Blogs als Instrument der B2B-Kommunikation im Mittelstand

Der gezielte strategische Einsatz und die konsequente operative Nutzung der verschiedenen Social Media-Plattformen bieten im mittelständischen B2B viele Vorteile. Die Chancen der Erstellung von Social-Media Content durch ein eigenes Blog werden jedoch erst viel zu wenig genutzt. Warum eignen sich Blogs gerade für mittelständische B2B-Unternehmen? Welche Vorteile können mit einem eigenen Blog realisiert werden?

Bei einem Unternehmens-Blog handelt es sich um ein auf einer Website geführtes Journal, das von einem Unternehmen bzw. von Mitarbeitern zum Zwecke der Kommunikation über  relevante Themen aus dem Unternehmen bzw. dem Unternehmensumfeld eingesetzt wird. Bislang spielt diese Form der öffentlichen Kommunikation im Social Web für mittelständische Unternehmen erst eine untergeordnete Rolle. So werden Blogs nach den Ergebnissen der Bremerhavener Social Media KMU Studie erst von 21,4% der über 500 befragten Mittelstandsunternehmen in der unternehmensexternen Kommunikation eingesetzt.
Dabei bietet ein Blog in der unternehmensexternen B2B-Kommunikation gerade für den Mittelstand viele Vorteile:

1) Ein Blog auf der eigenen Unternehmens-Website benötigt nicht notwendigerweise eine Präsenz in öffentlichen sozialen Netzwerken. Damit ist für B2B-Unternehmen ein erster Einstieg in die Welt von Social Media möglich, ohne dass eine Aktivität zum Beispiel im umstrittenen sozialen Netzwerk Facebook erforderlich ist.

2) Blogs können in der Form und in der Sprache den Gepflogenheiten des Geschäftslebens gestaltet werden. Hierdurch lässt sich ein seriös wirkender und dem Image des Unternehmens entsprechender Kommunikationsauftritt auch in den sozialen Medien kreieren.

3) Die Erstellung eines eigenen Blogs kann mit Hilfe von Open Source Software (vor allem Wordpress und Blogger) erfolgen und ist daher 
kostengünstig. Zu beachten ist allerdings der nicht zu unterschätzende personelle, zeitliche und auch finanzielle Aufwand für die Erstellung des Contents.

4) Durch eine multimediale Aufbereitung z.B. durch Graphiken, Bilder und Videos lassen sich die Leistungen gerade im B2B-Bereich deutlich einfacher als in den klassischen Printmedien visualisieren und transportieren. Die 
Verkaufsfähigkeit der eigenen Leistungen steigert sich immens.

5) Hintergrundinformationen, technische Spezifikationen und weiterführende Verweise können in einem Blog deutlich zur 
Erklärung komplexer Sachverhalte im B2B-Geschäft beitragen. Kostenintensive Rückfragen zu Details erübrigen sich und der Außendienst kann entlastet werden. 

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Weitere Vorteile von Blogs und noch mehr Beiträge zum Thema Social Media finden Sie im scm-Newsletter (1/2013).

Zum den Themen PR 2.0 und auch Social-Media-Strategien für B2B-Unternehmen finden Workshops im Rahmen der Social Media Praxistage am 19. und 20. März in Frankfurt statt.

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Dr. Heike Simmet ist Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Bremerhaven. Sie leitet dort seit 1998 das Labor Marketing und Multimedia (MuM). Neben ihren Funktionen als wissenschaftlicher Beirat im Institut für Customer Experience Management (i-CEM), Hamburg und im Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL), Bremen, ist sie als Referentin und Beraterin vor allem im Social Media Bereich selbständig tätig.  

