Wir haben das Social Web von Anfang an als eine große Chance gesehen

Über welche Kanäle und mit welchen Themen sprechen Sie Ihre Zielgruppen im Social Web an?
DATEV ist auf zahlreichen Kanälen aktiv. Wichtig ist aus unserer Sicht, dass man sich als Unternehmen überlegt, welche Zielgruppe man wo erreicht und die Themen dann auch entsprechend anpasst. In unserer XING-Gruppe sind eben andere Themen relevant als auf der DATEV Facebook-Karriereseite. Prinzipiell gilt für DATEV, wir schauen uns alle Plattformen an und wählen dann die aus, die für uns im Rahmen der Kommunikationsstrategie sinnvoll sind und auf denen wir unsere Zielgruppen erreichen. Momentan sind dies: Ein eigener Blog als zentraler Informationshub sowie Facebook, Twitter, XING, Google+, Youtube, Flickr und kununu.

Welche Argumente waren für das B2B-Unternehmen DATEV ausschlaggebend, im Social Web aktiv zu werden?
Als Genossenschaft hat DATEV seit jeher eine eigene Community, nämlich die Mitglieder. Deshalb haben wir das Social Web von Anfang an als eine große Chance gesehen. Für DATEV gibt es mehrere Gründe, in sozialen Netzwerken aktiv zu sein. Zum einen wollen wir dort im Internet präsent sein, wo sich unsere Zielgruppe auch aufhält. Dort kommunizieren wir dann aktiv und suchen auch den Dialog und die Interaktion mit der Zielgruppe. Zum anderen dienen unsere Aktivitäten natürlich auch ganz klassischen Marketingzielen, wie dem Aufbau von Bekanntheit und Online-Reputation und dem Steigern von Besucherzahlen auf unseren Online-Kanälen.

Welche Rolle spielt in Zeiten von Social Media die Website eines Unternehmens?
Unsere Unternehmenswebsite spielt im Kommunikationsmix immer noch eine zentrale Rolle. Aber natürlich

liegt hier der Fokus eher auf der Information denn auf Interaktion. Allerdings haben wir schon seit 2000 eine DATEV-eigene Newsgroup in der Mitglieder, Kunden und Interessenten über aktuelle Themen diskutieren und sich untereinander oder mit DATEV-Mitarbeitern über die Nutzung der DATEV-Programme austauschen. Zudem hat man über die Website natürlich auch Zugang zu den Social Media Aktivitäten der DATEV. Diese findet man zentral hier: http://www.datev.de/socialmedia.

Lesen Sie weitere Interviews und Fachartikel zum Thema Social Media im scm-Newsletter (3/2012).

Christian Buggisch ist Referent der K2-Tagung Social Media und Onlinekommunikation am 14. Juni in Düsseldorf. 

Buggisch-christian_200x126

Christian Buggisch ist Leiter der Online-Kommunikation bei DATEV, einem der größten deutschen Software-Häuser und IT-Dienstleister. Nach dem Studium der Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte in Erlangen und Rom war er zunächst als Lektor in einem Stuttgarter Verlag tätig, bevor er das Medium wechselte und als Online-Redakteur bei DATEV in Nürnberg arbeitete. Seit einigen Jahren zeichnet er für die Internet-Aktivitäten von DATEV verantwortlich. 

 

Fünf Tipps zur richtigen B2B-Social-Media-Strategie

Viele Unternehmen, die sich mit ihren Produkten und Services an Endkunden (B2C) wenden, nutzen heute in irgendeiner Form Social Media-Plattformen wie Facebook und Twitter. Firmen mit einem „Business-to-Business“-Geschäftsmodell (B2B) sind da in der Regel wesentlich zurückhaltender, weil sie den Nutzwert von Social Media-Aktivitäten nur schwer abschätzen können. Oft heißt es: „Meine Kunden nutzen kein Social Media“. Doch die Grenzen zwischen privater und beruflicher Nutzung weichen immer stärker auf und auch Business-Entscheider nutzen das Social Web. B2B-Unternehmen können Facebook, Twitter, Xing, Blogs und Foren für die direkte Kommunikation mit ihren Zielgruppen nutzen, wenn sie einige Punkte beachten. Fünf Tipps helfen bei der Konzeption und Umsetzung. 

1. Tipp: Die Zielgruppe definieren
Für jede Form der Kommunikation ist es wichtig zu wissen, mit wem man es eigentlich zu tun hat. An erster Stelle sollte daher die Analyse der Zielgruppe stehen. Im B2B-Umfeld sind die Kunden in der Regel „Profis“. Geschäftsführer, Vorstände und Business-Entscheider in Unternehmen nutzen die sozialen Medien vor allem zum Networking und suchen gezielt nach businessrelevanten Informationen mit Lösungsansätzen. Grundsätzlich gilt: Je spezialisierter ein Thema ist, desto fokussierter ist die Zielgruppe. Bei der Zielgruppendefinition sollten daher Qualitätsaspekte im Vordergrund stehen; die Größe spielt nicht die entscheidende Rolle. Ein hoch spezialisierter Maschinenbauer etwa wird nur eine begrenzte Zahl an Personen finden, für die seine Themen überhaupt relevant sind und die als Kunden in Frage kommen. Diese Entscheider gilt es zu erreichen.

