Kommunikation mit gefesselten Händen

Der deutsche Baukonzern Hochtief wurde im vergangenen Jahr nach langem öffentlichen Kampf von seinem spanischen Konkurrenten ACS feindlich übernommen. Jutta Hobbiebrunken, ehemalige Kommunikationschefin von Hochtief und Referentin der K2-Tagung Krisenkommunikation, spricht im Interview über Möglichkeiten und Grenzen der PR in dieser Ausnahmesituation.

Frau Hobbiebrunken, wie können sich Unternehmenskommunikatoren auf einen feindlichen Übernahmeversuch vorbereiten?
Es ist sehr hilfreich, Pläne in der Schublade zu haben, die alle denkbaren Szenarien einer Übernahme aus kommunikativer Sicht abdecken. Wichtig ist es aber auch, auf ein gutes Team zurückgreifen zu können, dem man vertraut. Dazu zählt insbesondere externe Hilfe, die im Notfall schnell einspringen muss, denn eine solche Situation lässt sich allein mit Bordmitteln nicht bewältigen. Aber trotz aller Vorbereitung befindet man sich im Ausnahmezustand, der ein permanentes schnelles, aber stets gut durchdachtes Handeln erforderlich macht.

Die Kommunikation des Angegriffenen startet immer mit einem zeitlichen Nachteil, weil der Angreifer entscheidet, wann und wie er in die Offensive geht. Wie lässt sich dieser Nachteil ausgleichen?
In solchen Momenten zahlt sich eine jahrelange Kommunikationsarbeit aus. Dazu gehört ein gutes Netzwerk – vor allem mit vertrauensvollen Kontakten zu den Journalisten der wichtigsten Medien. Der Übernehmer hat zwar einen zeitlichen Vorsprung, sitzt aber oft nicht vor Ort und muss solche Kontakte erst noch aufbauen.

Das vollständige Interview finden Sie auf www.prmagazin.de
Jutta Hobbierbrunken ist Referentin der K2-Tagung Krisenkommunikation vom 13. Oktober 2011

 

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Jutta Hobbiebrunken hat bis Mai 2011 die Konzernkommunikation der HOCHTIEF Aktiengesellschaft in Essen geleitet. Nach der Übernahme durch ACS hat sie das Unternehmen nach mehr als 17 Jahren verlassen. Die ehemalige Journalistin hat den in den 1990er Jahren eingeleiteten Wandel vom klassischen Bauunternehmen zum internationalsten Baudienstleister der Welt intern und extern erfolgreich kommunikativ gestaltet. Sie trug maßgeblich zur guten Positionierung und Reputation des M-Dax-Konzerns bei. Zuvor hat sie als Pressesprecherin der Wirtschaftsvereinigung Deutsches Verkehrsforum in Bonn sowie der Bahntochter Transfracht Deutsche Transportgesellschaft in Frankfurt am Main gearbeitet.