scmonline's posterous http://scmonline.posterous.com Most recent posts at scmonline's posterous posterous.com Tue, 27 Mar 2012 08:35:00 -0700 Wertschätzung macht produktiver - Interview mit Andreas Voß (JPIKOM) über Führungskräftekommunikation http://scmonline.posterous.com/wertschatzung-macht-produktiver-interview-mit http://scmonline.posterous.com/wertschatzung-macht-produktiver-interview-mit
1) Wie motiviert man Führungskräfte dazu, sich als Botschafter gelebter Unternehmenskultur zu verstehen?
Voß: Jede Führungskraft ist Botschafter der Unternehmenskultur – und wenn es nur die Subkultur am eigenen Standort, im eigenen Bereich usw. ist. Kultur beschreibt, wie wir gemeinsam handeln, welches Handlungsprogramm also dem Leben und Arbeiten in Organisationen zugrunde liegt. Die Frage ist: Driftet Ihr Unternehmen auseinander? Gibt es zu viele unterschiedliche Strömungen, die die bereichsübergreifende Zusammenarbeit erschweren? Wenn ja, dann sollten Sie es einmal mit Führungskräfte-Netzwerken versuchen, in denen Sie über die „Stärke schwacher Bindungen“ daran arbeiten, alte Routinen aufzubrechen und die Führungskräfte für Neues zu „öffnen“. Dann hat auch die Unternehmenskultur eine Chance, sich zu verändern.

2) Die Führungskräftekommunikation kann also entscheidend zum Erfolg in Veränderungsprozessen beitragen. Ob Führungskräftekonferenz, Leadership-Portale oder Führungskräfte-Newsletter – es gibt eine Bandbreite an Instrumenten, die in der Führungskräftekommunikation eingesetzt werden. Aber welche Instrumente eignen sich besonders? Nach welchen Kriterien sollte man eine Auswahl vornehmen?
Voß: Entscheidende Kriterien sind die Zielsetzungen der Kommunikation und die Medienkompetenz der Führungskräfte. Wenn es im Change darum geht, Führungskräfte zu Motoren des Wandels zu machen, die Skepsis der Leitwölfe zu brechen, dann können sie nicht nur mit informativen Medien arbeiten – mit therapeutischen Gesprächskreisen aber ebenso wenig. Hilfreich sind zumeist Mischformate, die klar strukturierte Informationsvermittlung, gemeinsame Zusammenarbeit und Dialog gleichermaßen ermöglichen. Von super-innovativen Leadership-Portalen zum Selbstzweck halte ich nichts. Häufig sind die Führungskräfte noch nicht so weit und nutzen die Portale überhaupt nicht. Wer in einem Unternehmen mit technik-affinen Führungskräften arbeitet, der kann sich glücklich schätzen und auch medial experimentieren. 

3) Es geht nichts über die persönliche Kommunikation. Welche Rolle spielen die viel gepriesenen Social Media in der Kommunikation nach innen und außen, und wie beeinflussen diese die Unternehmenskultur? 
Voß: Den ersten Satz würde ich so nicht unterschreiben. Wenn Sie wichtige Entscheidungen vermitteln müssen, dann können Sie auf schriftliche Kommunikation nicht verzichten – allein aus Gründen der Verbindlichkeit. Von Verbindlichkeit zu Transparenz ist es nicht weit. Social Media sind dort hilfreich, wo sie im Unternehmen zu mehr Transparenz und Verständigung beitragen. Und natürlich kann eine offene(re) Feedbackkultur nicht schaden; wenn die Leute lernen, damit umzugehen.

4) Am Ende sucht der Mitarbeiter vor allem Wertschätzung. Wie schafft es die Führungskraft Ihrer Meinung nach, die Wertschätzung und somit auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu steigern?
Voß: Wertschätzung ist eine ureigene Frage des Führungsstils. Sind Sie heute schon gelobt worden? Und wenn es nur für eine Kleinigkeit ist, es macht Sie produktiver. Hinzu kommt: Wenn Sie über die Führungskräftekommunikation den Leadern im Unternehmen gutes Material an die Hand geben und ein vollständiges Bild vom Geschehen im Unternehmen vermitteln, dann werden die Abteilungs-, Team- und Gruppenleiter ihre Aufgabe der Mitarbeiterinformation und -orientierung deutlich besser erfüllen können. Das ist es, was Führung (oder Führungskommunikation) bedeutet. Damit geht immer Wertschätzung einher.

Weitere Interviews finden Sie in unserem Newsletter IK im Fokus (2/2012).

Andreas Voß ist Referent der K2-Tagung Interne Kommunikation am 9./10. Mai in Köln. 
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Andreas Voß ist Geschäftsführer der JP|KOM GmbH, wo er bereits seit 2006 als PR-Berater und seit 2010 als stellvertretender Geschäftsführer tätig war. Seine Karriere begann Voß 1999 als Bankkaufmann bei der WestLB. 

 

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