2. Tipp: Das Nutzungsverhalten im Social Web untersuchen
Ist die Zielgruppe identifiziert, ist es wichtig, ihr Verhalten im Social Web zu analysieren. Bei allen Aktivitäten müssen das Nutzungsverhalten und der Bedarf berücksichtigt werden. Steht das Networking im Vordergrund, dient das Internet eher der Recherche, werden Informationen überwiegend nur gelesen oder sogar aktiv Beiträge kommentiert und verfasst? Hierauf muss die eigene Strategie ausgelegt sein. Inhalte müssen relevant sein, Interesse wecken und vor allem Mehrwerte für die Nutzer bieten. Oft hilft es, sich selbst den Spiegel vorzuhalten und sein eigenes Nutzungsverhalten zu analysieren. Würde man selbst das eigene Angebot nutzen? Vielleicht wird die Zielgruppe aber auch am besten über einen Umweg erreicht: Entscheidungen werden in der Regel von Bereichs- und Abteilungsleitern beziehungsweise deren Mitarbeitern vorbereitet – wenn die Chefs im Social Web nicht erreichbar sind, bietet sich hier ein Ansatzpunkt.

3. Tipp: Ziele festlegen
Grundlage aller Maßnahmen ist eine ausgearbeitete Content-Strategie – langfristig angelegt und vorbereitet. Im Mittelpunkt aller strategischen Überlegungen steht der Bedarf der B2B-Zielgruppe. Mehrwerte lassen sich beispielsweise durch hochwertige eigene Inhalte wie Whitepaper, Grafiken, Studien und Fachartikel erzeugen, aber auch durch Stellungnahmen und formulierte Positionen zu Branchenthemen oder Verweise auf Artikel aus der Fachpresse. Mit der Content-Strategie müssen auch Ziele verbunden werden. Welche Ziele lassen sich mit der definierten Zielgruppe überhaupt realisieren? Dies können die Positionierung des Unternehmens, die Etablierung als Expertenplattform im Social Web oder auch der Kommunikationsaustausch mit der Zielgruppe sein. Hat die Community eine „kritische“ Masse erreicht, so kann das Feedback direkt zur Verbesserung von Produkten, Services und Prozessen genutzt werden. (...)

Lesen Sie die zwei weiteren Tipps zum Thema B2B-Social-Media-Strategie im scm-Newsletter (3/2012).

Ingo Notthoff, T-Systems, spricht auf der K2-Tagung Social Media und Onlinekommunikation am 14. Juni zum Thema "Social Media im B2B-Bereich?".

Notthoff_ingo_200x126
Autor: Ingo Notthoff ist Senior Manager Public Relations & Online bei T-Systems, die Großkundensparte der Deutschen Telekom. Er verantwortet die externe Social Media-Strategie des internationalen Dienstleisters für Informations- und Kommunikationstechnik. Im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. leitet er die Unit B2B Social Media und ist stellvertretender Vorsitzender der Fachgruppe Social Media. Zuvor war der langjährige Journalist als Pressesprecher des BVDW und als Head of Public Relations der Internetagentur denkwerk tätig. Im Social Web ist er seit über einem halben Jahrzehnt aktiv.

 

 

B2B-Marketing in Social Media

Die Marketing-Kommunikation im B2B-Bereich steht mit Social Media vor neuen Herausforderungen. Blogs, Facebook und Twitter verändern die Kommunikation grundlegend. Auch für die B2B-Kommunikation gewinnen Social Media immer mehr an Bedeutung. Nach einer Studie der 360 creative Agentur für Online-Marketing stufen 83% der B2B-Unternehmen den So- cial Media-Einsatz als wichtig ein.

Die neue Kommunikation zwingt die Unternehmenskommunikation zu mehr Offenheit. Statt Werbephrasen sind transparente Informationen gefragt und statt Monologen wird Interaktion gefordert. Social Media Engagement muss interaktive Dialoge mit multimedialen Angeboten zum Mitmachen bieten.

Mit cleveren Social Media-Strategien können Unternehmen ihren Bekanntheitsgrad schnell und kostengünstig erhöhen und ihren Geschäftserfolg steigern – vorausgesetzt sie kennen die neuen Social Media-Spielregeln. Social Media wird zum wichtigsten Marketingtrend im Internet, auch im B2B-Sektor.

 

Wie unterscheiden sich die Social Media Aktivitäten von B2B- und B2C-Unternehmen?
Unternehmen aus dem B2C-Bereich sind deutlich Social Media- affiner als Firmen aus dem B2B-Bereich. Dies zeigt eine Umfrage von Damovo unter Besuchern der „Nürnberger Mailingtage“. Damovo hatte eine Befragung unter 200 Marketing- und Ver- triebsexperten durchgeführt. Das Thema war: „Unternehmenskommunikation 3.0 – Telefonieren Sie noch oder kommunizieren Sie schon? Status quo deutscher Unternehmen.“

Ein wichtiges Resultat der Umfrage: Große Unternehmen verhalten sich abwartend bei der Nutzung von Social Media. 41 Prozent der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern sind schon bei Social Media aktiv. 59 Prozent der Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern nutzen Social Media-Plattformen, bei Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern sind es 43 Prozent.

