Hirsch spricht als Referent auf der K2-Tagung Interne Kommunikation am 24. November.

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Lutz Hirsch ist Executive Partner bei Hirschtec und seit 1996 in der IT- und Internetbranche aktiv. Nach Stationen bei d.d. synergy (Bereichsleiter Intranet/Groupware) und der IBM Global Services (Principal Consultant) gründete er 2003 die Firma Hirschtec Infoarchitects. 2009 wurde ihm ein Lehrauftrag der FH Brandenburg im Fachbereich Wirtschaftsinformatik zum Thema „Web 2.0 in der Unternehmens-praxis“ erteilt. Lutz Hirsch ist Mitglied des Information Architecture Institute. Außerdem sitzt er seit Oktober 2010 im Aufsichtsrat der HanseSafe AG.

 

 

 

 

 

Employer Branding und E-Recruiting

Ein Interview mit Sehnaz Özden (Continental)

Für eine Positionierung der Arbeitgebermarke ist das Web 2.0 mittlerweile von zentraler Bedeutung. Wie kann ein Unternehmen von seinen Social Media-Aktivitäten profitieren?
Die Möglichkeiten für Unternehmen sind hier nahezu grenzenlos. Auf Web-2.0-Plattformen können Firmen ihre Produkte vorstellen und mit Zielgruppen in den Dialog treten. Aber das ist nur der Anfang. Nehmen wir den Bereich Personalmarketing. Über Web-2.0-Tools können wir die potentiellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort abholen, wo sie sich in ihrem Alltag aufhalten und so relativ leicht in einen Dialog mit ihnen treten. Vor allem haben wir die Möglichkeit, eine Community von Mitarbeitern, Alumni und Bewerbern um uns herum aufzubauen. Durch die Interaktion haben wir dann die Chance die Teilnehmer davon zu überzeugen, dass wir nachvollziehbar einer der Top Arbeitgeber im Bereich Automotive sind – und damit eine erstklassige berufliche Perspektive für ihre Zukunft bieten können.

Bestärken Sie Ihre Kollegen und Mitarbeiter, selbst im Netz aktiv zu werden, besonders im Hinblick auf deren Funktion als Markenbotschafter, oder bereitet Ihnen dies Sorge?
Generell bewerten wir diese Thematik sachlich und ohne Aufregung. Weder werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darin gesondert bestärkt, sich auf diese Weise als Markenbotschafter zu engagieren, noch bereiten uns deren etwaige persönlichen Aktivitäten im Netz Sorge.

Für meinen Bereich kann ich sagen: Recruiting über Web 2.0 ist immer noch nicht den Kinderschuhen entwachsen. In Zukunft wird es viel alltäglicher sein, sich auch als Personaler in der virtuellen Welt zu bewegen. Diese Entwicklung ist aus unserer Sicht gegeben.

Gerade die Generation der heute 20-30-jährigen – auch Generation Y genannt – ist mit dem Netz aufgewachsen. Durch Beiträge in Blogs oder auf Bewertungsportalen beeinflusst sie das Image der Unternehmen. Hier können wir ansetzen. Aber Vorsicht, hier bewegen wir uns auf unbekanntem Terrain, denn Unternehmen sollten sich bewusst sein, dass es heute mehr denn je wichtig ist, in öffentlichen Aussagen authentisch zu sein. Sollte dies nicht der Fall sein, reagiert das Web 2.0 sofort.

Trotz aller Vorteile müssen wir die Mitarbeiter mit allen Mitteln auf die Gefahren im Umgang mit Web-2.0-Tools aufmerksam machen. Wir haben daher bei Continental eine Guideline entwickelt, die sowohl die Interessen des Unternehmens als auch die der Mitarbeiter schützen soll.

Das vollständige Interview finden Sie in dem Buch "Social Media in der Unternehmenskommunikation".

Employer Branding wird auch ein Thema bei der nächsten K2-Tagung "Interne Kommunikation" am 24. November sein.

