Like it or Plus it? – Facebook vs. Google+: Wie die beiden Netzwerke Ihre Unternehmenskommunikation verändern

„Muss das denn jetzt wirklich sein?“, fragten sich viele Entscheider in der Unternehmenskommunikation, als Google sein soziales Netzwerk Google+ vorstellte. Seitdem ist mehr als ein Jahr vergangen und Google+ hatte Zeit zu zeigen, was es kann.
Welche Stärken Google+ hat und was Facebook einfach besser kann, das ist Inhalt dieses Buches. Welche grundlegenden Unterschiede und Möglichkeiten zur Nutzung von Facebook und Google+ gibt es für die Unternehmenskommunikation? Welche Inhalte funktionieren auf Google+, welche auf Facebook? Wie sieht der Content der Zukunft aus? 
Diese und weitere Fragen beantworten die Autoren Jan Eisenkrein und Nemo Altenberger.

Hier finden Sie ein Leseprobe der Buchneuerscheinung in der Reihe "scm kompakt".
Mehr Informationen sowie eine Bestellmöglichkeit finden Sie auf 
http://www.scmonline.de/publikationen/scm

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Social Search als Synergie zwischen Social Media und SEO

Social Media hat, wie kein anderer Kanal, die digitale Kommunikation massiv verändert. Die Vielfalt an Möglichkeiten wächst und verändert sich dabei kontinuierlich. Nicht alle Formate setzen sich durch, doch wenn man heute von Social Media spricht, darf nicht alleine Facebook betrachtet werden. Im aktuellen Social Media Olymp haben sich auch Google+, Twitter, YouTube, Pinterest, Xing und LinkedIn ihren Platz verdient. Ihnen allen gemein ist das verbindende Element. Social Media verbindet nicht nur Menschen, sondern auch Geschäftsbereiche und Marketing Disziplinen. Wettbewerbsvorteile verschafft sich derjenige der diese Verknüpfung geschickt für sich zu nutzen weiß. Ein derzeit wichtiger Aspekt sind Synergien zwischen Social Media und der Suchmaschinenoptimierung (SEO).

Auch Google oder Bing verwenden viel Energie auf die stetige Weiterentwicklung ihrer Suchtechnologien. Die zum Einsatz kommenden Algorithmen werden dabei immer komplexer. Mit den gewaltigen Datenmengen über Interaktionen, Bewertungen und Verbindungen von und zwischen Usern bieten sich Google & Co völlig neue Möglichkeiten ihre Ergebnisvorschläge über persönliche Filter sehr detailliert anzupassen. Bisherige Rankingfaktoren wie themenrelevanter Content, qualitative Backlinks, Webseitentechnologie wie -struktur oder der noch junge Bereich Usage Data werden sinnvoll mit persönlichen Vorlieben, Bewertungen, dem eigenen wie dem  Suchverhalten von Freunden verknüpft. Social Search ist somit die Verknüpfung von Suche und der persönlichen Interaktion im digitalen Raum. 

Ziele und Bausteine
In der Schnittstelle zwischen Social Media und SEO geht es in der Praxis im Wesentlichen um die folgenden vier Ziele: Social Links, Social Signals, Social Snippets und erhöhte Sichtbarkeit durch Social-Media-Profile. Selbstverständlich steigen und fallen die Erfolgsaussichten mit der Strategie, welche sich nach gründlichen Analysen an Unternehmenszielen und Zielgruppe orientiert.

Ein wichtiger Baustein einer jeden Social-Search-Strategie ist die Nutzung und Optimierung der eignen Social-Media-Profile. Dabei werden zwei Ziele verfolgt: Zunächst geht es darum, die Inhalte auf den Profilen optimal und SEO-konform mit denen der Website zu verknüpfen. Desweiteren bieten die Profile eine zusätzliche Möglichkeit sich zu verschiedensten Themen selbst in den SERPs (Search Engine Result Pages) zu platzieren, also für zusätzliche Sichtbarkeit im Netz zu sorgen.

Unter Social Links versteht man Verlinkungen aus Social-Media-Kanälen auf die zu optimierende Website und deren Inhalte. Auch wenn nach dem klassischen SEO-Verständnis Links, mit dem „no follow“ Attribut oder über eine serverseitige Weiterleitung, als nicht SEO-konform gelten, so gehören sie doch zum natürlichen Backlinkportfolio einer jeden erfolgreichen Website. Das Lesen und zuordnen  dieser Links stellt für Google & Co. kein technisches Problem dar, vielmehr geht es um die (Ver-)Wertung der Information und diese kann jederzeit verändert werden. Erzielt werden Social Links durch die gezielte Veröffentlichung von zielgruppengenauen Mehrwertinhalten die unterhalten, informieren, bilden oder auch provozieren. Weitere Alternativen bieten Content Formate wie Top-Auflistungen, Experteninterviews, How-to‘s, Tutorials, Webinare, eGuides, Whitepaper oder Infografiken. 