 

Eine mögliche Ursache für die Unterschiede zwischen B2C- und B2B-Unternehmen:
B2C-Unternehmen sind Endverbraucher-orientiert. Sie achten darauf, was ihre Kunden denken und halten sich dort auf, wo sich ihre Zielgruppe befindet. Deshalb sind sie bei der Zielkundenansprache über Social Media den B2B-Unternehmen einen Schritt voraus. Das zeigt sich auch bei einem Vergleich der Social Media-Nutzung. Sei es Image-Bildung, Austausch mit Kunden, Informationskanal, Network oder Kundenakquise – B2C-Unternehmen haben mit Ausnahme der Kundenakquise in allen anderen Bereichen die Nase vorn. (...)

Lesen Sie den gesamten Artikel von Claudia Hilker sowie weitere Beiträge zum Thema Social Media in der Unternehmenskommunikation im scm-Newsletter (3/2012).

Claudia Hilker zeigt auf der K2-Tagung Social Media und Onlinekommunikation am 14. Juni 2012 Praxisbeispiele und gibt Tipps in der Round-Table-Session „Erfolgreiche B2B Social Media-Strategien“. 

Hilker_claudia_200x126
Bevor Claudia Hilker sich mit Hilker Consulting selbständig gemacht hat, hatte sie Internet-Projekte in Unternehmen geleitet. Deshalb kann sie auf vielfältige Marketing-Erfahrungen zurückgreifen.Ihren akademischen Hintergrund erwarb sie durch einen doppelten Studiengang. Im ersten Studiengang studierte sie Deutsch, Literatur und Pädagogik. Im zweiten Studium studierte sie Betriebswirtschaftslehre, Marketing und Informationstechnologie.Sie absolvierte eine NLP-Ausbildung (Neurolinguistisches Programmieren). Außerdem erforschte sie an der Universität Calgary in Kanada das kreative Schreiben. Anschließend folgten zwei Lehraufträge an der Uni Bielefeld. Hier lehrte sie kreative Schreibstrategien und Lernen mit neuen Medien.

 

 

 

Eine unschätzbare Möglichkeit für Unternehmen, Einblicke in die Kultur zu gewähren

Ersetzt Social Recruiting über Karriere- bzw. Businessnetzwerke zukünftig klassische Stellenanzeigen?
Gerade traditionellere Berufsgruppen lassen sich noch leichter über Stellenanzeigen erreichen als über Business-Netzwerke. Die Zielgruppen auf Social Media Netzwerken hingegen gehen zum Großteil einem klassischen Bürojob nach – häufig in den Bereichen IT, Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Werbung. Laut einer Studie von LinkedIn sind dabei nur 17 Prozent der Mitglieder aktiv auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Gleichzeitig bieten Business-Netzwerke einen großen Pool an qualifizierten Kandidaten. Für Personalverantwortliche wird daher die Suche über Business-Netzwerke in Zukunft wichtiger werden, da die direkte Ansprache der Kandidaten einfacher ist – und das Unternehmen nicht warten muss, ob sich auf eine Stellenanzeige hin Bewerber überhaupt melden.

Welche Rolle spielen Businessnetzwerke bei der Darstellung der Arbeitgebermarke?
Business-Netzwerke sind für Unternehmen in erster Linie ein Rekrutierungswerkzeug. Wie bereits erwähnt, sind zum Beispiel auf LinkedIn die wenigsten Mitglieder aktiv auf der Suche nach einer neuen Position. Unternehmen müssen die Kandidaten direkt ansprechen. Dabei gehört es zum „guten Ton“, eine gepflegte Unternehmensseite im Business-Netzwerk zu haben, auf der sich die potentiellen Kandidaten informieren können. Nichts ist abschreckender, als bezüglich einer neuen Arbeitsstelle kontaktiert zu werden – und dann über die Firma keine Informationen zu finden.
Außerdem bieten Business-Netzwerke die Möglichkeit, Kandidaten mit Mitarbeitern in Verbindung zu bringen. Unternehmen wie SAP haben hierfür geschlossene Gruppen auf LinkedIn gegründet, in denen sich Angestellte und Kandidaten austauschen können. Das ist eine unschätzbare Möglichkeit für Unternehmen, Einblicke in die Kultur zu gewähren und gemeinsam mit Kandidaten an einer Einschätzung zu arbeiten, ob der potentielle Mitarbeiter auch zum Unternehmen passt. Gleichzeitig ist das ein Lithumus-Test für die Firma: Sind die Mitarbeiter unzufrieden und die Arbeitgebermarke nicht intern gelebt, wird sich das in solchen Gruppen widerspiegeln.

Wie nutzt LinkedIn das Social Web für die eigene Kommunikation?
LinkedIn hat weltweit 150 Millionen Mitglieder, die sich beispielsweise in drei Millionen Gruppen regelmässig austauschen. Im Bereich Public Relations wird mit firmeneigenen Blogs, Facebook, Twitter und einer Reihe ähnlicher Plattformen gearbeitet. In Deutschland haben wir seit der Eröffnung des Standorts in München verschiedene LinkedIn-Gruppen auf den Weg gebracht, LinkedIn DACH auf Facebook und Twitter eröffnet und im April 2012 unsere Social Media-Kampagne „Die sieben Geheimnisse des Berufslebens“ gelauncht. Wir sind uns aber bewusst, dass wir den Markt erst noch kennen lernen müssen und es noch viel zu tun gibt, bevor wir unsere deutschsprachigen Nutzer perfekt „bedienen“.

Gudrun Herrmann ist Referentin der K2-Tagung "Social Media und Onlinekommunikation" am 14. Juni in Düsseldorf.
Weitere Interviews und Fachartikel zum Thema Social Media finden Sie im scm-Newsletter (3/2012).