 

 

Social Media beim DRK: transparent, relevant und interessant

Welche Social Media-Kanäle nutzt das DRK und welche Themen werden dort kommuniziert?
Wir als DRK-Bundesverband sind seit März 2009 auf Youtube, seit September 2009 auf Facebook und seit Mai 2010 auf Twitter präsent. In erster Linie verstehen wir alle drei Kanäle als Kommunikationsplattform, um alldiejenigen, die Interesse an unserer weltweiten humanitären Arbeit haben, zu erreichen – und das möglichst transparent, relevant und interessant. Dabei ist es uns wichtig, mit unseren Fans, Followern und Abonnenten in den Dialog zu treten und so letztlich Begeisterung und Lust zur Unterstützung des DRK zu wecken. Wir berichten schwerpunktmäßig über aktuelle Themen wie z.B. Katastrophenhilfeseinsätze, aber auch über unsere langfristige Auslandshilfe. Laufende DRK-Kampagnen werden natürlich auch im Social Web bespielt. So haben wir im vergangenen Jahr zum Beispiel zum "Großen Stricken" mit unserem Unternehmenspartner innocent aufgerufen und derzeit bewerben wir unsere Online-Straßenmusikerkampagne auch über Facebook und Twitter. 

Wer bloggt bei Ihnen und welchen Stellenwert hat Ihr Blog für die öffentliche Wahrnehmung Ihrer Organisation/ der Arbeit, die sie weltweit leisten? 
Unmittelbar nach dem Haiti-Erdbeben haben wir im Januar 2010 unseren Blog ins Leben gerufen, um der breiten Öffentlichkeit und vor allem unseren Spendern unmittelbare Einblicke in unsere Hilfsprojekte zu geben. Es sind stets unsere Auslandsdelegierten in den Projekten, die ihre persönlichen Beiträge schreiben. Sie berichten über Ihre Arbeit, Ihren Alltag und die Herausforderungen vor Ort. Für uns zählt hier der Transparenzgedanke. Wir möchten unsere Spender in unsere Arbeit mit hineinnehmen und veranschaulichen, was vor Ort in den Projekten mit ihren Spenden bewirkt wird.

Mitarbeiter und Unterstützer sind oftmals die besten Botschafter. Gibt es beim DRK Guidelines, die ihnen Hilfestellung für den Dialog im Social Web geben? 
Das Deutsche Rote Kreuz ist ein großer föderal gegliederter Verband. Wir haben viele Kreis- und Landesverbände und viele Ehrenamtliche, die im Social Web aktiv sind. Tendenz steigend. Sie alle sind wichtige Multiplikatoren und prägen die Wahrnehmung des DRK in der Öffentlichkeit maßgeblich. Deshalb haben wir einen Leitfaden zum Umgang mit den sozialen Medien entwickelt. Dieser ist in der letzten Abstimmungsphase. Er soll Hilfestellung geben, wie man im Web 2.0 agiert und seine eigene Person in Verbindung mit dem Roten Kreuz darstellt. Wie gehe ich mit Kritik um? Wie darf ich das von der Genfer Konvention geschützte Rotkreuz-Logo verwenden? Was gilt es bezüglich des Datenschutzes zu beachten? Unser Leitfaden greift Fragen wie diese auf. Wir sind gespannt auf das Feedback aus dem Verband.

Lesen Sie weitere Interviews uns Fachartikel zum Thema Social Media im scm-Newsletter (2/2012)

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Sabine Sommer arbeitet seit neun Jahren im Dialogmarketing. Die passionierte Fundraiserin ist beim Bundesverband des Deutschen Roten Kreuzes für den Aufbau neuer Fundraisinginstrumente zuständig. Hier hat sie u.a. nach dem erfolgreichen Relaunch der DRK.de die Social Media Präsenz des DRK aufgebaut. Zuvor hat sie für die Kinderrechtsorganisation Save the Children während der Gründungsjahre den Spenderservice geleitet und Face-to-Face-Kampagnen gesteuert.

 

Erfolgsfaktoren eines Management-Blogs – ein Erfahrungsbericht

Seit mehr als fünf Jahren betreibt die Geschäftsleitung von T-Systems Multimedia Solutions unternehmensintern ein eigenes Blog, davon drei Jahre im Social Intranet (Teamweb). Das Blog wird von den Mitarbeitern gut angenommen: mit stetig steigenden Zugriffszahlen, vielen Kommentaren und zum Teil intensiver Diskussion zwischen Geschäftsleitung und Mitarbeitern.