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Social Link: Verlinkung eines Leitfadens aus Facebook heraus

Tobias Jungcurt leitet zum Thema "SEO und Social Media Marketing" einen Workshop bei den Social Media Praxistagen, die am 19. und 20. März in Franfurt stattfinden.

Weitere Beiträge und Interviews zum Thema Social Media in der Unternehmenskommunikation finden Sie im aktuellen scm-Newsletter (1/2013).

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Als Mitarbeiter der ersten Stunde hat Tobias Jungcurt seit 2005 maßgeblich zum Aufbau von SoQuero beigetragen. Heute verantwortet er die Steuerung und Weiterentwicklung des SEO-Bereiches bei SoQuero. Außerdem steht er Kunden bei der Erarbeitung wie Umsetzung umfassender Online Marketing-Strategien als Berater zur Seite. Vorträge, Workshops und Fortbildungen mit dem Schwerpunkt Search komplettieren sein Aufgabenfeld.

 

 

Employer Branding zahlt sich aus

Was kann Employer Branding leisten? Gezieltes Employer Branding führt zu deutlich besseren Ergebnissen bei der Rekrutierung und beim Arbeitgeberimage. Wenige Unternehmen schaffen es jedoch, ihre Employer- Branding-Aktivitäten auf ihre jeweiligen Zielgruppen auszurichten, ergab die Kienbaum-Studie HR Strategie & Organisation 2012/2013. Die Studie wurde in diesem Jahr zum sechsten Mal durchgeführt und hat 240 namhafte zumeist international aufgestellte Unternehmen aller Branchen und Größen mit Sitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Die Studie zeigt zudem, dass eine zielgruppengenaue und -adäquate Definition der Arbeitgebermarke und deren Kommunikation oftmals noch eine Herausforderung bildet jedoch wichtige Erfolgsfaktoren sind, um ein Image als attraktiver Arbeitgeber aufzubauen und zu pflegen.

Unternehmen haben Bedeutung des Employer Branding inzwischen erkannt
Während viele Unternehmen noch vor wenigen Jahren vergleichsweise wählerisch bei der Besetzung von Stellen sein konnten, haben sie heute zunehmend Schwierigkeiten, geeignete Nachwuchskräfte und Professionals zu rekrutieren und an sich zu binden. Bereits jetzt bemängeln 19 Prozent der befragten Unternehmen im D-A-CH-Raum die geringe Anzahl eingehender Bewerbungen. 38 Prozent kritisieren deren Qualität, die in den vergangenen Jahren stetig abgenommen habe. Um im „War for Talent“ langfristig bestehen zu können, ist es für Unternehmen essenziell, ihre Vorzüge als Arbeitgeber herauszustellen und diese aktiv zu kommunizieren. Schließlich spielt die Arbeitgeberattraktivität bei der Entscheidung für oder gegen ein Unternehmen eine wichtige Rolle. Dies hat ein Großteil der befragten Unternehmen inzwischen erkannt: Die Hälfte der Unternehmen verfolgen mit Hilfe von Employer Branding das Ziel, eine attraktive Arbeitgebermarke aufzubauen, und sogar 64 Prozent die Rekrutierung von Talenten. Knapp die Hälfte der Unternehmen hat zum Ziel die Bewerberqualität zu verbessern. 
Der überwiegende Teil der Befragten erachtet eine überdurchschnittliche Arbeitgeberattraktivität als ausschlaggebend für den zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens (81 Prozent), jedoch hat sich eine Vielzahl dieser Firmen noch nicht überzeugend am Arbeitsmarkt positioniert: Nach eigener Aussage werden 41 Prozent der befragten Unternehmen am Arbeitsmarkt auch tatsächlich als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen. 