Herrmann_gudrun_120x120
Gudrun Herrmann ist Pressesprecherin für LinkedIn Deutschland. Die Spezialistin für Markenstrategie und Technologiekommunikation hat ihr Handwerk bei den internationalen PR-Agenturen Weber Shandwick in Seattle und Ketchum Pleon in München gelernt. Neben ihrer Tätigkeit bei LinkedIn ist sie als Partnerin bei der Unternehmensberatung Venture Pursuit in London tätig. Zu den Kunden, die Gudrun Herrmann im Laufe ihrer Karriere betreut hat, gehören Konzerne wie Microsoft, SAP und Nokia Siemens Networks ebenso wie die Karriere-Plattform Monster.de und zahlreiche Start-ups. 

 

 

 

Interne Kommunikation 2012 – Weg von der Werkbank, hin zum Kommunikationsmanagement

9. Tagung Interne Kommunikation von K2 am 9. und 10. Mai in Köln

2012 könnte ein entscheidendes Jahr für Interne Kommunikatoren werden. Schaffen sie es, sich in ihren Organisationen als tatsächliche Kommunikationsmanager zu etablieren? Als kommunikative Coachs und Sparringspartner des Vorstands? Oder fristen sie stattdessen ihr Dasein als bloße Umsetzer, als Anhängsel der externen Kommunikation oder der Human Resources?

Die Chance, sich in den Unternehmen, Verbänden und Organisationen in den kommunikativen Sattel zu schwingen, war noch nie so gut. Das ist vor allem an zwei Entwicklungen festzumachen: dem Fachkräftemangel und dem Medienwandel. Zuvorderst wird vielen Unternehmen derzeit schmerzhaft bewusst, dass sie lange Zeit zu wenig in die Entwicklung einer starken Arbeitgebermarke investiert haben. Doch nur wer sich als attraktiver Arbeitgeber positioniert, hat die Chance, die für ihn richtigen Mitarbeiter zu finden. Und jenseits aller Employer-Branding-Programme, Messestände auf Jobbörsen, Hochglanzbroschüren oder Imagefilme zählt für High Potentials vor allem, wie die schon für das Unternehmen arbeitenden Mitarbeiter ihre Firma beurteilen. Treten sie als Botschafter ihres Arbeitgebers ein? Würden sie einem Jobanfänger zum Einstieg in ihr Unternehmen raten.


Die Bewertung der eigenen Organisation hängt dabei vor allem an der jeweiligen (vorgelebten) Kultur. Nur die Unternehmen, die ihre Mitarbeiter erst nehmen, Entscheidungsprozesse erläutern und Zugänge über alle Hierarchiegrenzen hinweg schaffen, haben zumindest die Möglichkeit, ihre eigenen Angestellten zu Botschaftern zu machen. Und bei all diesen Aspekten – hier schließt sich der Kreis – spielt die interne Kommunikation eine immens wichtige Rolle. Kommunikatoren, denen es gelingt, diese Zusammenhänge zu verdeutlichen, haben eine gute Chance, sich in ihren Einheiten ein besseres Standing zu erarbeiten.

 

Als Argumentationshilfe dazu dient eine aktuelle Forsa-Studie im Auftrag des „stern“, die das Vertrauen der Deutschen in verschiedenen Institutionen untersucht. „Höchst bemerkenswert, ja sensationell“, schreibt Hans-Ulrich Jörges, „erscheint indes, dass der eigene Arbeitgeber bei 81 Prozent der Deutschen vorbehaltloses Vertrauen genießt. Das sind acht Punkte mehr als 2011 – Rang zwei, nur einen Zähler hinter der Polizei.“ Angesichts dieses Werts ist die Chance mit Händen greifbar, die eigenen Mitarbeiter als Multiplikatoren für die Ziele des Unternehmens zu nutzen. Denn das Erstarken der digitalen Kanäle und sozialen Netzwerke machen es jedem Menschen möglich, für seinen Arbeitgeber (medial) Partei zu ergreifen. Und zwar sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld.

Einige Kommunikationschefs haben das schon erkannt. So sagt Emilio Galli-Zugaro, Chef der weltweiten Konzernkommunikation der Allianz, in der Februar-Ausgabe von „brand eins“: „Unsere Aufgabe ist es längst nicht mehr, als Herolde des Unternehmens Botschaften zu verkünden, die uns ohnehin niemand mehr abnimmt. Wir müssen vielmehr helfen, jene in Botschafter des Unternehmens zu verwandeln, die bei Kunden als glaubwürdig wahrgenommen werden: unsere Mitarbeiter.“

Dabei spielt die Führungskräftekommunikation eine entscheidende Rolle. Denn es sind letztlich die unmittelbaren Vorgesetzten, an denen die Mitarbeiter überprüfen, ob die hehren Grundsätze der Unternehmensspitze oder das ausformulierte Leitbild tatsächlich gelebt werden. Doch viele Teamleiter fühlen sich von ihren kommunikativen Aufgaben überfordert. Wie Kommunikatoren es schaffen, die wichtige Zielgruppe der leitenden Angestellten als Multiplikatoren einzubinden, ist daher eine der Hauptfragen, die auf der Tagung behandelt werden.