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Seit Januar 2007 leitet Sehnaz Özden das globale konzernweite Employer Branding & Recruiting bei der Continental AG in Hannover und stellt die strategischen Weichen. Nach ihrem Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Human Resources Management startete Sehnaz Özden ihre berufliche Kariere 1998 in der Personalabteilung der Bosch-Siemens Hausgeräte GmbH in Istanbul als Assistentin des kaufmännischen Vorstandes und baute die Recruitingabteilung für die Türkei mit auf. Dem folgten als weitere Stationen eine Tätigkeit im Bereich Hochschulrecruiting bei Accenture und die Verantwortung für das deutschlandweite Hochschulmarketing bei Ernst & Young in Frankfurt.

 

 

 

 

Der nächste Dioxinskandal kommt bestimmt...

Drei Fragen an Martin Rücker (foodwatch)

Häufen sich die Lebensmittelskandale tatsächlich oder steigt nur die Berichterstattung, da die Medien durch Treiber wie foodwatch darauf gestoßen werden?
Öffentlichkeit und Medien sind heute sicherlich stärker sensibilisiert als noch vor einigen Jahren. Das ist gut so, denn die Probleme bestehen häufig seit langem. Dass den Menschen „Schinkenimitat“ aus schnittfestem Wasser als echter Schinken untergejubelt wird, wissen die Behör- den beispielsweise seit 20 Jahren – sie haben jedoch weder etwas an diesen Praktiken ändern können, noch haben sie das öffentlich gemacht. Oder nehmen Sie Dioxin: Der große Skandal Anfang des Jahres kam für Fachleute wenig überraschend, weil die entscheidenden Lücken bei der Futtermittelkontrolle bekannt sind. Und sie wurden auch jetzt nicht geschlossen, weil die Bundesregierung den Konflikt mit der Futtermittel und Agrarlobby scheut. Deshalb muss man leider fest damit rechnen, dass der nächste Dioxinskandal kommen wird.

Bei Verbrauchern und Tierschützern beliebt, von der Nahrungsmittelindustrie gefürchtet – wie bewerten Sie die Doppelrolle Ihrer Organisation?
Wenn foodwatch von der Industrie „gefürchtet“ wird, ist das doch ein Hinweis, dass wir unsere Arbeit machen. Viele Politiker versuchen den Menschen einzureden, dass eigentlich alle dieselben Ziele und Interessen haben, deshalb gibt es ja auch ein gemeinsames Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz. Eine absurde Konstruktion, denn tatsächlich sind die meisten Interessen genau entgegengesetzt: Hersteller wollen möglichst unbehelligt von Vorgaben und zu niedrigen Kosten produzieren und ihre Waren für möglichst viel Geld verkaufen – die Verbraucher dagegen wollen gute Qualität, niedrige Preise und verständliche Informationen über die Produkte. Aufgabe der Politik ist es, hier einen Interessenausgleich vorzunehmen. Dass foodwatch sich für Verbraucherrechte einsetzt führt zwangsläufig nicht zu großer Beliebtheit in der Industrie.
 

Hat sich Ihre Arbeit durch Social Media verändert?
Ja. Ganz praktisch, weil wir mit facebook, twitter & Co. zusätzliche Kanäle haben, über die wir Informationen an Interessierte weiterreichen. Aber auch qualitativ, weil wir viele Anregungen und auch viel schneller als vor Social Media eine Rückmeldung zu unserer Arbeit und zu unserer Kommunikation erhalten. Verstehen die Menschen unsere Aufregung über ein Thema, haben wir einen komplexen Zusammenhang verständlich erklärt, treffen wir den richtigen Ton? Die Nutzer von Social Media haben da ein gutes Gespür, und sie lassen es uns sofort wissen.

Martin Rücker ist Referent der K2-Tagung Krisenkommunikation, die am 13. Oktober 2011 in Düsseldorf stattfindet. 