Alleinstellungsmerkmale der Unternehmen über geeignete Kommunikationsbotschaften zu transportieren ist oftmals eine Herausforderung
Die Gründe für diese Situation sind vielfältig: Häufig ist dies in der mangelnden Berücksichtigung dieses Themas durch die Geschäftsleitung begründet: Bislang bewerten erst 45 Prozent der Vorstände bzw. Geschäftsleitungen in den befragten Unternehmen das Thema Employer Branding als wichtig. Dies hat unter anderem zur Folge, dass derzeit lediglich in 29 Prozent der befragten Unternehmen ein eigenes Budget für Employer Branding bereitgestellt wird. Ein weiterer Grund für die fehlende Wahrnehmung als attraktiver Arbeitgeber ist, dass knapp ein Drittel der Befragten ihr Personalmarketing in der Kommunikation und Ansprache nicht adäquat auf die Zielgruppen, Geschäftseinheiten und Länder zugeschnitten haben und viele Firmen zudem Schwierigkeiten haben, ihre Alleinstellungsmerkmale in geeignete HR-Kommunikationsbotschaften zu transportieren; lediglich 32 Prozent haben diese Herausforderung bereits gemeistert. Und nur 17 Prozent der Unternehmen stimmen ihre Kommunikationsinhalte und -instrumente auf ihre Zielgruppen ab. Es besteht also weiterhin großer Nachholbedarf bei der spezifischen Ausrichtung der Kommunikationsmaßnahmen bzw. des Personalmarketings insgesamt.

Employer-Branding-Maßnahmen lohnen sich
Dieser Nachholbedarf fällt umso mehr ins Gewicht, weil solche gezielten Employer-Branding-Aktivitäten auch tatsächlich positive Wirkungen erzielten: Erste Erfolge in der Rekrutierung und Gewinnung von Talenten, sowie die Wahrnehmung als attraktiver Arbeitgeber und die Verbesserung des internen Arbeitgeberimage können vor allem die Unternehmen verzeichnen, die über eine ausgearbeitete Strategie und/oder eine eigene Einheit für Employer Branding und Personalmarketing verfügen. Gezieltes Employer Branding zahlt sich also aus.

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Erfahren Sie mehr zum Thema Employer Branding im Newsletter "IK im Fokus" (1/2013).

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Paul Kötter ist seit 2007 Partner der Kienbaum Management Consultants GmbH im Bereich Human Resource Management. Er ist spezialisiert auf Fragen der HR Strategie & Organisation und begleitet mittlere und große Unternehmen bei allen Fragestellungen der strategischen Ausrichtung der Personalarbeit sowie der Weiterentwicklung der HR Bereiche. Der diplomierte Volkswirt verfügt über mehr als 20 Jahre internationale Beratungserfahrung.

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Ramona Büssers arbeitet als Senior Beraterin bei der Kienbaum Management Consultants GmbH im Bereich HR Strategie & Talent Management. Parallel macht sie ihren Part-Time-MBA in den Niederlanden. Neben dem Auseinandersetzen mit strategischen Fragestellungen rund um das Thema Personal weist sie auch fundierte Kenntnisse im Bereich HR IT auf. Bevor sie vor fünf Jahren in die Beratungsbranche einstieg, absolvierte sie ihren Bachelor of Honours an der Oxford Brookes University. 

 

 

 

 

 

Social Media und Recht – Juristische Fallstricke im Social Media Marketing

Die bekannten Social-Media-Plattformen wie Facebook, YouTube und Twitter haben sich für Unternehmen und Agenturen längst als feste Kanäle für Werbung, Marketing und PR etabliert. Mit der wachsenden Relevanz steigt aber auch der juristische Beratungsbedarf. Die rechtlichen Implikationen werden häufig noch unterschätzt, denn die Angebote müssen Anforderungen genügen, die weit über die Vorschriften des Werberechts im herkömmlichen Sinne hinausgehen. Auch im Wettbewerb werden Rechtsverstöße immer häufiger zum Anlass für Abmahnungen und gerichtliches Vorgehen gegen Konkurrenten genommen. Unterlassene Pflichtangaben, Verletzungen des Schleichwerbeverbots und unzulässige Kaltakquise in sozialen Netzwerken – um nur einige Beispiele zu nennen – beschäftigen zunehmend die Gerichte. Aus der Vielzahl von möglichen Rechtsfragen sollten die Akteure im Social Web insbesondere den folgenden Themen besondere Aufmerksamkeit widmen:

Nutzungsbedingungen 
Vor jeder Erstellung einer Unternehmensseite in Social Media muss zunächst geklärt werden, ob und in welchem Umfang eine kommerzielle Nutzung auf der ausgewählten Plattform überhaupt erlaubt ist, denn bei Verstößen droht eine vorübergehende oder sogar endgültige Sperrung bzw. Löschung seiner Seite. Ein voreiliger Verstoß kann dann schnell ins Gegenteil der erwarteten Werbewirksamkeit umschlagen, denn wenn Manipulationen oder eine unzulässige Verwendung im Netz bekannt und dann unaufhaltsam verbreitet wird („Seite melden“), besteht die nicht abzuschätzende Gefahr eines sogenannten „Shitstorms“, der zu einem PR-Desaster führen kann. Bei Twitter, YouTube und Google+ finden sich derzeit keine besonderen Bestimmungen für kommerzielle Werbeauftritte. Umfangreiche, aber keinesfalls immer klare und wirksame Regelungen gelten für Unternehmesseiten auf Facebook (z.B. http://de-de.facebook.com/legal/terms). Sehr praxisrelevant ist hier etwa, dass Facebook die Durchführung von Promotionaktionen wie z.B. Gewinnspielen in der Chronik selbst durch seine Nutzungsbedingungen untersagt. Promotions müssen stattdessen in gesonderten Apps laufen, die eigens programmiert werden müssen. Verstöße können zwar nicht von Wettbewerbern abgemahnt werden, nicht weniger effektiv ist aber eine Meldung der Seite an Facebook, was durchaus zu einer Sperrung des Auftritts führen kann, und das womöglich mitten in der Aktion.

Informationspflichten
Social-Media-Angebote unterfallen begriffl ich den sogenannten Telemedien, für die das Telemediengesetz (TMG) verschiedene Informationspfl ichten vorsieht, insbesondere die Impressumspflicht. Lange Zeit war weithin unbekannt, dass diese Pflicht nicht nur für eigene kommerzielle Webangeboten gilt, sondern auch für Unternehmen, die ihre Angebote über Plattformen Dritter (z.B. Ebay) vertreiben. Verschiedene Urteile haben hier für Klarheit gesorgt. Mittlerweile hat die Rechtsprechung auch für Facebook & Co. entschieden, dass kommerzielle Seiten ein Impressum aufweisen müssen. Allerdings erweist sich die Einbindung eines Impressums in der Praxis als gar nicht so einfach, da die meist aus den USA stammenden Plattformen dafür keine speziellen Funktionen oder Felder vorsehen. (...)

Weitere Tipps zur Vermeidung von juristischen Fallstricken im Social Media Marketing finden Sie im scm-Newsletter (6/2012) oder im Workshop bei den Social Media Praxistagen, die am 19. und 20. März 2013 in Frankfurt stattfinden.

Dr. Nils Weber und Dr. Markus Robak haben zu diesem Thema das Buch "Social Media und Recht – Juristische Fallstricke im Social Media Marketing" veröffentlicht. 

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Dr. Markus Robak ist seit 2009 Juniorpartner der Kanzlei JONAS Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Köln. Zuvor war Dr. Robak Syndikusanwalt und Datenschutzbeauftragter im Justiziariat des Deutschlandradio Körperschaft des öffentlichen Rechts, Köln (2007 bis 2009) sowie Syndikusanwalt in der Rechtsabteilung der Axel Springer AG, Berlin(2005 – 2007). Seine berufliche Karriere begann Dr. Robak als Rechtsanwalt in der Sozietät Linklaters, Köln (2003 – 2005). Er verfügt über langjährige Erfahrungenin den Bereichen Marken- und Wettbewerbsrecht, Presse-, Medien-, Datenschutz- und Urheberrecht. Zudem ist Markus Robak Rechtsexperte im Bereich des Social-Media-Marketings. Dr. Robak ist Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht.

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Dr. Nils Weber ist Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer der JONAS Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Köln und Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz. Seine Spezialgebiete sind das Wettbewerbs-, Marken-, Patent-, Interne- und Prozessrecht. Er ist Autor zahlreicher Fachpublikationen im Bereich des Gewerblichen Rechtsschutzes und hält regelmäßig Vorträge zu Themen aus diesem Rechtsgebiet. Vor seiner Tätigkeit bei JONAS war er als Richter beim Landgericht Bonn und in einer großen internationalen Kanzlei tätig.

 

 

The New Local – ein anderer Weg, interne Medien zu machen

„Think global, act local“ ist eine der Management-Weisheiten, die auch die kennen, die an BWL-Hörsälen in großem Bogen vorbeimarschiert sind. Sie will multinational agierende Unternehmen anleiten, ihre Produkte und Dienstleistungen zwar global zu vermarkten, aber regional und lokal anzupassen. Gleichzeitig sollen natürlich auch die regionalen Niederlassungen ihre kulturellen Eigenheiten pflegen dürfen.