Zudem spielen die Herausforderungen an interne Kommunikatoren generell eine zentrale Rolle. Klar ist, sie brauchen viele neue Kompetenzen, denn die Anforderungen an die interne Kommunikation sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Anstatt nur Botschaften von der Vorstands- auf die Arbeitsebene zu tragen, müssen interne Kommunikatoren zu wahren Kommunikationsmanagern werden und die unterschiedlichen Rollen als Berater, Coach, Moderator, Medienmacher und Dienstleister ausfüllen. Dazu gilt es, sich mit anderen Disziplinen wie beispielsweise Human Resources oder Legal zu vernetzen. Ein eng verzahntes Zusammenwirken mit der externen Kommunikation ist inzwischen ohnehin obligatorisch, da sich nach der Digitalisierung die Trennung zwischen innen und außen, die saubere Adressierung unterschiedlicher Zielgruppen, kaum mehr aufrecht erhalten lässt. Wie sich interne Kommunikatoren in diesem Spannungsfeld bewegen, wie sie ihre Aufgaben priorisieren können, diesen Fragen möchte die „Tagung Interne Kommunikation“ am 09. und 10. Mai 2012 in Köln nachgehen.

Unsere Referenten schreiben Ihnen keine Königswege für Ihre Interne Kommunikation vor, ermöglichen Ihnen aber durch ihre Praxisberichte spannende Insights und Denkanstöße, die Sie für Ihre eigenen Projekte nutzen können. Die Tagung geht folgenden Fragen nach:

Wie ändert sich die Rolle der Internen Kommunikation? Wie lassen sich Social Media in die Interne Kommunikation integireren? Welcher Medieneinsatz eignet sich für welche Situation? Wie kann die Interne Kommunikation mit anderen Disziplinen zusammenarbeiten? Welche Schritte sind in Veränderungsprozessen ratsam? Wie lässt sich das Informationsbedürfnis der Mitarbeiter befriedigen? Wie kann die Interne Kommunikation zum Aufbau einer starken Arbeitgebermarke beitragen?

Referenten sind u.a.: Michael Janßen (BMW), Sean MacNiven (SAP), Dr. Eric Marzo-Wilhelm (Voith), Edith Meissner (Daimler), Dr. Jan-Paul Ritscher (HSH Nordbank), Philipp Schindera (Deutsche Telekom), Anne Schwindling (Fraport), Klemens Steiner (ERGO), Joachim Tillessen (Coop)

 

Mehr Informationen zur K2-Tagung Interne Kommunikation, dem Programm und den Referenten finden Sie auf k2-gipfel.de

 

 

Auf Twitter ein "Best of"

Die Allianz zeigt, dass Social Media auch etwas für eine konservative Branche ist. Welche Kanäle nutzen Sie und welche Zielgruppen sprechen Sie dort an?
Aktuell verfolgen wir vier große Stoßrichtungen: Die breite Öffentlichkeit sprechen wir vor allem auf Facebook und YouTube mit einem Infotainment-Angebot an. Medienvertreter meinen wir über kurze, prägnante Twitter-Postings am besten zu erreichen. Im Employer Branding spielen sowohl Facebook als auch XING und LinkedIn sowie eigene Blogs eine wichtige Rolle. Ihren Kundenstamm beziehungsweise Interessenten wiederum sprechen neuerdings viele Allianz Vertreter über eigene Facebook Pages an – wir unterstützen sie dabei mit einem bunten Content-Angebot und Corporate Design-Tools. Mit großem Interesse verfolgen wir die Entwicklung auf Google+ – hier ist aus unserer Sicht noch nicht abzusehen, wohin die Reise genau geht.

Auf dem Twitter-Account, den Sie als Social Media Communicator betreuen, heißt es: Bei der Allianz geht's um mehr als nur Versicherungen. Welche Themen bieten Sie Ihren Followern?
Als Teil eines großen, internationalen Konzern sind wir in der komfortablen Situation, über sehr viel, sehr unterschiedlichen Content zu verfügen, aus dem ich dann auf Twitter ein "Best of" herausfiltern kann. Immer wieder spannend finde ich z.B. die Studien oder Essays unseres Knowledge-Teams zu Zukunftsthemen wie Demographie, Klima oder Mobilität. Hier wird das "Mehr als nur Versicherungen" authentisch gelebt: Forschung und gesellschaftliches Engagement sind bei uns nicht allein l'art pour l'art, sondern es geht um das Thema Risiko, also unser Kerngeschäft.

Bei der Allianz nutz man Social Media auch für die Interne Kommunikation. Wie werden die internen Blogs und der CIO-Blog von den Mitarbeitern angenommen?
Aktuell bereiten wir den Start einer sehr mächtigen Enterprise 2.0-Plattform vor, die weit über die Blogging-Aktivitäten einzelner Unternehmenspersönlichkeiten – die vornehmlich innerhalb einer Community aus ihrem weiteren persönlichen Umfeld stattfinden – hinausgehen wird. Unser künftiges Ziel ist es, allen Mitarbeitern ein Medium zu gleichberechtigter Kollaboration und Kommunikation zu bieten. 2012 wird spannend!

Walter_markus_allianz_200x126
Markus Walter hat als Social Media Communicator im Fachbereich Unternehmenskommunikation hat die Web 2.0-Aktivitäten der Allianz Deutschland AG im Blick: Im einen Bildschirmfenster beobachtet er, was im Web über das Finanzdienstleistungsunternehmen gesprochen wird; im anderen hält er u.a. über den Twitter-Account des Unternehmens Kontakt zu Influencern. 
Nach dem Studium der Kommunikationswissenschaft hat Walter als Kulturjournalist gearbeitet, seit 2002 ist er in verschiedenen Bereichen der Allianz Unternehmenskommunikation tätig.