Aus diesen Erfahrungen haben sich folgende Faktoren herauskristallisiert, die den Erfolg des Blogs der Geschäftsleitung ausmachen:

1. Offene und vertrauensvolle Unternehmens- und Kommunikationskultur
Typische Merkmale der Unternehmenskultur bei T-Systems Multimedia Solutions sind ein starker Teamgeist und eine hohe Mitarbeitermotivation. Die Arbeit der Mitarbeiter ist von großen Freiheitsgraden und Eigenverantwortung geprägt. Es werden flache Hierarchien gelebt. Dies spiegelt sich auch in der Kommunikationskultur wider: sie ist offen und vertrauensvoll. Wissen wird allen Mitarbeitern im Intranet zur Verfügung gestellt und ausgetauscht.

2. Kommunikationsaffine und dialogbereite Geschäftsleitung 
In ihren etwa wöchentlichen Blogposts stellt sich die Geschäftsleitung offen der Diskussion mit den Mitarbeitern. Konstruktive Kritik wird 
von der Geschäftsleitung eingefordert. Die Kommentare sind fast durchgängig sachlich und problemlösungsorientiert, mitunter auch kontrovers. Sie dienen ferner dazu, Verbesserungspotentiale aufzudecken. Die Kommentarzahl schwankt je nach Thema stark und beträgt bei intensiven Diskussionen 20-50, im Mittel zurzeit 5,3.

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Die Blogeinträge der Geschäftsleitung erfolgen nach einer detaillierten Zeit- und Themenplanung. Inhalte werden häufig von den Fachbereichen zugeliefert. Bei der finalen Redaktion der Blogposts wird die Geschäftsleitung vom Bereich Interne Kommunikation unterstützt. 

3. Social-Media-affine Belegschaft
Eine Vielzahl der Mitarbeiter von T-Systems Multimedia Solutions ist bereits privat in sozialen Netzwerken aktiv und verfügt über entsprechende Medienkompetenz. Das Durchschnittsalter der Belegschaft beträgt 35 Jahre, der Anteil an Berufsanfängern, vor allem mit Informatik- und Wirtschaftsinformatikhintergrund, ist sehr hoch. Das findet seinen Niederschlag in der Arbeit im Unternehmen: Im Intranet sind nahezu alle Mitarbeiter regelmäßig unterwegs, rund die Hälfte der Mitarbeiter stellt Inhalte auf den Wiki-Seiten ein. Zudem waren 2011 monatlich rund 300 Blogeinträge sowie knapp 500 Kommentare bei rund 1.250 Beschäftigten zu verzeichnen.

4. Das Blog der Geschäftsleitung als ein Instrument im Kommunikationsmix
Das Blog ist bei T-Systems Multimedia Solutions ein wich- tiges Kommunikationsinstrument der Geschäftsleitung im Dialog mit den Mitarbeitern. Allerdings ist es nur ein Instrument im Mix der persönlichen, schriftlichen und elektronischen Kommunikationsmedien, die je nach Kommu- nikationsziel und -thema eingesetzt werden. Besonderes Augenmerk gilt der dialogorientierten Kommunikation im Sinne einer „Geschäftsleitung zum Anfassen“. Dem dient zum Beispiel auch eine offene Stunde der Geschäftsleitung, bei der die Mitarbeiter direkt oder via Live-Stream Fragen stellen können, die die Geschäftsleitung sofort beantwortet. (...)

Lesen Sie den vollständigen Artikel von Dr. Cornelia Mossal und weitere Beiträge zum Thema Social Media in der Internen Kommunikation im IK im Fokus (1/2012).

Der vollständige Beitrag zum Mangement-Blog erscheint im Fachbuch "Social Media in der Internen Kommunikation", welches ab März bei der scm erhältlich ist.

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Dr. Cornelia Mossal ist bei der T-Systems-Tochter Multimedia Solutions für Interne Kommunikation und die strategische Planung der Management-Kommunikation verantwortlich. Zuvor war sie Produktmanagerin bei der Bahntochter DBKom und bei Arcor, der Festnetztochter von Vodafone. Nach ihrem Studium der Betriebswirtschaftslehre war Dr. Cornelia Mossal an der Professur für Kommunikationswirtschaft der Technischen Universität Dresden wissenschaftlich tätig und stand dem Sächsischen Telekommunikationszentrum e.V. als Geschäftsführerin vor.