scmonline's posterous http://scmonline.posterous.com Most recent posts at scmonline's posterous posterous.com Wed, 17 Aug 2011 02:38:00 -0700 Vorsicht Kamera http://scmonline.posterous.com/vorsicht-kamera http://scmonline.posterous.com/vorsicht-kamera

Gerade in Krisensituationen will der Umgang mit den Medien gelernt sein

„it ́s not what you say, it ́s what they hear.“ Gerade einer Krisensituation muss die Botschaft eines Statements verstanden werden – von „jedermann“. Fachbegriffe, Schachtelsätze, hochgestochene Formulierungen oder „Bürokraten-Deutsch“ sind fehl am Platze.

Sich bei einer kritischen oder provokativen Frage mit dem Interviewer anzulegen oder seine (negativen) Formulierungen aufzugreifen ist in der Wirkung beim Zuschauer geradezu tödlich. Glaubwürdig und überzeugend wirkt man nur, wenn man selbst überzeugt ist, und sich so gibt, wie man wirklich auch ist. Alles andere, sprich übertriebene oder unnatürliche – weil lediglich antrainierte – Gestik und Mimik wirkt künstlich und aufgesetzt.

Neben dem eigenen optischen Erscheinungsbild, natürlich dem Anlass und Thema entsprechend – und nichts was ablenkt, flimmert oder farblich zu stark kontrastiert – ist auch der optische Hintergrund für ein Kamerastatement wichtig. Lassen Sie sich also nicht von einem Kamerateam irgendwo auf dem Firmengelände „platzieren“, sondern schaffen Sie einen eigenen, kameratauglichen Hintergrund, vor dem Sie sich präsentieren.

Informieren Sie sich über die „Spielregeln“. Vor allem, wie lang das Statement sein darf, wie umfangreich ein Interview geplant ist, wer sonst noch zu Wort kommt, welche Sendeform geplant ist, etc. 

Nichts verschlimmert eine Krise mehr, als mangelnde Glaubwürdigkeit. Zur Glaubwürdigkeit gehört daher auch, nicht um den heißen Brei herumzureden, sondern auch einen Fehler zuzugeben, Verständnis und Betroffenheit zu zeigen und Sorgen ernst zu nehmen. Glaubwürdigkeit wird schnell untergraben, wenn die Botschaften aus dem Unternehmen unterschiedlich oder gar widersprüchlich sind. Eine „one-voice-strategy“ ist damit besonders in Krisen unabdingbar. Damit auch die schnellstmögliche, am besten sogar vorherige information nach innen, an die Mitarbeiter. Nicht selten wird ihnen am Werkstor das Mikrophon vor die Nase gehalten. ... 

Fazit
Krisenkommunikation und das richtige agieren vor Kamera und Mikrophon ist kommunikative „Königsdisziplin“. So wie Bilanzpressekonferenzen, Hauptver- sammlungen, Analystenmeetings und Roadshows nicht aus heiterem Himmel kommen, sondern geplant und kommunikativ trainiert werden, können und müssen Krisensituationen antizipiert werden. Thematisch-fachlich, aber auch mental. Und gerade das Verhalten im Umgang mit den Medien ist eine Sache von Training und Übung.

Den ungekürzten Text finden Sie hier.

Am 14. Oktober bietet Norbert L. Esser einen Workshop zum Thema "Rhetorik im Medienumgang in Krisensituationen" in Düsseldorf an. Mehr Informationen finden Sie hier.

Esser_norbert
Autor: 2007 gründete Norbert L. Esser die Firma Wortgestaltung. Zuvor war er seit 1989 als Leiter Unternehmenskommunikation des BHW-Konzern tätig. Von 1978 bis 1989 leitete er die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit in der CDU-Bundesgeschäftsstelle in Bonn. 

 

 

 

 

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