 

Erfolgsfaktoren für Unternehmen im Social Web

1. Ausgangssituation
Einhergehend mit der fortschreitenden Verbreitung des Internets[1] und der Verfügbarkeit mobiler Endgeräte[2] hat Social Media in den vergangenen Jahren den Durchbruch zum Massenphänomen geschafft. Auch in die Marketing- und Kommunikationsabteilungen von Unternehmen hat Social Media längst Einzug erhalten. Die große Mehrheit (73,70%) aller deutschen Unternehmen ist im Social Web aktiv und nutzt mindestens eine Social Media-Plattform für die Kommunikation mit Kunden, Interessenten oder anderen Einflussgruppen.[3] Betrachtet man die 47 größten europäischen Unternehmen, steigt die Zahl der Unternehmen die mindestens Social Networks (Facebook), Microblogs (Twitter), Video Sharing Services (YouTube) oder Blogs  verwenden sogar auf 89%. Die Anzahl der Unternehmen, die alle vier Plattformen aktiv einsetzt ist mit 15% jedoch noch sehr gering.[4] Hieraus kann geschlossen werden, dass viele Unternehmen bislang mit Testprojekten erste Erfahrungen gesammelt haben, aber noch nicht über eine plattform- und abteilungsübergreifende Social Media-Strategie verfügen. Auch die Anbindung an die übergeordnete Marketing- und Unternehmensstrategie dürfte damit in vielen Fällen nicht gegeben sein. Diese Annahme wird u.a. durch eine Untersuchung von Weber Shandwick bestätigt die zeigt, dass nur 28% aller befragten Unternehmen über einen Redaktionsplan zur inhaltlichen Koordinierung der genutzten Social Media-Plattformen verfügen. [5] Fink & Fuchs hat in einer weiteren Studie für die DACH-Region ermittelt, dass 66% der befragten Unternehmen über eine Social Media-Strategie verfügen, diese aber zu 78,5% nur einzelne Abteilungen, Plattformen, Kampagnen oder Phasen umfasst.[6] Unternehmen sind sich der Bedeutung einer übergreifenden Social Media-Strategie zwar bewusst, wie eine Untersuchung von Digital Brand Expressions[7] zeigt, vielfach erscheint ihnen die Entwicklung einer derartigen Strategie aber zu zeitaufwändig und komplex oder es fehlen schlicht das Know-how und die Erfahrungswerte für eine zielgerichtete Vorgehensweise.

2. Der Weg zur Social Media-Strategie
Auf Basis umfangreicher Erfahrungen mit Social Media-Projekten im B2B und B2C Umfeld hat Wunderman daher ein 6-stufiges Vorgehensmodell entwickelt, das die Strategieentwicklung strukturiert und erleichtert und es Unternehmen so ermöglicht, das Potenzial von Social Media optimal auszuschöpfen. Das Modell ist modular aufgebaut und kann sowohl von Unternehmen eingesetzt werden, die bereits mit taktischen Maßnahmen im Social Web aktiv sind, als auch von Unternehmen, die sich erstmals mit Social Media beschäftigen. Die Inhalte der Prozessschritte können zudem flexibel an die individuellen Bedürfnisse verschiedener Unternehmenstypen und -größen angepasst werden.

Warp1
Abbildung 1: Wunderman Social Media Prozess

2.1 Listening-Phase („Zuhören“)
Social Media-Aktivitäten sind durch eine extrem ausgeprägte User-Orientierung gekennzeichnet. Als unmittelbares Pull-Medium können Social Media-Projekte nur dann erfolgreich sein, wenn sie sich konsequent an den Bedürfnissen und Interessen der User orientieren. Startpunkt jedes Social Media-Projektes ist daher eine detaillierte Listening-Phase. Ziel ist es, die Bedürfnisse und Interessen der User bereits vor der Grundkonzeption zu identifizieren und alle geplanten Aktivitäten auf die relevanten Zielgruppen auszurichten. (...)

Lesen sie den vollständigen Fachbeitrag im scm-Newsletter (1/2012).

Jan Warp leitet einen Kampagnen-Workshop bei den Social Media Praxistagen der scm in Frankfurt am 14.03.2012.

Warp_jan
Jan Warp verantwortet seit 2011 als Discipline Lead Social Media standortübergreifend alle Social Media Projekte für Wunderman Deutschland. Schon früh setzte Herr Warp seinen Fokus auf Kunden mit komplexen, erklärungsbedürftigen Produkten und arbeite für verschiedene Spezialagenturen mit IT-Schwerpunkt, wie Woelke von der Brüggen. Ab 2007 spezialisiert er sich auf die Themen Online-Dialogmarketing und Social Media und arbeitete u.a. für MRM Worldwide und Wunderman. Bei Wunderman ist er seit 2009 für die Entwicklung von Social Media, Online und E-Commerce Strategien zuständig und betreut internationale Großkunden wie Microsoft, Lufthansa und Ford.