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Martin Rücker ist seit Januar 2009 Pressesprecher und leitet die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von foodwatch. Aufgabe des gelernten Journalisten ist es, seinen ehemaligen Kollegen die Themen und Positionen von foodwatch schmackhaft zu machen.

 

Energiekonzern setzt auf Transparenz und Dialog

3 Fragen an Volker Heck, RWE

Energieversorger sind krisenanfälliger als andere Industriezweige. Nicht nur Kommunikatoren müssen immer wieder Rede und Antwort stehen. Wie bereiten Sie Ihre Mitarbeiter vor? 
Energieversorger sind im Vergleich mit beispielsweise der Chemie- oder Pharmaindustrie nicht mehr oder weniger krisenanfällig. Eher muss man sagen: Krisen können jedes Unternehmen und jede Organisation zu jeder Zeit treffen. Daher ist jeder Kommunikationsprofi immer gut vorbereitet. Bei RWE gehört neben den gebräuchlichen Krisenplänen, -handbüchern und natürlich -übungen auch zu den Standards, dass neben den Kommunikationskollegen auch Experten für technische Themen über Mediatrainings darauf vorbereitet werden, Rede und Antwort zu stehen. Gelegenheiten zum Trainieren in Echtzeit gibt es ausreichend, da wir viele hochspezialisierte Technik- und Technologiethemen haben, die wir auch im Tagesgeschäft gern von Fachleuten erläutern lassen.

Abgesehen von den Fachleuten ist im Konzern allen Mitarbeitern klar, wer als Sprecher für das Unternehmen agiert. Unsere Mitarbeiter halten wir über alle Kanäle der internen Kommunikation sprechfähig zu aktuellen oder komplexen Themen. Denn: Deren Familie und Freunde haben zu vielen Energiethemen immer häufiger sehr detaillierte Fragen.

Wie begegnen Sie der verstärkten Protestkultur, die zunehmend große wie kleine Industrieprojekte blockiert?
Wir verfolgen seit Jahren den Grundsatz größtmöglicher Transparenz und Offenheit. Dialog mit den Menschen vor Ort ist für uns auch nichts Neues und kein Phänomen der letzten paar Jahre. Wenn Sie sich unser Geschäft ansehen, wird schnell klar, dass bei Kraftwerken, Tagebauen, Netzen etc. Einbeziehung und Dialog mit Anwohnern, Politik, NGOs etc eine Selbstverständlichkeit ist.

Was sich verändert hat, ist eher die öffentliche Einstellung insgesamt zu Großprojekten aller Art und die Geschwindigkeit, mit der kritische Fragestellungen über Internet und Social Media von einem Standort auf den nächsten "überspringen". Hinzu kommt, dass es mehr individuelle Meinungen gibt, die als allgemeingültig und bestimmend wahrgenommen werden, wenn der Meinungsbildner nur schnell und laut genug agiert. Der gesellschaftliche Dialog über Energiefragen beispielsweise wurde in den letzten Jahren sehr schwarz-weiß geführt: Hier die Bösen, dort die Guten.

Aber nur eine Kooperation aller gesellschaftlichen Gruppen kann eine weithin akzeptierte Energieversorgung sichern. Deswegen sehen wir uns in unserem Transparenz-Ansatz bestätigt. Denn es ist – gemeinsam mit NGO’s und Politik - unsere Aufgabe, offen und ehrlich zu erklären, dass beispielsweise eine regenerative Zukunft von allen Kompromisse fordert.

Wie reagieren Sie auf Kritik im Social Web?
Wo es möglich ist, gehen wir in den Dialog. Wir haben erkannt, dass wir früher unsere ausgesprochen komplexen Themen vielleicht zu wenig erklärt haben. Und sicher nicht immer mit den passenden Worten, weil wir zu sehr aus der Perspektive des Ingenieurs denn aus der unserer Kunden argumentiert haben. Das ändern wir.