Schließlich hat man gelernt: Weihnachtsfeiern funktionieren nicht überall auf der Welt. Dem Lokalen aber wurden immer seine Grenzen aufgezeigt. Wie ein Unternehmen zu sein hat, was und wie die Marke ausstrahlt, wie es sich erklärt, all das ist Sache des „Headquarters“, des „Centers“ oder der „Zentrale“.

„Think global, act local“ ist kein Allheilmittel, und es gibt erfolgreiche Beispiele von Unternehmen, die arbeiten mit genau dem gegensätzlichen Motto. Mit der Heimat im Herzen erobern sie die Welt. „Der Rückgriff auf Identität und Herkunft scheint krisengeschüttelte Branchen kurieren zu können,“ meinte der Philosophie-Professor Michael Großheim schon vor einigen Jahren. Und es scheint: Dieser Rückgriff könnte auch die Kultur des einen oder anderen Unternehmens kurieren, die nach Jahren der Übernahmen und Fusionen, Markenwechseln, strategischen und kulturellen Changes, Restrukturierungen und Neuerfindungen zerbrochen ist. 

Der Grund darin liegt unter anderem im weltumspannenden Internet, das die Welt in zweierlei Hinsicht kleiner macht: Einmal kann jeder mit ein paar Klicks ans Ende der Welt reisen, was viele von uns jeden Tag tun. Andererseits hat das Internet eine Wiederentdeckung des Lokalen und Bekannten, des Unmittelbaren und Vertrauten bewirkt. Man schaut sich im Internet vor der eigenen Haustür um, man vernetzt sich in der lokalen, sozialen Web-Gemeinschaft. Man vertraut auf das Wort und die Empfehlung seiner Freunde und Bekannten, seiner Nächsten – auch, wenn sie weit weg sind. 

Schon seit längerer Zeit ist ein ähnlicher Trend im Magazin-Business zu beobachten. Kaum eine Stadt oder Region, in der der Lokal- bzw. Regionaljournalismus nicht neu erfunden wurde. Weg von der biederen Vereins- und Baustellenberichterstattung hin zur hintergründigen, auch kritischen Heimatreportage. Nur zwei Beispiele seien genannt: Das Kölner Magazin „Ehrenfelder“ und die preisekrönte, bayrische „Muh“. (...)

Lesen Sie den gesamten Artikel sowie weitere Beiträge zum Thema Interne Kommunikation, Social Media und Kulturwandel im IKimFokus (4/2012).

Lutz Zimmermann ist Referent der K2-Tagung Interne Kommunikation am 21. und 22. November in Düsseldorf.

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Nach Studium und Ausbildung an der Journalistenschule des Axel Springer Verlags schrieb Lutz Zimmermann als Redakteur und Reporter u.a. für WELT und WELT am Sonntag. Später entwickelte und produzierte er Sonderpublikationen etablierter Verlags-Titel, u.a. für den Axel Springer Verlag, Heinrich Bauer Verlag und Jahr-Verlag. Nach mehr als zehn Jahren Beratertätigkeit bei Deekeling Arndt Advisors gründete er 2011 Zimmermann Editorial, eine Corporate Media-Agentur mit Schwerpunkt auf Interne Medien.

 

Die richtige Mischung zwischen Herz und Verstand

Die Berichterstattung über Krisen und Unfälle in der Chemiebranche wird häufig sehr emotional geführt. Kann man dennoch sachlich kommunizieren? 
Krisen und Unfälle lösen Emotionen aus. Deshalb kommt es bei der Kommunikation mit der Öffentlichkeit auf die richtige Mischung zwischen Herz und Verstand an. Das wichtigste ist, die Gefühle und Sorgen der Menschen „da draußen“ sehr ernst zu nehmen und ihnen offen, in einfacher und klarer Sprache zu berichten, was passiert ist und weiter passieren wird. Die eher technik- und wissenschaftsgetriebenen Experten aus den Unternehmen neigen manchmal dazu, die Fragen und Bedenken der Laien einfach „weg zu bügeln“. 