[1] ARD/ZDF, ARD/ZDF Online-Studie 2011, 2011
[2] BITKOM, Anzahl der Smartphone-Nutzer in Deutschland 2011, 2012
[3] BVDW, Einsatz von Social Media im Unternehmen 2011, 2011
[4] Burson-Marsteller, The Global Social Media Check-up 2011, 2011
[5] Weber Shandwick and Forbes Insights, Socialising Your Brand: A Brand’s Guide to Sociability, 2011
[6] Fink & Fuchs, Universität Leipzig, Pressesprecher, Social  Media Governance 2011, 2011
[7] Digital Brand Expressions, Social Media Without A Parachute, 2010

 

Digitales Storytelling bei Siemens

„/answers“ oder zurück ins Licht auf allen Kanälen

Wer heute im Zug sitzt, sieht kaum noch Menschen, die die Zeit ungenutzt verstreichen lassen: Sie beschäftigen sich mit ihrem iPad oder tippen auf den Tasten ihrer Smart-Phones. Internetfähige mobile Endgeräte, die man immer und überall nutzen kann, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Dementsprechend entwickeln sich auch die medialen Möglichkeiten und Herausforderungen rasant weiter. Das war ein wesentlicher Grund für die Siemens AG, sich dieser Entwicklung anzupassen und entsprechend über neue Wege in der Kommunikation der Marke nachzudenken.

Unser Kunde Siemens hat bereits 2007 ein komplett neues Webdesign für seine Corporate Website eingeführt. Schon damals stellte die Seite einen großen Gestaltungsraum innerhalb der so genannten Feature-Fläche für mediale Inhalte zur Verfügung. Hier findet seit Februar 2011 mit „/answers“ ein neuartiges digitales Multi-Kanal-Magazin Platz (http://www.siemens.com/entry/cc/de/). Um in Sachen Social Media am Ball zu bleiben, gibt es zwei wesentliche Stellschrauben: Es müssen Inhalte sowohl für das klassische desk- top-basierte Internet als auch für das mobile Internet geschaffen werden, die so spannend und relevant sind, dass sie ihren Weg „von selbst“ ins Social Web finden, Stichwort „Sharing“. Die zweite Stell- schraube: die Inhalte über mehrere digitale Kanäle sowie Mobile Devices sinnvoll vernetzen.

Ziel: Digitales Storytelling
Unser Ziel war es also, gemeinsam mit Siemens ein langfristig konzipiertes Storytelling zu schaffen und damit einen offenen Dialog mit der Zielgruppe zu ermöglichen. Diese besteht haupt- sächlich aus B2B-Entscheidern. Aber auch Multiplikatoren und Journalisten, Job-Suchende und Influencer wie Blogger und Networker möchten wir mit /answers adressieren. Der Fokus des Storytelling: echte Geschichten, die aus dem Leben gegriffen sind. Technologie- und Produktwerbung tritt dabei ganz klar und bewusst in den Hintergrund. Somit wird die Marke emotionalisiert und der oft versteckte Beitrag von Siemens sichtbar gemacht. Unsere Aufgabe als Agentur war es dabei, die Produktion einzelner Stories zu koordinieren und Siemens bei der Vernetzung der Inhalte über alle Kanäle hinweg zu unterstützen. „Wir verfassen als Agentur keine einzige Story selbst, sondern konzentrieren uns darauf, ein weltweites Netzwerk von renommierten Autoren und Filmemachern zu etablieren“, erklärt Ralf Heller, Gründer und CEO von Virtual Identity. „Und die Autoren behalten die kreative Verantwortung. Sie finden die Protagonisten und erzählen die Geschichte aus ihrer Perspektive. Wir hoffen durch die so entstehende Varianz, nachhaltig das Gehör der Zielgruppe zu finden.“ (...)

Lesen Sie mehr über dieses Projekt und seine Umsetzung im scm-Newsletter 4/2011

Holz_linda
Linda Holz ist seit Juni 2011 Pressesprecherin der Virtual Identity AG. Dort verantwortet sie die Entwicklung und Implementierung aller Kommunikationsmaßnahmen sowie PR- und Social Media- Strategien. Vor ihrer Tätigkeit bei Virtual Identity war sie Account Managerin bei der PR-Agentur Lewis PR, wo sie Unternehmen aus dem IT- und Telekommunikationssektor international betreute.

 

 

 

 

 

 


 

Interne Kommunikation 2.0

Social Media sind mehr als ein zusätzlicher Kommunikationskanal. Sie fordern Selbstverständnis und Mitarbeiterbild der Internen Kommunikation heraus.

„Den Mitarbeiter auf Augenhöhe ansprechen“, „nicht mehr von oben nach unten kommunizieren“, „Dialog organisieren“ – so beschreiben Kommunikationsverantwortliche zurzeit die zentralen Aufgaben in der internen Unternehmenskommunikation. Ziel ist es, Mitarbeiter unter den komplexen Bedingungen heutiger Unternehmenstätigkeit mitzunehmen und ihnen Orientierung zu bieten. Dieses Ziel ist in den vergangenen Jahren wichtiger, gleichzeitig aber auch schwieriger geworden. Das belegen Ergebnisse der aktuellen Trendstudie Interne Kommunikation, die Möglichkeiten und Grenzen von Kommunikation in Zeiten des Wandels erhob. Im Rahmen einer Langzeitstudie werden seit 2008 die Verantwortlichen für Interne Kommunikation der 500 umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands jeweils im Abstand von anderthalb Jahren befragt. An der jüngsten Umfrage beteiligten sich im Frühjahr 2011 insgesamt 115 Kommunikationsfachleute, was einem guten Rücklauf von knapp einem Viertel entspricht.