Um auf meinen Einstieg zurückzukommen: Es gibt Momente, in denen wir klar sagen müssen, bis hierhin und nicht weiter: Sachkritik und unterschiedliche Meinungen sind gut, Bedrohungen für Leib und Leben unserer Mitarbeiter überschreiten deutlich eine Grenze. Vorgekommen ist das glücklicherweise selten. Im Gegenteil: Gerade in den letzten Monaten haben wir positives Feedback für Offenheit und Dialogbereitschaft bekommen, auch wenn nicht alle unserer Meinung sind. Und zusätzlich festgestellt, dass es einen immensen Informationsbedarf zu Energiethemen gibt, den wir gerne stillen wollen.

Dieses Interview ist im scm-Newsletter 3/2011 erschienen. 

Volker Heck ist Referent der K2-Tagung Krisenkommunikation, die am 13. Oktober 2011 in Düsseldorf stattfindet.

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Volker Heck ist seit 2006 Leiter Konzernkommunikation der RWE AG. Von 2003 bis 2006 leitete er die Konzern-Energie-/Umweltpolitik sowie die Konzern-Außenbüros der RWE AG. Zuvor war er als Leiter der Presseabteilung für die Konzernkommunikation zuständig. Von 1994 bis 1999 verantwortete er die Unternehmensentwicklung der RWE Energie AG und die Konzernentwicklung der heutigen RWE AG.

Google+: „Social“ und noch mehr „Media“ – ein erster Blick ins neue Netzwerk

Mehr oder weniger zur selben Zeit wie Rupert Murdoch das einst größte Online-Netzwerk MySpace für einen Spottpreis von nur 35 Millionen Dollar verkaufte, ging Google mit seiner Plattform Google+ in die öffentliche Betaphase. Google+ lockte innerhalb des ersten Monats dieser Testphase bereits über 25 Millionen Mitglieder weltweit an – und dies obwohl man bisher nur über eine Einladung Teil der Gemeinde werden kann. Keines der bekannten Netzwerke ist so schnell gewachsen (Facebook, die heute mit ungefähr 700 Millionen weltweit aktiven Nutzern größte Plattform, brauchte dafür drei Jahre).

Der Zuspruch und die Neugierde der Social Media-Gemeinde trieb natürlich auch Diskussionen über die Zukunft von Twitter, Facebook und Business-Netzwerken wie Xing voran. Zum jetzigen Zeitpunkt kann jedoch nur mehr spekuliert werden, ob es sich bei Google+ um einen Hype, einen Trend oder gar das nahende Ende eines Riesen wie Zuckerbergs Social Network handelt.

Google+ ist für Leute, die bereits über einen Facebook-Account verfügen, relativ intuitiv zu handhaben, da der Aufbau recht ähnlich ist, jedoch deutlich aufgeräumter und übersichtlicher daher kommt. Für das Knüpfen von Kontakten sieht Google+ die sogenannten Circles, die Kreise, vor (sehr hilfreich und anders als bei Facebook ist eine Grundauswahl wie Freunde, Familie, Bekannte und „nur folgen“ bereits angelegt). Im Gegensatz zu Facebook, wo tatsächlich eher der Gedanke der „Freundschaft“, also „das Soziale“ von Social Media im Vordergrund steht, rückt Google+ die Kontakte als Informationsquelle stärker in den Fokus. Dies zeigt sich auch darin, dass die Beziehungen – anders als bei Facebook-Freundschaften – nicht reziprok sein müssen. Wie beim Nachrichtendienst Twitter kann man einer Person folgen und deren öffentliche Nachrichten lesen und kommentieren, muss jedoch nicht in deren „Freundeskreis“ aufgenommen werden. Diese neue Öffentlichkeit wird von den Nutzern erstaunlich gut angenommen, was sich in der Vielzahl an öffentlichen Beiträgen zeigt, die übrigens auch über die Google-Suche und andere Suchmaschinen auffindbar sind. Eine derartige Form der Diskussion ist weder bei Facebook (nur in eingeschränkter Form auf Fanpages) noch bei Twitter möglich.