Was sind Ihrer Meinung nach kommunikative Fallen, in die auch PR-Profis in Krisensituationen immer wieder tappen?
Nicht alle verfügbaren Informationen parat zu haben – anders ausgedrückt: Das PR-Team muss zu jeder Zeit auf Ballhöhe mit den Experten und der aktuellen Lagebeschreibung sein. Nur so können Lage und Auswirkungen aus kommunikativer Sicht richtig bewertet und eingeschätzt werden. Nichts ist schlimmer, als später von der Wahrheit eingeholt zu werden. 

Auf den Krisenfall vorbereitet zu sein, ist unerlässlich. Dennoch kommt es letzten Endes immer anders als geplant. Wie sind Ihre Erfahrungen? 
Es gibt keine Blaupausen – jedes Ereignis hat seine eigene Dynamik. Jeder Einsatz ist anders. Grundsätzlich hilft Erfahrung, mit den wechselnden Situationen und Anforderungen klar zu kommen. Eine intensive Planung, Vorbereitung und andere Hilfsmittel wie etwa Checklisten und Mustertexte helfen allerdings sehr. Sie geben Sicherheit und sind auch für Krisenprofis sehr wichtig.

Jürgen Gemke ist Referent der K2-Tagung Krisenkommunikation am 18. Oktober in Frankfurt.
Weitere Interviews und Fachartikel zum Thema Krisenkommunikation finden Sie im scm-Newsletter (5/2012).

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Jürgen Gemke begann 1988 als Pressesprecher bei der Bayer AG in Leverkusen. Bis 2002 war er in der Konzernkommunikation in mehreren Positionen tätig, zuletzt mehrere Jahre als Gruppenleiter Presse und PR für die deutschen Standorte des Unternehmens zuständig. Nach der Aufteilung der Bayer AG in Teilkonzerne und Servicegesellschaften übernahm er 2003 die Leitung der Kommunikation von Bayer Industry Services, seit 2008 umbenannt in CURRENTA. Als Manager und Betreiber des CHEMPARK an den Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen ist die Kommunikationsabteilung von CURRENTA u.a. auch zuständig für die Nachbarschafts- und Krisenkommunikation an den Standorten. Das Presseteam arbeitet dabei auch für die meisten der mehr als 70 in den Chemieparks angesiedelten Unternehmen. 

Von Kommunikationswegen und -pässen

Social Media in der Internen Kommunikation

„Der Laufweg bestimmt den Pass“ – dieser Satz von Joachim „Jogi“ Löw (kundgetan auf einer DFB-Pressekonferenz vor dem EM-Viertelfinale) hatte, kaum dass er ausgesprochen war, bereits seinen Platz in der Liste der ewigen Fußballzitate sicher. Dass das so ist, hat mit jener fast schon philosophischen Dimension zu tun, durch die sich die besten und nachhaltigsten Fußballweisheiten auszeichnen. Der Erfolg dieser Klassiker liegt nicht zuletzt darin begründet, dass sie über den Fußballplatz hinausreichen und sich wunderbar dazu eignen, das Leben, das Universum und den ganzen Rest auf den Punkt zu bringen. Mindestens. Meistens. Aber zurück zum jüngsten Beitrag auf dieser Liste ewiger Weisheiten. Und zu der Frage, was jenes Bundestrainer-Zitat mit Social Media in der Internen Kommunikation zu tun hat?

Stellen wir uns die heutigen Kommunikationsgewohnheiten – insbesondere der jüngeren Mitarbeiter – als deren Laufwege vor, und die unternehmensinternen Botschaften als den Pass, der diese auf möglichst optimale Weise erreichen soll. Führt man sich vor Augen, dass 91 Prozent aller Internetnutzer in Deutschland im Alter zwischen 16 und 24 Jahren soziale Netzwerke nutzen, und immerhin 57 Prozent der 25- bis 44-Jährigen (1), wird der Laufweg in puncto Kommunikationsgewohnheiten sehr deutlich. Auch wenn der Einsatz von Social Media für die Interne Kommunikation in deutschen Unternehmen noch in den Kinderschuhen steckt, ist es wohl nur eine Frage der Zeit bis sich in Unternehmen die Erkenntnis durchsetzt, auf welche Weise die Botschafts-Pässe in Zukunft erfolgsversprechend gespielt werden müssen. Denn angesichts eines zunehmenden Wettbewerbs um qualifizierten Nach- wuchs wird es für Unternehmen immer wichtiger, ein Umfeld zu schaffen, in dem Mitarbeiter sich wohl- und wertgeschätzt fühlen und ihre Produktivität voll entfalten können. Eine funktionierende Interne Unternehmenskommunikation spielt hier eine Schlüsselrolle: Mitarbeiter, die wissen, was sie wann, wie und warum zu tun haben, arbeiten produktiver. Und Arbeitnehmer, die diese Prozesse nicht nur nachvollziehen, sondern auch selbst mitgestalten können, sind nicht nur zufriedenere – und dadurch bessere – Mitarbeiter, sie tragen auch maßgeblich zu einer gesteigerten Wertschöpfung und einem höheren Innovationsgrad bei. 