Im Vergleich der drei bislang durchgeführten Umfragen wird deutlich, dass die Mitarbeiterkommunikation spätestens seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise in Bewegung ist. Mitarbeiter sind kritischer und fordernder geworden, so berichten die befragten Kommunikationsverantwortlichen. Sie setzen deshalb verstärkt auf persönliche Kommunikation und dialogorientierte Medien. Die ehemals klaren Grenzen zwischen „innen“ und „außen“ lösen sich zunehmend auf, was sich u. a. auf das Spektrum und die Art der kommunikativen Auseinandersetzung mit Themen auswirkt. Interne Kommunikation entwickelt sich in immer mehr Unternehmen zu einer Managementfunktion, in deren Rahmen Werte und Verantwortung eine zentrale Rolle spielen. Damit einher geht die Suche nach tragfähigen Grundlagen und übergeordneten Konzepten, auf die eine zukunftsfähige Kommunikationsarbeit aufsetzen kann.

Auf das Kommunikationsverständnis kommt es an

In den vergangenen anderthalb Jahren ist der Anteil der Unternehmen, die Web 2.0-Elemente im Intranet umsetzen, deutlich gestiegen. Sieben von zehn Unternehmen verfügen heute bereits über entsprechende Angebote. Tendenz steigend: Knapp die Hälfte der Kommunikationsverantwortlichen sieht hier großes Potenzial, das es zukünftig stärker zu nutzen gelte. Social Media und Web 2.0-Elemente sind für die Interne Kommunikation dabei mehr als ein zusätzlicher Kommunikationskanal. Sie setzen Mitarbeiter voraus, die sich aktiv einbringen, eigene Themen setzen und Kommunikation selbst gestalten können. Damit stellen sie klassische Kommunikationsverständnisse in Frage, die „top-down“ ausgerichtet sind und in einseitigen Botschaften denken. Für die Interne Kommunikation liegt darin eine große Chance. Längst ist vielen ohnehin klar, dass einfache Wirkungsvorstellungen von Mitarbeiterkommunikation nach dem Motto „heute veröffentlicht, morgen in den Köpfen“ nicht funktionieren. In einer Zeit, in der sich wirtschaftliche und soziale Veränderungen immer stärker beschleunigen und sich Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten vervielfachen, steigen die Ansprüche und Erwartungen der Mitarbeiter. Chancen liegen darin, Kommunikation konsequent an den Bedürfnissen der Mitarbeiter auszurichten und sie als Partner zu begreifen. Social Media können helfen, Mitarbeitern Orientierung zu bieten und den Dialog als Leitgedanken der Kommunikationsarbeit umzusetzen.

Lesen Sie den gesamten Fachbeitrag von Prof. Dr. Simone Huck-Sandhu und Dr. Klaus Spachmann im Newsletter IK im Fokus (3/2011)

Die Autoren werden zu diesem Thema auch auf der K2-Tagung Interne Kommunikation am 24. November 2011 in Düsseldorf sprechen.

Huck_sandhu_simone_200x126
Prof. Dr. Simone Huck-Sandhu ist Professorin für Public Relations an der Hochschule Pforzheim. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind strategische Unternehmenskommunikation, Organisationskommunikation und interne Kommunikation.

Spachmann_klaus_200x126

Dr. Klaus Spachmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet für Kommunikationswissenschaft und Journalistik der Universität Hohenheim. Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind Wirtschaftsjournalismus, empirische Kommunikationsforschung und interne Kommunikation.

 

Social Media (noch) unwichtig

Obwohl viele Unternehmen in den vergangenen Jahren auch in der internen Kommunikation Social Media wie Blogs und Wikis installiert haben, misst ihnen die Mehrzahl der internen Kommunikatoren derzeit noch wenig Bedeutung bei – so ein Ergebnis der Umfrage „Trendmonitor Interne Kommunikation“ der school for communication and management, des prmagazins und der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG), an der sich im September 2011 insgesamt 177 Kommunikatoren beteiligten.

Die wichtigsten Instrumente sind das persönliche Gespräch (96 Prozent), Intranet (85 Prozent), Mitarbeiterversammlung (76 Prozent), Flurfunk (60 Prozent) und die Mitarbeiterzeitschrift (57 Prozent). Die Mittel soziales Netzwerk (36 Prozent), Wiki (24 Prozent) und Blog (19 Prozent) stuften die 177 Umfrageteilnehmer als weniger wichtig ein. Allerdings bauen viele Unternehmen derzeit ihre Social-Media-Aktivitäten aus. Gefragt nach Projekten in der Internen Kommunikation wurde nur der Um- beziehungsweise Aufbau des Intranets häufiger genannt.

Lediglich 41 Prozent der Befragten gaben an, dass ihrer Arbeit ein schriftliches Konzept zu Grunde liegt. Meist ist das in den Unternehmen der Fall, in denen die Interne Kommunikation als eigene Abteilung etabliert ist. Dementsprechend unzufrieden sind die Teilnehmer wegen der mangelnden strategischen Ausrichtung der internen Kommunikation (35 Prozent). Schlimmer sieht es aus ihrer Sicht nur beim Punkt Personal aus: 43 Prozent wünschen sich zusätzliche Kollegen.

Banner_trendmonitor_200x126

Weitere Ergebnisse finden Sie in der kostenlosen Kurzauswertung, die hier zum Download bereit steht. 

Die Langversion erscheint im Januar 2012 bei der scm und kann hier bereits vorbestellt werden.