Man muss auf kritische Reaktionen vorbereitet sein

Gab es anfänglich Bedenken, mit einem sensiblen Thema wie der Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr im Social Web aktiv zu werden?
Wir haben uns im Vorfeld intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, ob das Social Web überhaupt ein sinnvoller Kanal für uns ist. Welche Plattformen sind für uns relevant? Wie wollen wir diese in unsere bestehende Kommunikation integrieren? Die Entscheidung, Social Media für uns zu nutzen, lag auf der Hand. Denn eines unserer wichtigsten Kommunikationsziele ist die kontinuierliche Information von Eltern darüber, wie sie ihre Kinder sicher im Straßenverkehr transportieren können. Hier herrscht nach wie vor ein hoher Aufklärungsbedarf. Wir wissen zudem, dass wir unsere Zielgruppe sehr gut über das Web erreichen können. Hier recherchieren junge oder werdende Eltern und tauschen sich in Foren intensiv aus. Deshalb suchen wir genau dort den Dialog – gerade weil Sicherheit ein so wichtiges Thema ist, zu dem wir viel beitragen können. Unseren Fokus haben wir sowohl auf Facebook als auch auf unsere eigene Social Media-Plattform ‚Baby an Bord‘ gelegt. Aus unserer bisherigen Kommunikation und dem intensiven Kontakt mit der Zielgruppe war uns natürlich bewusst, dass das Thema Kindersicherheit sehr emotional ist. Man muss auf kritische Reaktionen vorbereitet sein, auch und vor allem im Internet. Wichtig ist uns einerseits, kritisch diskutierte Themen im Web und auf unseren Plattformen genau zu beobachten. Um schnell und transparent reagieren zu können, müssen wir uns hierbei untereinander gut abstimmen. Auf der anderen Seite wollen wir natürlich sicherstellen, dass die Aufbereitung unserer Informationen optimal an den Kanal angepasst ist.

Für viele Unternehmen stellt sich die Frage, wie sie Social Media in die Organisationsstruktur integrieren. Wie sind Sie vorgegangen?
Auch das ist eine wichtige Frage, die man sich unbedingt stellen sollte, bevor man anfängt im Web aktiv zu werden. Denn zum einen muss man in der Lage sein, schnell und ohne lange Abstimmungsschleifen reagieren zu können. Und zum anderen hat man zumindest am Anfang oft keine zusätzlichen Mitarbeiter zur Verfügung. Auch bedarf es oftmals interner Aufklärungsarbeit. Wir haben Social Media deshalb nach und nach aufgebaut. Aktuell liegt die Leitung in der PR-Abteilung, die eng verzahnt mit dem Kundendienst und internen Experten zusammenarbeitet. Auf unserem Blog ‚Baby an Bord’ kommen deshalb unsere Mitarbeiter von Britax Römer mit ih- rem Fachwissen zu Wort, berichten beispielsweise über die Entwicklung eines Kindersitzes oder erklären die Funktionsweise unserer Crashtest-Anlage. Diese Beiträge kommen sehr gut an und werden viel und gerne gelesen. Darüber hinaus versuchen wir Social Media auch kontinuierlich in die klassischen Kommunikation zu integrieren. (...)

Lesen Sie das gesamte Interview sowie weitere Artikel zum Thema Social Media im scm-Newsletter 4/2011.

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Nina Schröer arbeitet sein Juli 2010 als European PR & eMarketing Manager bei Britax Römer. Das Unternehmen ist ein führender Anbieter von Autokindersitzen, Kinderwagen, Fahrradkindersitzen und Babytragen. Vor Britax Römer war sie sieben Jahre in einer internationalen PR-Agentur in München tätig und hat Kunden im den Bereichen der Marken-, Produkt- sowie Krisenkommunikation beraten. Besondere Expertise hat sie in den Themen Consumer Goods, Consumer Electronics, Social Media sowie im Interimsmanagement.