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Das Netzwerken via Google+ hat den klaren Vorteil, dass beispielsweise das Knüpfen von Business-Kontakten nicht mit dem Begriff der „Freundschaft“ gehemmt oder verkompliziert wird (wobei noch nicht ganz klar ist, ob man „plussen“ oder „plus einsen“ sagt). Dies könnte auf lange Sicht zur Folge haben, dass tatsächliche Freund- und Bekanntschaften weiterhin über Facebook gepflegt werden, Geschäftlichem und Interessen auf Google+ nachgegangen wird. (...)

Den vollständigen Artikel und mehr zum Thema Social Media, Krisenkommunikation und Reputation Management im aktuellen scm-Newsletter, der heute, am 23. August 2011, erschienen ist.

Erfahren Sie mehr über Facebook , Twitter und Co. und wie Sie Social Media strategisch in Ihre Unternehmenskommunikation einbinden beim Intensivkurs Social Media und Onlinekommunikation ab dem 6. Oktober 2011 in Düsseldorf. 

 

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Autorin: Theresa Schulz arbeitet seit Juni 2010 bei der scm in der PR bzw. im Veranstaltungsmanagement und betreut als Junior Managerin den Social Media-Bereich. Nach dem Studium Anglistik/ Amerikanistik und Spanische Philologie an der Universität Potsdam durchlief Theresa Schulz Stationen bei der SABA.galerie und Goldmann PR in Berlin, bevor sie für die scm tätig wurde.

MISEREOR setzt auf Dialog, Bindung und virale Verbreitung

3 Fragen an Marianne Pötter-Jantzen

Welche Tools schätzen Sie als besonders wirkungsvoll für den Einsatz bei NGOs ein?
Für MISEROR spielt im Moment Facebook eine zentrale Rolle. Zum Beispiel haben wir während unserer diesjährigen Fastenaktion viel zum Aktions-Thema „Leben im Slum“ gepostet und gute Resonanz bekommen. Dabei haben sich inhaltliche Posts mit aktionsbezogenen abgewechselt. Wir versuchen so wichtige Aspekte von Social Media zu berücksichtigen: Dialog, Bin- dung und virale Verbreitung. Alle drei sind für eine NGO, die wie MISEREOR von der Mobilisierung und Loyalität ihrer Unterstützer lebt, sehr wichtig. Aber Facebook steht nicht isoliert, wir legen viel Wert auf eine gute Vernetzung und gegenseitige Ergänzung der unterschiedlichen Social Media Präsenzen und unserer Website.

Unterscheidet sich die Kommunikation einer NGO im Web von der von Unternehmen?
Inhaltlich haben wir NGOs den Usern sozialer Netzwerke oft mehr zu bieten als manches Unternehmen. Das müssen wir aber auch, denn User stellen an NGOs sicher höhere Ansprüche in Sachen Glaubwürdigkeit und Authentizität. Allerdings bleibt bei NGOs manchmal die Leichtigkeit des Mediums auf der Strecke. Da können wir von vielen Unternehmen lernen. Denn unterhaltsame und spielerische Elemente spielen im Web einfach eine große Rolle.

Welchen Stellenwert haben die Mitarbeiterblogs für die öffentliche Wahrnehmung Ihrer Organisation und der Arbeit, die Sie weltweit leisten?
Sie haben einen hohen Stellenwert, denn sie ermöglichen einen differenzierten und persönlichen Blick auf unsere Projektarbeit. Hier berichten unsere Mitarbeiter, Partner und Freiwilligen konkret und ungefiltert. Sie beschreiben ihre Begegnungen, Erlebnisse und Gefühle. Der Blog bietet die Möglichkeit den vielen persönlichen Geschichten hinter den Entwicklungsprojekten Raum zu geben. Für MISEREOR ist das ein wichtiger Weg unsere weltweite Hilfe zur Selbsthile darzustellen.

MISEREOR sammelt Spenden für die Hungersnot in Ostafrika. Spenden Sie hier.

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Marianne Pötter-Jantzen ist Mitarbeiterin der online-Redaktion von MISEREOR.