Eine erfolgreiche Interne Kommunikation ist zudem ein wichtiger Aspekt, wenn es darum geht, die emotionale Verbindung der Mitarbeiter mit dem Unternehmen zu fördern. Warum das unerlässlich ist, zeigt folgendes Beispiel (wieder aus dem beliebtesten Mannschaftssport, um im Bilde zu bleiben): Man stelle sich eine Fußballmannschaft in folgender emotionaler Verfassung vor: Zwei Spieler verspüren keinerlei emotionale Bindung an den Verein, bei dem sie unter Vertrag stehen. Weitere sieben Spieler haben lediglich eine geringe Bindung. Diese Spieler leisten „Dienst nach Vorschrift“ und legen im schlimmsten Fall sogar ein destruktives Verhalten an den Tag. Nur zwei Spieler der Mannschaft haben eine hohe emotionale Bindung an den Verein, sind motiviert und zeigen echtes Engagement und vollen Einsatz. Abstieg vorprogrammiert? Vermutlich. (...)

Lesen Sie den gesamten Fachartikel und weitere Beiträge zum Thema Social Media in der Internen Kommunikation im Newsletter IK im Fokus (3/2012).

Esther Mahr wird gemeinsam mit Gabriele Möller, Möller Horcher, den Workshops "Social Media als Instrument für den Auf- und Ausbau der Internen Kommunikation in KMUs" bei den Praxistagen Interne Kommunikation 2.0 am 18. und 19. September in Frankfurt durchführen. 

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Esther Mahr ist seit 2007 bei Möller Horcher PR tätig. Als Redakteurin schreibt sie über IT- und Software-Themen. Darüber hinaus beschäftigt sie sich intensiv mit den Bereichen Social Media und Interne Kommunikation, einschließlich Beratung sowie Konzeption und Umsetzung entsprechender Workshops. Esther Mahr hat Germanistik und Medienwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum studiert und eine Weiterbildung zum „Journalist für Pressestellen“ am Journalisten-Zentrum Haus Busch, Hagen, absolviert.

1) Statistisches Bundesamt, 2012, http://bit.ly/NVumhE

5 Thesen zu Social Media in der Internen Kommunikation

Aus einer Vielzahl von Gesprächen mit Verantwortlichen und Führungskräften aus der Unternehmenskommunikation ergibt sich zum Thema Social Media für den internen Einsatz ein komplexes Bild. Zum einen gewinnt man den Eindruck, dass es momentan kein wichtigeres Zukunftsthema gibt und alle Instrumente der Internen Kommunikation dadurch auf den Prüfstand gestellt werden. Andererseits zeigt die Unternehmensrealität, dass die (deutliche) Mehrheit der Mitarbeiter in ihrem Arbeitsalltag noch fernab von Vernetzung, Microblogging, Rating und "Gefällt mir" ist. Dieses Spannungsfeld findet sich in den folgenden Thesen wieder.

Social Media – ein interner Kanal unter vielen, der heute überschätzt wird
Ein wichtiges Instrument in unseren Projekten zum Relaunch von Intranets und internen Kommunikationsmedien ist eine Mitarbeiterbefragung, in der bestehende Plattformen und Kanäle nach deren Relevanz und Funktion hinterfragt werden. Durch die Bank zeigt sich folgendes Ergebnis:

  • Wichtigster Informationskanal für die Mitarbeiter zum Unternehmen ist die eigene Führungskraft
  • Das Intranet wird im Schnitt pro Woche max. 2 Stunden genutzt und rangiert in der Relevanz bzgl. Informationen zum Unternehmen und Arbeitsumfeld hinter Mitarbeiterveranstaltungen, Printmedien und E-Mail-Newsletter
  • Weite Teile der Belegschaft (Produktion, Außenstandorte) haben in der Regel keinen Zugriff auf Online-Kanäle wie Intranet oder E-Mail-Newsletter
  • Mitarbeiter fühlen sich schon heute durch die Vielzahl der verfügbaren Medien und insbesondere durch die E-Mail-Flut überfordert und können Wichtiges nur schwer von Unwichtigem unterscheiden
  • Web 2.0-Angebote wie interne Blog, Wikis und Kommentarfunktionen werden nur von unter 5 % der Belegschaft genutzt und auch wahrgenommen

Social Media in der Internen Kommunikation wird in diesem Lichte gesehen nur ein weiterer Kanal sein, der auch in den nächsten 3-5 Jahren nur Bedeutung für eine kleine Gruppe von Mitarbeitern haben wird. Er wird sich weder dazu eignen, um in kurzer Zeit die Mehrheit der Belegschaft zu erreichen, noch um kritische und unternehmensentscheidende Nachrichten zuverlässig zu kommunizieren und in den Diskurs zu stellen. Aber warum dann der Hype? Weil sich Kommunikation im Unternehmen ändern wird! Die geplante und gerichtete Kommunikation wird mehr und mehr durch die digitale Vernetzung und Wahrnehmung des "Activity Streams" des eige- nen Arbeitsumfeldes ergänzt werden. (...)

Lesen Sie den gesamten Artikel und weitere Beiträge zum Thema Social Media in der Internen Kommunikation im Newsletter IK im Fokus (3/2012).

Lutz Hirsch wird auf den Praxistagen Interne Kommunikation 2.0 Workshops zu den Themen Strategie, Tools und Technologien durchführen.

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Lutz Hirsch ist Executive Partner bei Hirschtec und seit 1996 in der IT- und Internetbranche aktiv. Nach Stationen bei d.d. synergy und der IBM Global Services gründete er 2003 die Firma Hirschtec Infoarchitects. 2009 wurde ihm ein Lehrauftrag der FH Brandenburg im Fachbereich Wirtschaftsinformatik zum Thema „Web 2.0 in der Unternehmenspraxis“ erteilt. Lutz Hirsch ist Mitglied des Information Architecture Institute. Außerdem ist er seit Oktober 2010 Mitglied im Aufsichtsrat der HanseSafe AG.

 

scm-Gesamtprogramm für 2012/ 2013

Das neu erschienene Gesamtprogramm gibt einen umfassenden Überblick über alle Seminare, Intensivkurse, Praxistage und Tagungen für 2012/2013. Ergänzt wird dieser durch Informationen zu Trainern, Lehrinhalten, Teilnehmerstimmen, Publikationen und Anmeldeformalitäten. Inhaltlich widmet sich die scm auch im nächsten Jahr wieder den Themen Interne Kommunikation, Public Relations und Social Media.

Mit Social Media als internes "Veränderungsprojekt" starten wir auch in das zweite Halbjahr. So finden am 18./19. September 2012 in Frankfurt die Praxistage Interne Kommunikation 2.0 statt –zwei intensive Workshoptage zu neun verschiedenen Themen. Am 16./17. Oktober finden dann zum zweiten Mal die Social Media Praxistage statt.
Unser ausführliches Programm erhalten Sie hier als Download.
Gern schicken wir Ihnen unser Programmheft 2012/ 2013 auch postalisch zu. Fragen Sie hier unser Programm an.

Click here to download:
scm-programm2012_13.pdf (2.71 MB)
(download)

Ihre Meinung ist gefragt: Umfrage zur branchenspezifischen Nutzung von Social Media

Nutzt Ihr Unternehmen bereits Social Media? Haben Sie damit die Nase vorn oder sind die Mitbewerber schon ein Stück weiter?

Dieser Frage geht der erste Arbeitskreis für Social Media in der B2B-Kommunikation auf den Grund. Die scm unterstützt den Arbeitskreis bei der Durchführung der Umfrage „Wer hat die Nase im Wind und wer betreibt business as usual? –Was die einzelnen Branchen bei der Nutzung von Social Media unterscheidet“. 

Die Studie soll Ihnen vor allem eines bieten: Orientierung. Die Ergebnisse sollen nicht nur die Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen beleuchten, sondern vor allem aufzeigen, wie der Status Quo innerhalb einzelner Wirtschaftszweige ist.

Wir würden uns freuen, wenn Sie sich an der Umfrage mit wenigen Minuten Ihrer Zeit beteiligen würden.
Die Auswertung erfolgt selbstverständlich anonym. Die Ergebnisse stellt Ihnen der Arbeitskreis auf Anfrage im Anschluss gerne zur Verfügung. 

Zur Online-Umfrage geht’s hier: http://ww2.unipark.de/uc/Fakultaet_BW/70c3/